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Der Streber wird auf den Friedhof geschickt

Wedemark Der Streber wird auf den Friedhof geschickt

Dass für sie heute der rote Teppich ausgerollt und ihnen vielleicht einer der ersten Preise überreicht wird, dafür hat sich ganz viel Arbeit gelohnt: Berthold-Otto-Schüler aus Mellendorf gehören zu den Nominierten bei der Preisverleihung in einem Kurzfilmwettbewerb im Astor Kino in Hannover.

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Mellendorf. Insgesamt fast 90 Filme wurden eingesandt, wissen die Schüler über das Ausmaß ihrer Konkurrenz. Anders und mutig zu sein – dem Thema hatte die achtköpfige Foto- und Film-AG der Förderschule Lernen zu folgen; Lehrer Christian Rother hat sie unterstützt. Der Mellendorfer Friedhof grenzt an das Außengelände der Schule – eine Aufforderung zum Gruseln, eine Steilvorlage für ein Drehbuch?

 „Wir haben Ideen gesammelt und Dialoge geschrieben, und der Lehrer hat es zusammengebaut“, erzählen die Teilnehmer. Jede Woche wurde eine Schulstunde lang geprobt im Klassenzimmer. Seit den Herbstferien im Vorjahr geht das so für den geforderten Fünf-Minuten-Streifen, der auch Medienkompetenz unter Beweis stellen soll.

Die Geschichte, die herausgekommen ist, stellt einen Streber in der Klasse vor eine klassische Mutprobe. Er soll nachts über den Friedhof gehen. Zwei andere Schüler wollen ihn dabei erschrecken. Die Omi des Strebers kommt noch ins Spiel, die weinend am Grab ihres Mannes steht. Angst bekommen nun die Mitschüler: Sie meinen, ein Gespenst heulen zu hören, und laufen entsetzt weg.

Ein Friedhof darf nun – das ist die Realität – nicht für solche Filmspielereien genutzt werden. „Wir haben hier vor dem Tor gedreht“, berichtet der Lehrer. Auch die Nacht im Film, gibt er gern zu, hat er im Computer hergestellt durch Bearbeitung der Tageslicht-Sequenzen.

Großes Kino scheint den Schülern immerhin gesichert im Astor Grand Cinema in der Nikolaistraße. „Voll gut, mit Liegesitzen“, weiß Dennis. Er freut sich mit seinen Mitschülern aber nicht nur, wenn sie gewinnen. „Ich möchte auch gern die anderen Filme sehen“, sagt Dennis - die anderen Geschichten über Mut.

Für Inklusion, gegen Ausgrenzung – so ist der diesjährige Kurzfilmwettbewerb zur Inklusion mit Filmworkshops für Schüler in Niedersachsen überschrieben. Das Thema: Ganz schön anders, ganz schön mutig. An dem landesweiten Wettbewerb konnten sich alle Schüler aus den 9. und 10. Klassen sowie Schüler aus den 8. bis 10. Klassen der Förderschulen in Niedersachsen beteiligen. Ziel ist es, dass Jugendliche Themen, die sie beschäftigen, mit Mitteln des Films bearbeiten und anderen erzählen können. Das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern, ist dabei Schwerpunkt. Zu gewinnen ist eine Reise nach Berlin mit Besuch der Filmstudios Babelsberg. Die ersten zehn Filme werden anschließend im Kino, im Regionalfernsehen und im Internet gezeigt.

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