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Lebenshilfe kämpft seit 45 Jahren für Inklusion

Wedemark Lebenshilfe kämpft seit 45 Jahren für Inklusion

Seit nun 45 Jahren setzt sich die Lebenshilfe Wedemark für die Interessen von behinderten Menschen ein. Doch statt sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen, wurde gleich damit weitergemacht. Mitglieder und Gäste hörten daher am Mittwoch im Kindergarten Domino einen Vortrag über Inklusion.

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Zum 45-jährigen Bestehen hatte die Lebenshilfe Wedemark einen Vortrag über Inklusion organisiert.

Quelle: Nils Oehlschläger

Mellendorf. Es sei kein Datum, das man besonders feiere, sagte Heiner Peterburs. Das 45-jährige Bestehen der Lebenshilfe Wedemark wolle der Vorsitzende der Lebenshilfe Wedemark daher lieber dafür nutzen, um auf die Situation von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen. Denn diese dürfe auch in Zeiten der Flüchtlingskrise nicht an Aufmerksamkeit verlieren – auch wenn beide Themen dicht beieinander lägen.

So fasste Peterburs die Bedeutung von Inklusion in einer zentralen Frage zusammen: „Wie können wir die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in allen Lebensbereichen ermöglichen?“ Um auch die Situation von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, sei ein ständiger Verbesserungsprozess nötig, so Peterburs.

Ausgegrenzt, weggesperrt, versteckt

Dabei erinnerte er auch an die Anfänge der Lebenshilfe im Jahr 1970. Zu dieser Zeit wäre Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit wenig Verständnis entgegengebracht worden. „Sie wurden oft ausgegrenzt, weggesperrt, versteckt und es war tabu, sich öffentlich zu zeigen“, sagte Peterburs.

Um diesen Zuständen entgegenzuwirken, habe der gemeinnützige Verein aus der Wedemark sich auf verschiedene Weise eingesetzt. Man habe versucht, Vorurteile abzubauen sowie Eltern und Kindern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, berichtete der Vorsitzende. Auch mit der Einrichtung der sonderpädagogischen Kindertagesstätte Domino in Mellendorf und der Beteiligung an der Gemeinnützigen Behindertengesellschaft Langenhagen (GBA) habe man dazu beigetragen.

Die richtige Schule und Bildung für alle

Anschließend hörten die über 20 Gäste noch einen Vortrag von Professorin Bettina Lindmeier von der Leibniz Universität Hannover zum Thema Inklusion. Diese machte sich dafür stark, dass sich Kinder mit Behinderungen auf der Suche nach einer Schule nicht an das dort vorherrschende System anpassen müssten, sondern eher umgekehrt die Schule an das Kind.

Auch gab sie den Zuhörern mit auf den Weg, sich mehr in junge Eltern hineinzuversetzen und deren Bedürfnisse zu erfragen. Zudem müssten viele Dinge, die als selbstverständlich angesehen würden, auf den Prüfstand gestellt werden, sagte Lindmeier – beispielsweise bürokratisch formulierte Anträge oder Formulare. Wie die Professorin abschließend anmerkte, dürfe Bildung als elementarer Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe Menschen jeglicher geistiger oder körperlicher Verfassung nicht vorenthalten werden.

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Von Nils Oehlschläger

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