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Der Dorfladen schließt – aber nur für 4 Wochen

Wedemark Der Dorfladen schließt – aber nur für 4 Wochen

Nach diesem Abschied am Sonnabend könnte Monika Kärgel einen Blumenladen eröffnen: Sie hat nach 33 Jahren ihr Lebensmittelgeschäft in Bissendorf-Wietze auf- und weitergegeben. Hunderte Dorfbewohner dankten ihr mit Umarmungen, vielen guten Worten und kleinen Geschenken.

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Auch der bekannte Autor Uli Stein ist in Bissendorf-Wietze schon 20 Jahre Stammkunde im Lebensmittelladen von Monika Kärgel.

Quelle: Kallenbach

Bissendorf-Wietze. Es ist kein Geheimnis, dass sich in der Waldsiedlung auch viel Prominenz wohlfühlt. Von Klaus Meine kommt ein großer Blumenstrauß an, Uli Stein bringt persönlich ein Buch vorbei. „Eine Katastrophe“, meint er, der seit 20 Jahren Stammkunde in dem kleinen Laden ist, dem einzigen im Dorf. Während Monika Kärgel noch versucht, ihm die frisch gewonnene Nachfolgerin als „auch nett“ ans Herz zu legen, die kurze, schmerzliche Abfuhr: „Ist nicht das Gleiche“.

Tatsächlich hat die Ladeninhaberin - in dritter Generation dort - sich für einen Kundenstamm eingesetzt und abgearbeitet, der es ihr mit Treue vergalt - und nun mit einem kleinen Dorffest vor der Ladentür. „Sie können mich ruhig in den Arm nehmen, ich beiße nicht“, sagt sie auch zu den Besuchern, die sie nicht täglich im Laden gesehen hat. „Ihre Sprüche werden uns fehlen“, stellen die Umarmten fest.

Die Kasse ist am Sonnabend um 10 Uhr abgeschlossen, die Feier geht weiter. Denn Monika Kärgel trennt sich wohl schweren Herzens, ist aber zugleich unglaublich erleichtert: Am Abend zuvor um 20 Uhr hat sie den Vertrag mit ihrer Nachfolgerin im Geschäft unterschrieben. Stefanie Schneider aus Elze, gelerrnte Einzelhandelskauffrau, traut sich damit in die Selbständigkeit. Sie wird den Warenbestand übernehmen und am 1. November das Geschäft wieder eröffnen, das 1954 von Monika Kärgels Großmutter gegründet, 1966 vom Vater übernommen und seit 1984 von ihr weitergeführt wurde. Die drei Söhne sind, wie sie erzählt, in andere Branchen gegangen.

Mindestens zwei Drittel der Kunden stammen aus dem Ort, etwa ein Drittel sind Handwerker, die sich auf dem Wege schnell mit Kaffee und Frühstück versorgen. „Ich habe immer auch Brötchen und Mett für Firmenkunden bereitgehalten“, sagt die Geschäftsfrau, die auch sonntags morgens Anlaufstelle für die Bissendorf-Wietzer war.

Die frischen Brötchen sonntags sollen bleiben, versichert die Nachfolgerin, die den Laden anmietet. Einen modernen Kaffeeautomaten will sie dazu anschaffen. Was auf sie zukommt? „Nur Positives. Ich will dies hier erhalten im Dorf und das Andenken an Frau Kärgel weiterführen“, nimmt sich Stefanie Schneider vor. Die Öffnungszeiten will sie beibehalten, ebenso den Lieferservice. Ansonsten will sie „sehen, was die Kunden möchten“.

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