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Entwurzelte Bäume bleiben noch liegen

Wedemark Entwurzelte Bäume bleiben noch liegen

Wer in der Natur spazieren geht, sieht sie noch liegen: Sturm und Regen haben schon im Juni selbst dicke Bäume umgehauen. Dass die entwurzelten Riesen nicht längst zerlegt werden, hat vielerlei Gründe.

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Der Hochsitz ist beim Umfallen dieser mächtigen Eiche gerade so verschont geblieben.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Etwa zehn Bäume in einer Reihe fielen am Feldrand bei Negenborn. Die Eichen und Birken strecken den Spaziergängern weiterhin ihre mächtigen Wurzelballen entgegen. Zwei größere und zwei kleinere Bäume sind auf Adolf Schnuers Wiese in der Negenborner Feldmark gefallen – sein Grundstück, seine Bäume, und jetzt ist seine Arbeit gefragt. „Zwei Bäume habe ich schon ausgeästet“, berichtet er. Auch die großen Eichen will der Rentner selbst zerlegen. „Ich hab ja auch einen Kamin.“

Seine Kamerunschafe stehen in diesem Jahr noch nicht auf dieser Wiese; Schnuer hat die Herde bislang in Brelingen untergebracht. Denn als Weide war die eingezäunte Grünfläche nicht mehr zu nutzen. Das Gras war zu hoch gewachsen und liegt längst flach; eine beauftragte Firma zum Mähen hatte den Schafhalter versetzt. So hat dieser, alles in allem, bei dem Baumumsturz noch Glück im Unglück gehabt. Na ja, der Zaun muss auch repariert werden.

Beseitigen oder beseitigen lassen – vor dieser Wahl stehen die betroffenen Eigentümer oder Pächter. „Eigentlich ist der Eigentümer zuständig, aber es gibt auch Pachtverträge, dass der Pächter bei Windbruch tätig werden muss“, erläutert Volker Lindwedel aus Elze. Miteinander reden helfe immer, rät der Bezirksvorsitzende des Landvolks Wedemark.

Wer eine Firma beauftragt, eine dickere Eiche zu entfernen, muss mit 1000 bis 1500 Euro Kosten rechnen - so Lindwedels Erfahrung. Und die Firma nehme das Holz noch mit. Dabei haben auch umgestürzte Bäume durchaus einen Preis, wenn der Eigentümer verkaufen will. „Eiche sucht doch eigentlich jeder“, hält der Landvolkvorsitzende fest.

Dass in den Wochen bis Mitte Juli die Bäume nicht entfernt wurden, lässt sich für ihn gut begründen. „Viele fassen vielleicht noch nichts an wegen der Brut- und Setzzeit, die bis 15. Juli einzuhalten war. Das ist auch super, dass man in dieser Zeit die Motorsägen liegenlässt“, betont der Landwirt. „Da machen auch die Firmen nichts.“ Selbstverständlich gelte das nicht, wenn die Verkehrssicherungspflicht umgehendes Eingreifen erfordere. Ein anderer Grund sei sicherlich, dass seither die Ernte auf Hochtouren läuft. Lindwedel selbst ist von früh an auch nur draußen auf dem Handy zu erreichen.

Landvolk unterstützt Mitglieder

Bei Aufräumarbeiten steht die Verkehrssicherheit im Fokus, bestätigt die Sprecherin für das Landvolk Niedersachsen, Gabi von der Brelie. Die Aufarbeitung von Sturmholz auf Privatgrundstücken obliege dann dem jeweiligen Eigentümer. Sofern Landeigentümer und Pächter betroffen sind, sollten diese das weitere Vorgehen untereinander regeln, so die Sprecherin. Sie gibt zu bedenken, dass aber in der Erntezeit, „zumal in einer witterungsbedingt schwierigen wie in diesem Jahr, diese Arbeiten sicherlich zurzeit nicht erste Priorität genießen."

Betroffene Landwirte können sich, sofern sie Mitglied sind, beim Landvolk-Kreisverband Hannover beraten lassen. Das gilt etwa für juristische Hilfe. Für finanzielle Hilfen müssten Versicherungen einspringen. Technische Hilfen zur Beseitigung entwurzelter Bäume müssten Betroffene selbst beauftragen, etwa über Maschinenringe, und dann selbst bezahlen.

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