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Mooriz bietet auch Kunst an

Resse Mooriz bietet auch Kunst an

Im Moorinformationszentrum (Mooriz) leitet Renate Kolb (74) die Arbeitsgemeinschaft Kultur und gehört dem Vorstand des Vereins Bürger für Resse an. Wie Kultur im Dorf nachgefragt ist und wie ehrenamtliche Kulturarbeiter sie zuschneiden können, darüber haben wir mit ihr gesprochen.

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Für den Spenden-Frosch im Mooriz hat die Kultur-AG-Leiterin Renate Kolb doch gern ein nettes Wort parat.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. Sie haben gerade 985 Euro Spielplanförderung von der Region Hannover bekommen. War das Antragsverfahren kompliziert? Das interessiert auch andere Gruppen.

Wir haben das erstmals beantragt und vorab einen ganztägigen Workshop bei der Region genutzt. Da wurde alles erklärt. Zum Teil muss man sehr früh planen und einreichen - jetzt für die Saison Sommer/Herbst 2016/2017. Für Neulinge ist diese Terminbindung am schwierigsten, weil ja auch die Künstler angefragt werden müssen. Aber einmal begriffen und auf dem Gleis, läuft die Abstimmung mit der Region angenehm ab.

Und wie sieht es mit der Auszahlung aus?

Das ging fast im Handumdrehen. Schnelle Zusage und das Geld. Die Förderung macht die Hälfte des Honorars für die Künstler aus. Wobei das Geld, das wir jetzt bekommen, schon das Polster für die nächsten Veranstaltungen ist.

Kennen Sie „den“ Publikumsgeschmack in Resse, und richten Sie sich danach?

Wir beobachten, dass - unabhängig von unseren Angeboten - in Ferien und im terminüberlasteten September bei uns weniger los ist. Ansonsten wollen wir nicht speziell einen Resser Geschmack treffen, sondern auch Besucher aus der Wedemark, Langenhagen und Neustadt mit unserem Programm ansprechen.

Bei der Förderung ging es ja um darstellende Kunst ...

Dazu gehören für uns auch Pantomime, Kabarett und das Kleinkunstformat. In jedem Fall versuchen wir, ein positives Erlebnis zu vermitteln, unterhaltsam, geistreich, witzig. Vielleicht nehmen wir 2016 Literatur hinzu.

Gehen Ihnen mal die Ideen aus?

Wir haben in der Kultur-AG mehr Vorschläge, als wir realisieren können. Das Programm geht auf viele persönliche Hinweise, Beziehungen und Ideen unserer Mitglieder zurück. Wir müssen außerdem unsere räumlichen Bedingungen berücksichtigen: Im Mooriz könnten wir ein 46-Mann-Orchester nicht unterbringen. Aber es ist ein tolles Gebäude mit einer Superakustik.

Noch mal zum Publikumsgeschmack: Riskieren Sie auch was in der Kunst?

Wir hatten mal eine Ausstellung, da wurde gegen ein Künstlerbild protestiert. Man blieb aber dabei und ließ es hängen. Wir holen uns das Einverständnis im Vereinsvorstand.

Wie ist Ihr Publikum sortiert? Die Resser könnten ja das Mooriz zu Fuß erreichen.

Aus dem Ort kommen regelmäßig die, die am Bürgerverein und am Mooriz schon interessiert sind, auch an den fachlichen Vorträgen zu Moor und Naturschutz. Wenn möglich, koordinieren wir das; wir haben aber auch die Freiheit, in Kunst einzusteigen. Für mich gehören die Fachvorträge genauso dazu wie die darstellende Kunst. Wir wollen das Mooriz nicht zu einer Kulturstätte par excellence ausbauen.

Wen würden Sie gern noch interessieren für Ihre Angebote und auch für die aktive Arbeit?

Wir arbeiten auch mit Schule und Vereinen zusammen. Aber ob wir an jungen Familien und Eltern vorbei werben, würden wir gern wissen. Es ist eine enorme Leistung, während der Berufs- und Kinderzeit noch ehrenamtlich zu arbeiten; da fehlt dann einfach die Kraft. Deshalb überlegen wir uns, genau diesen Jüngeren in Verantwortung auch mal einen netten Abend zu liefern. Es täte mir persönlich sehr leid, wenn wir an ihrem Geschmack vorbeigingen.

Was klappt am besten in der Werbung?

Die Veröffentlichungen in der Zeitung und die persönliche Ansprache von Freunden, Bekannten und Nachbarn.

Tausende Stunden im Ehrenamt

Der gemeinnützige Verein Bürger für Resse (BfR) betreibt das Moorinformationszentrum (Mooriz), übernimmt die Verantwortung für alle Veranstaltungen und schließt alle Verträge, auch im kulturellen Bereich. Aber der Verein ist kein Anonymus, sondern schafft nur, was die vielen Ehrenamtlichen mit ihren persönlichen Kräften in Tausenden Arbeitsstunden leisten. Der übergeordnete Arbeitskreis Moor überlässt mehreren Untergruppen die Einzelthemen wie Ausstellungsbetreuung und Gästeführungen, Sponsoring, Kinder und Jugend oder Bewirtung. Dazu zählt auch die Arbeitsgemeinschaft Kultur mit etwa sieben Aktiven. Die Aufgaben bringen ständige Überschneidungen zwischen den Gruppen mit sich und erfordern laufende Terminabstimmungen, Absprachen und Entscheidungen: Aufsicht im Mooriz, Gremiensitzungen, Protokolle, Dokumentation, Verhandlungen mit allen Organisationen, Gruppen, Vereinen, Besuchergruppen, Vor- und Nachbereitungsstunden, Einkäufe und Bewirtung, Vorbereitung von Informationen der Mitglieder, Plakate, auch Vereinsnachrichten und Einladungen erstellen und austragen. Insgesamt sind Dokumentation und Verwaltungsarbeit aufwendig geworden; seit Januar 2014 erfasst der Verein die ehrenamtlich geleistete Arbeit. Die Geschäfts- und Koordinationsstelle des BfR im Mooriz wird von der Gemeinde mitfinanziert, um die Öffnungszeit von 30 Stunden pro Woche sicherzustellen.

Von Ursula Kallenbach

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