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Landwirte üben Kritik an Veterinärin

Wedemark Landwirte üben Kritik an Veterinärin

Die Äußerungen einer Tiermedizinerin empfinden vier Wedemärker Landwirt-Familien als „einen verbalen Schlag ins Gesicht eines jeden Landwirts“. Es frustriere sie zutiefst, dass die Veterinärin in ihrer Darstellung der Landwirtschaft immer wieder auf Bilder aus längst vergangenen Zeiten zurückgreife.

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Die heutige Tierhaltung ist nicht mit früher zu vergleichen. Nach Meinung vieler Landwirte stehe das Tierwohl heute mehr im Vordergrund.

Quelle: Archiv (dpa)

Wedemark. Die Äußerungen einer Tiermedizinerin werden von den Wedemärker Landwirt-Familien Backhaus aus Plumhof, Cohrs aus Wiechendorf, Heins aus Negenborn und Wiese aus Abbensen in einem Schreiben an die Redaktion massiv kritisiert.

Spätestens seit Beginn des neuen Jahrtausends habe sich viel in der Landwirtschaft getan: größere, hellere Ställe, die mehr Platz und Tierwohl schaffen, als es noch zu Großvaters Zeiten der Fall war. Hier sei auch das Stichwort „Initiative Tierwohl“ zu nennen, an der mehr Landwirte teilnehmen möchten, als Geld zu Verfügung gestellt werde. Nitratgehalte und Antibiotikamengen würden sinken. „Wieso wird diese Entwicklung, die natürlich noch nicht am Ende ist und noch mehr Verbesserungspotenzial birgt, nicht wertgeschätzt sondern völlig falsch geschildert?“, fragen sie.

Ebenso irritieren sie die Vorschläge für einen besseren Milchpreis: Eine deutschlandweite Drosselung der Kraftfuttergaben und die ausschließliche Produktion von Weidemilch hätte eine schlimme Konsequenz – der Preis würde zwar steigen, die Verbraucher würden jedoch auf billigere Milch aus dem Ausland ausweichen. Denn einen wichtigen Teil in der Wertschöpfungskette habe die Tierärztin außer Acht gelassen: Der Verbraucher trage ebenso viel Verantwortung wie der Landwirt. Dazu sage sie nichts.

Höhere Leistungen zum Beispiel bei Kühen resultierten daraus, dass die Haltungsbedingungen immer mehr an die Bedürfnisse der Tiere angepasst würden. Man könne kein Tier zu Leistungen zwingen. Weiterhin lasse die Veterinärin im Unklaren, was sie unter Agrarindustrie versteht. „Sprechen wir schon bei zwei externen Mitarbeitern von einer Industrie? Knapp 90 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sind Einzelunternehmen. Außerdem stellt sie grundsätzlich die Gewinnabsichten der Landwirte infrage. Mit welcher Begründung soll die Landwirtschaft nicht exportieren dürfen?“

Die Landwirte bieten das Gespräch an und sprechen eine Einladung an die Veterinärmedizinerin aus. "Vielleicht wäre auch ein Blick in die Ställe hilfreich, um ihr Bild von der Landwirtschaft auf einen aktuelleren Stand zu bringen", betonen die Landwirte.

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