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Zu viele Autos ärgern Anlieger

Mellendorf Zu viele Autos ärgern Anlieger

Zu viele Autofahrer nutzen nach Einschätzung der Anwohner die Krausenstraße. Das führt jetzt zu Ärger bei den Mellendorfern, die bei den Kommunalpolitikern eine Unterstützung gegen den wachsenden Autoverkehr einfordern.

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Schauen sich die Situation an (von links):  Suada Kutje, Hertha Bleckert, Ilse Kühl, Kurt Hoffmann und Ortsbürgermeisterin Christa Goldau.

Quelle: Chadde

Mellendorf. Die Situation an der Straße ist nach Aussage etlicher Anlieger fast immer gleich: Neben den offiziell ausgewiesenen Parkflächen sind auch alle anderen Seitenränder der Krausenstraße – benannt nach einer Gaststätte – von Autos zugeparkt. Aus Sicht der Betroffenen ist der ehemalige Pattweg, der parallel zur Wedemarkstraße verläuft, nämlich nicht für die Belastung ausgelegt, die er nun täglich bewältigen muss.

Anlieger Christof Reichert (55) hat dort als Kind mitten auf dem Weg im Sand gespielt. Als er fünf Jahre alt wurde, kamen der Kindergarten und damit ein bisschen mehr Verkehr dazu. Damals begleiteten die Eltern ihre Kinder zu Fuß oder kamen mit dem Fahrrad. Heute fahren sie mit dem Auto vor und finden fünf Parkplätze vor der Einrichtung.

Zeiten und Ansprüche ändern sich – der frühere Trampelpfad ist heute als Spielstraße ausgewiesen. Vor 33 Jahren wurde aus dem Sand- oder Asphaltweg – welcher Straßenbelag es mal war, daran erinnert sich keiner mehr – eine zweifarbig gepflasterte Straße. Rot markiert den Fußweg, das Grau die Straße, Bordsteine gibt es nur vereinzelt. Anwohner Kurt Hoffmann regt sich bis heute über die Kosten auf: „Wir Anlieger mussten 90 Prozent der Maßnahme selber tragen. Sogar eine 90-jährige Dame, die ihr Leben lang nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad fuhr, musste blechen“, erinnert er sich bei einer halbstündigen Begehung, die Mellendorfs Ortsbürgermeisterin Christa Goldau nach der Anwohner-Kritik angeregt hatte.

„Wir freuen uns über die Sozialstation, und wir brauchen sie auch“, betont Goldau in diesem Gespräch und ringt mit allen anderen Betroffenen um einvernehmliche Regelungen. Während die Ortsbürgermeisterin diesen Satz ausspricht, parkt eine Mitarbeiterin der Sozialstation ihren Dienstwagen auf dem Fußweg und geht davon. Der gute Vorsatz löst sich in Erregung auf. „Auch für moderne Müllwagen, Paketboten oder eine 85 Zentimeter breite Schneefräse, die von einem Unternehmen einsetzt wird, ist die Straße nicht angelegt“, wie Anliegerin Hertha Bleckert bemerkt.

Alle Beteiligten könnten sich bescheiden und Rücksicht nehmen. Aber dazu sind die Fronten zu verhärtet. Wollte die Polizei an der Krausenstraße wochentags Parkvergehen und Geschwindigkeitsüberschreitungen ahnden, hätte sie schnell das Geld für einen Boulevard zusammen, aber noch immer nicht den Platz dafür. Aktueller Anlass für die Empörung der Anlieger war übrigens ein Gemeindemitarbeiter. Der versuchte, Parkflächen mittels weißer Linien zu zeichnen und wurde verscheucht. Linie oder nicht: Das ist den Parkern scheinbar ohnehin egal.

Eine Lösung finden Anwohner und Ortsbürgermeisterin beim ersten gemeinsamen Termin an der Krausenstraße nicht. Im Gespräch wollen alle bleiben, möglicherweise mit einem Runden Tisch für Anlieger und Gemeindevertreter.

Von PATRICIA CHADDE

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