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Mit Kinderschutzbund sicher im Wasser

Mellendorf Mit Kinderschutzbund sicher im Wasser

Immer weniger Kinder lernen Schwimmen. Der Kinderschutzbund Wedemark finanziert deshalb für solche Kinder Schwimmunterricht, deren Eltern es ihnen nicht selbst beibringen können und kaum das Geld für Kurse haben.

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Sportlehrerin Margrit Anders bringt Kindern im Auftrag des Kinderschutzbundes spielerisch das Schwimmen bei.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Schwimmlehrerin Margrit Anders vom Mellendorfer Spaßbad geht es spielerisch an. Alle Kinder eines Kurses begrüßen sich ähnlich wie in einem Stuhlkreis, und machen sich mit einigen Übungen warm. Dann gehts ins Wasser - zunächst zum Spielen ins flache, dann zum Lernen ins tiefe Becken.

25 Kindern aus der Gemeinde ermöglicht der Kinderschutzbund Wedemark in diesem Sommer die Teilnahme an einem Schwimmkurs. Zwei Kurse mit je acht Kindern laufen über zwei Wochen, täglich wird geübt. „Kurzfristig haben wir dann sogar noch eine dritte Gruppe montags eingerichtet, weil wir gefragt wurden und dank Spenden das Geld hatten“, berichtet Eva Krohm, die sich ehrenamtlich vielfältig im Kinderschutzbund engagiert. Pro Kind zahlt der Verein rund 100 Euro für den Schwimmkurs. Die Jüngsten sind mit sechs Jahren kaum in der Schule, die Ältesten mit 14 schon Teenies. Einige wiederholen den Kurs, weil sie im vergangenen Jahr nicht sicher genug wurden. „Wir bleiben da am Ball, wer es nicht schafft, ist für den nächsten Kursus automatisch gesetzt“, sagt Krohm.

„Unser Engagement ist nötig, weil Schwimmenlernen in den Grundschulen nicht mehr gelehrt wird“, berichtet Krohm, die in der Grundschule Mellendorf als pädagogische Mitarbeiterin aktiv ist. „Wenn sie das bis zu einem bestimmten Alter nicht können, verbleibt es meist ganz - oft auch aus Scham. Manchmal können auch die Eltern selbst nicht schwimmen und übertragen ihre Angst vor dem Wasser.“ Damit dies nicht zur tödlichen Gefahr wird, springt der Kinderschutzbund ein, wo Familien finanziell überfordert sind.

Viele Schwimmschüler hat der Kinderschutzbund auch bei anderer Gelegenheit unter seinen Fittichen, zum Beispiel bei der Hausaufgabenbetreuung, in Deutschkursen und wenn er dafür sorgt, sie in Sportvereinen unterzubringen. „Der MTV hat viele super aufgenommen“, sagt Krohm dankbar. Der Focus des Kinderschutzbundes liege darauf, die Kinder zum Sport zu bringen. „Fußball läuft am besten“, sagt Krohm. Sie sorgt per Whatsapp unter anderem dafür, dass Termine eingehalten werden, „denn viele haben Zuhause kein Internet“, sagt sie. Manchmal chauffiert sie die Kinder auch selbst.

Da sie über die Grundschule und den Kinderschutzbund vielen bekannt ist, hat sie sich zu einer Art Verteilstation für vielerlei Angebote entwickelt. „Wir bekommen Kleidung und Möbel angeboten, Fahrräder und Helme. Allerdings können wir nichts lagern, manchmal muss ich auch mal Nein sagen. Wer gute Sachen beim Kinderschutzbund abgeben will, mailt an eva.krohm@gmx.de.

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