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Kampf gegen Riesenbärenklau

Wedemark Kampf gegen Riesenbärenklau

Biologen, Umweltschützer und Tierhalter wissen, mit wem sie es zu tun haben, wenn sie von „invasiven Neophyten“ sprechen: Bärenklau und Co sind gemeint. Kommunen und Region kämpfen den Kampf gegen diese Verdränger heimischer Pflanzen seit Jahren. In der Wedemark sind mehrere Standorte im Visier.

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Riesenbärenklau ist ein eindrucksvolles Gewächs. Er wird bis zu fünf Meter hoch.

Quelle: Symbolbild

Wedemark. „Wir haben bei der Region einen Antrag auf Bekämpfung an der Wietze und an der Bahnlinie südlich von Bissendorf gestellt. Mitarbeiter einer Gartenbaufirma haben dort die Pflanzen zum Teil abgestochen, zum Teil abgeschlagen“, berichtet die Umweltbeauftragte in der Wedemark, Ursula Schwertmann. 1900 Euro hat die Gemeinde insgesamt vorfinanziert.

Warum der Aufwand? Wo Kinder in der Natur spielen - zum Beispiel an einem Bärenklau-Standort an der Wietze - können sie sich an den Pflanzen verletzen. Bärenklau sondert bei Berührung eine Substanz (Furanocumarine) ab, die unter Sonnenlicht schwere Hautverbrennungen verursacht. Dies erfordert auch eine professionelle Bekämpfung und Entsorgung.

Die Aktion an der Wietze war Schwertmann zufolge noch nicht durchschlagend, da sofort neue Sämlinge gekeimt und die Pflanzen wieder ausgetrieben sind. „Wir werden in den nächsten Jahren mit Unterstützung der Anlieger an der Wietze und den Eigentümern der Flächen an der Bahn weitermachen müssen“, betont sie. „Wenn man weiß, dass ein einziges Exemplar der Pflanze 10 000 bis 50 000 Samen produziert, die unter - für die Pflanze - guten Bedingungen acht bis zehn Jahre keimfähig sind, kann man von einer einzigen Aktion nicht erwarten, dass alle weg sind.“ Vor allem entlang der Bahnlinie habe sich die Pflanze in den vergangenen Jahren ungebremst ausbreiten können.

Der Riesenbärenklau erobert Terrain entlang von Gewässern; an der Bahn befürchtet die Umweltbeauftragte das Voranschreiten am Johannisgraben. „An der Wietze sind die Gewächse schon im gesamten Gemeindegebiet zu finden, vor allem in Bissendorf-Wietze. Wegen der Bebauung ist es dort schwierig, ans Ufer zu kommen. Wir sind auf die Anlieger angewiesen, die uns sehr geholfen haben, und über deren Grundstücke wir an die Ufer gelangen konnten. Dort spielen die Kinder an der Wietze.“

Die Aktion hat knapp 1900 Euro gekostet. Die Gemeinde erhält 90 Prozent der Kosten von der Region zurück. Die Deutsche Bahn AG und der Unterhaltungsverband Wietze tragen die restlichen zehn Prozent.

Viele besorgte Anrufe erreichten die Umweltbeauftragte zum Bärenklau-Vorkommen in der Gemarkung Wennebostel, wo sich die Riesenpflanze von einem Privatgrundstück ausbreitet. „Hier konnten wir noch keine Zusammenarbeit mit dem Eigentümer erreichen“, berichtet Schwertmann. Inzwischen seien auch die Randbereiche einiger landwirtschaftlicher Grundstücke betroffen. „Dort will ich versuchen, gemeinsam mit den Landwirten und über das Programm der Region im nächsten Jahr mit der Bekämpfung zu beginnen. Die Pflanze wächst da inzwischen im Randbereich der Wege, sodass Radfahrer und Spaziergänger mit ihr in Berührung kommen können.“

Von Ursula Kallenbach

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