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Scharfe Worte auf kleiner Bühne

Kita-Streik in der Wedemark Scharfe Worte auf kleiner Bühne

Beim bundesweit einzigen Streiktag im Kita-Tarifkonflikt war der Wedemärker Rathausvorplatz am Donnerstag die Bühne: Rund 50 Erzieherinnen und Eltern skandierten während Verdi- und Gemeinde-Vertreter sich die Meinung sagten.

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Erzieherinnen und Eltern protestieren lautstark vor dem Rathaus. Die Betreuer kämpfen für ein höheres Gehalt.

Quelle: Rose

Wedemark. Alle neun kommunalen Kitas sind an diesem Tag dicht, 150 Kinder haben mit Verdi vereinbarte Notplätze ergattert, rund 100 interessierten Eltern musste die Gemeinde absagen.

Direkt unter dem Fenster des Bürgermeisters, der allerdings in Urlaub ist, geht es zur Sache. Eine lautstarke Schar, ausgestattet mit Transparenten, Trillerpfeifen, Knarren und Plakaten, tritt auf dem Fritz-Sennheiser-Platz für ihre Forderung nach besserer Bezahlung ein. „Es geht nicht um einen neuen Tarifvertrag, sondern um den Ermessensspielraum der Gemeinde innerhalb des bestehenden“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Jürgen Hohmann.

Die Stadt Hannover sei Vorbild: Dort gruppiere man Erzieherinnen zwei Stufen höher ein als in der Wedemark, obwohl die Anforderungen in beiden Kommunen dieselben seien. Während die Wedemark zum Beispiel nur 2768 Euro brutto für eine Vollzeitstelle bezahle, bekomme eine hannoversche Kraft bei gleicher Aufgabenstellung und Erfahrung 2879 Euro.

Öffentlichkeit und Eltern würden von der Gemeinde getäuscht, behauptet Hohmann. Gellende Pfiffe zur Unterstützung hallen über den Platz, als er ruft: „Die Beschäftigten und Eltern fragen sich: Warum will die Gemeinde nicht mit uns ins Gespräch kommen?“ „Wertschätzung jetzt“ rufen die Streikenden, während die Gemeindevertreter sich auf ihre Entgegnung vorbereiten.

Und dann wird die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf scharf, wirft Hohmann ihrerseits Täuschung und Unwahrheiten vor, seziert Stück für Stück Termine und Absprachen mit Verdi. Ihre Botschaft: Einzelgespräche der Gemeinde mit Verdi würden die Tarifgemeinschaft der Kommunen verletzen, die dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) das Verhandlungsmandat übertragen haben. Sie könne nicht verstehen, dass Verdi auf diese Weise den Flächentarifvertrag aushöhle.

Als unfair kritisiert sie, dass Verdi so tue, als sei man mit Burgwedel und Isernhagen schon im Gespräch, nur die Wedemark sträube sich. „Keiner verhandelt mit Ihnen, und Langenhagen spricht nicht über Tarife mit Verdi, sondern über Notdienstvereinbarungen“, hält sie Hohmann entgegen. Und: „Wir werden auf die Einhaltung der Notdienstvereinbarung pochen, notfalls wieder mithilfe des Gerichts.“

Als der Vorhang nach rund 45 Minuten fällt, sind alle zufrieden, haben alle ihr Gesicht gewahrt. Weiter verhandelt wird nächste Woche - auf höherer Bühne.

von Roman Rose

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