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Eulen und Fledermäuse teilen sich einen Turm

Wedemark Eulen und Fledermäuse teilen sich einen Turm

Eine Herberge für Eulen und Fledermäuse haben Naturschützer des Nabu Wedemark jetzt im ehemaligen Trafoturm mitten in Negenborn eingerichtet – ein Domizil in zwei Stockwerken. Experten sind über die Kombination nicht einig.

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Stundenlang am Bau: Wolf-Peter Stiegler (von links), Detlef Schwertmann und Hans Thiel – die Arbeitskollegen machen gerade Mittagspause im Kleinbus.

Quelle: Kallenbach

Negenborn. Zweistöckig: Unten finden die Fledermäuse ihren vorbereiteten Schlafplatz vor, ein Stockwerk höher die Eulen eine eigene Kammer – jeweils mit unterschiedlichen Einfluglöchern. Fast einen ganzen Tag haben sechs ehrenamtliche Helfer Rauspund abgemessen, zugesägt und eingebaut. Fledermäuse und Eulen unter einem Dach? Die Ehrenamtlichen im Nabu Wedemark haben Experten befragt und sind überzeugt: Dies werden die Tiere selbst regeln. „Die Natur wird uns zeigen, was angenommen wird“, sagt Projektleiter Detlef Schwertmann.

Den stabilen Zwischenboden im Negenborner Turm, der dem Nabu nach Aufhebung dieser Stromumleitungsstation von der Gemeinde überlassen wurde, hatten die Nabu-Aktiven bereits im Sommer 2015 eingezogen. „Wir müssen einfach den oberen Teil auch begehen können“, verdeutlicht der Projektleiter. Und hoch geht es die Leiter: Oben werden Eulen einfliegen können. Ein kleiner, abgeschlossener Raum ist geschaffen, Sitzstangen werden eingerichtet. „Hier können die Eulen ihre Jungen aufziehen. Der Nachwuchs hat auch gleich Platz genug für erste Flugversuche“, erläutert Heinz Linne. Der Boden des Eulenzimmers wird mit Sägespänen ausgestreut.

Für das Fledermausquartier unten haben die Nabu-Helfer ein Einflugloch in die Außenmauer gestemmt und einen hölzernen Kasten mit Brettern an die Decke gehängt. Kopfunter werden dort die Fledermäuse hängen, wenn sie – die Nachtaktiven - tagsüber in Ruheposition gehen.

Der Turm ist als Sommerquartier eingerichtet; das alte Gebäude ist nicht gedämmt. Gedacht ist aber an Sommergäste aus Kindergärten und Schulen. „Wir bauen Beobachtungsklappen ein“, kündigen die Nabu-Helfer an. Sie werden sich mit tatkräftiger Unterstützung aus dem Ort auch weiter um die Pflege des Eulen- und Fledermausturms kümmern.

Experten uneins: Jäger und Gejagte unter einem Dach?

Naturschutz-Experten äußern sich unterschiedlich. Tatsächlich stehen Fledermäuse auf der Speisekarte der Eulen – beide sind sie dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Wird die Schleiereule angesiedelt, so geben Fledermäuse oft das Quartier auf - sagt, anders als der örtliche Nabu, seine Bundesorganisation in Veröffentlichungen. Selbst wenn die Eule auf einen Kasten im Turm begrenzt bleibe, reiche ihre Anwesenheit meist aus, Fledermauskolonien zum Verlassen dieser Heimstätte zu bewegen. Häufig, so die obersten Naturschützer im Nabu, spezialisieren sich die Eulen auch auf das Abfangen frei hängender Fledermäuse oder aus dem Quartier ausfliegender Tiere. Gerade aber die stark bedrohten Großen Mausohren und Grauen Langohren fänden heute ihre letzten Rückzugsgebiete in geräumigen und weitgehend störungsfreien Dachstühlen und Türmen. Dabei bezieht sich der Nabu besonders auf Kirchtürme. Das Überleben der Fledermäuse hänge entscheidend vom Vorhandensein solcher Quartiere ab.

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Fotostrecke Wedemark: Eulen und Fledermäuse teilen sich einen Turm

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