Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Moor: Es geht ums Geld

Wedemark Moor: Es geht ums Geld

Die Hannoversche Moorgeest soll renaturiert werden. Davon sind etwa 900 private Grundstückseigentümer betroffen. In einer Informationsveranstaltung will das Landesamt nun Preise für den Ankauf der Flächen nennen.

Voriger Artikel
Angebot der Mensa wird besser
Nächster Artikel
Anlieger: Straßenausbau noch einmal überdenken

Das Schwarze Moor in Heitlingen an der Grenze zur Wedemark.

Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Wedemark. Eine öffentliche Veranstaltung ist das nicht, aber interessierte Gäste würden auch nicht ausgeschlossen, heißt es auf Nachfrage beim Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser in Hildesheim. Die Behörde betreibt das Flurbereinigungsverfahren im EU-geförderten Projekt Hannoversche Moorgeest und hat mittlerweile die Preise für den Ankauf von Grundstücken innerhalb des Plangebiets ermittelt. Über die Bewertung will sie die Grundstückseigentümer nun in einer Versammlung informieren.

Einzelpreise werden nicht genannt, so viel ließ der Sachbearbeiter des Amtes, Karl-Ludwig Schulz, gestern vorab wissen. Aber es werde sicherlich eine Spanne zur Sprache kommen, innerhalb derer die Eigentümer von Moorgrundstücken kalkulieren könnten. Vor allem sollten an dem Abend das Verfahren und die Grundzüge der Wertermittlung vorgestellt werden, betont Schulz, nicht die Zahlen zu Grundstückswerten.

Ein Großteil des Projektvolumens von 11,4 Millionen Euro wird zum Ankauf von Flächen eingesetzt werden müssen. Neben den 900 privaten Grundeigentümern stehen auch zahlreiche Verbände, Kirchen und sonstige öffentliche Einrichtungen mit wenigstens einem Bein in den Mooren.

Ziel des Flurbereinigungsverfahrens ist es, mit den Eigentümern möglichst einvernehmliche Regelungen für die künftigen Eigentumsstrukturen zu finden. Dabei ist es den Eigentümer freigestellt, Flächen zu verkaufen, auch zu tauschen oder etwa Moorpflegearbeiten auf ihren Flächen per Vertrag zu gestatten. Um dies alles transparent auf den Weg bringen zu können, muss die Behörde vorab akribisch die Werte für die Flächen ermitteln. Dieses Verfahren steht vor dem Abschluss.

Ob die Eigentümer ihre Flächen tauschen oder verkaufen wollen oder alternativ ihr Moorstück behalten und über Gestattungsverträge sich mit Naturschutzmaßnahmen einverstanden erklären, können sie jeweils einzeln ab September in sogenannten Planwunschgesprächen mit den Mitarbeitern des Landesamtes erörtern. „Dazu werden wir mit etlichen Leuten draußen in den Kommunen sein und Gespräche führen“, kündigte Schulz an. Erst Ende des Jahres 2016 sei diese Gesprächsphase voraussichtlich abzuschließen.

Wie die Gespräche zeitlich und personell organisiert werden und ablaufen, will Schulz im zweiten Teil des Abends darstellen. Zwei Flächeneigentümer hatten beim OVG Lüneburg gegen die Einleitung des Flurbereinigungsverfahrens geklagt, das nun seit zwei Jahren läuft. Eine Klage war abschlägig beschieden worden, die andere wurde zurückgezogen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sn9k2dfml0goc42dfd
Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll

Fotostrecke Wedemark: Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll