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Nils röhrt wie ein echter Hirsch

Wedemark Nils röhrt wie ein echter Hirsch

Nils Aßmus aus Abbensen kann mit einer ausziehbaren Röhre, einem sogenannten Eifel-Hirschruf, und etwas Körpereinsatz die Rufe von Hirschen nachahmen. Für die ganze Republik sichtbar wird sein Können, wenn er am Sonnabend ab 20.15 Uhr in der TV-Sendung „Frag doch mal die Maus“ zu sehen sein wird.

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Nils Aßmus zeigt, wie der Eifel-Hirschruf funktioniert. 

Quelle: Roman Rose

Abbensen. Ungewöhnlich ist auch, dass Nils erst 13 Jahre alt ist und sogar schon als Jüngster an deutschen Meisterschaften im Hirschrufen teilgenommen hat. Seine Geschichte als Hirschrufer begann, als seine Eltern Heike und Ingo Aßmus als angehende Jäger ihn im September 2014 mit zu einem Brunftplatz nahmen. Dort führte der Wedemärker Berufsjäger Immo Ortlepp den Hirschruf vor. Nils war begeistert. „Man kann sich ja sozusagen mit Hirschen unterhalten“, sagt er.

Er lernte die Technik, bekam einen Hirschruf aus Bakelit zu Weihnachten geschenkt und produzierte fortan Geräusche, die für Hirsche sicher Musik, für Menschen dagegen eher gewöhnungsbedürftig sind. „Der Ton muss aus dem Bauch kommen, an den Stimmbändern vorbei“, hat er gelernt. Doch das ist erst der erste Teil der Geschichte.

Da Nils gleichzeitig die Sendung „Frag doch mal die Maus“ toll findet und sich sehr für Technik interessiert, wollte er schon lange gern mal beim Fernsehen hinter die Kulissen schauen. „Ich wollte einfach wissen, wie das alles geht“, sagt er. Also überlegte er sich, dass er mit seinem Hirschrufen etwas Besonderes kann und die Fernsehleute immer sogenannte Könner-Kinder für die Sendung brauchen. Kurzum bewarb er sich, wurde gecastet und durfte schließlich als Könner-Kind nach Köln reisen, wo die Sendung aufgezeichnet wurde.

Seine Schulkameraden am Mellendorfer Gymnasium bekamen nur mit, dass er am letzten Schultag vor den Osterferien fehlte. Nils war in Begleitung von Opa und Oma Uwe und Inge Willeke aus Mellendorf und Oma Melanie Fischer aus Bissendorf an den Rhein gereist. Seine Eltern konnten nicht mitkommen, sie hatten ausgerechnet am Tag der TV-Aufzeichnung ihre Jägerprüfung.

In der Sendung wird Nils sein Können ganz ernsthaft vorführen. Doch dann kommt der Eifel-Hirschruf auch noch auf lustige Weise zu Ehren. Denn Prominente werden versuchen, bekannte Lieder auf dem tierischen Instrument zu „röhren“.

Für den aufgeweckten Gymnasiasten war der zweitägige TV-Trip sehr spannend. „Man muss immer schnell sein, wenn man dran ist, und zwischendurch viel warten“, beschreibt er die Abläufe. Natürlich hat er überall ganz genau hingeschaut. „Ich war überrascht, wie klein das Studio eigentlich ist und wie viele Kabel dort herumliegen. Und es ist übrigens ganz schön dreckig an den Stellen, wo die Kamera nicht hinsieht“, hat er festgestellt. Und wie war es vor der Kamera? „Ich war ein bisschen aufgeregt, aber ich hab dann so getan, als ob die Kamera gar nicht da ist“, erzählt er.

Nils könnte sich vorstellen, später selbst Tierfilmer zu werden oder Tierfotograf. Fotografieren ist schon heute eines seiner Hobbys. Vielleicht wird er aber auch Naturwissenschaftler, dann wahrscheinlich am ehesten Physiker. Denn Physik macht ihm Spaß. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit. Erst einmal spielt er in seiner freien Zeit weiterhin Trompete und sammelt Briefmarken, wenn er nicht gerade Hirschrufen übt oder Modellflugzeuge fliegen lässt.

Demnächst probiert er noch etwas Neues aus. Er bringt die Themen Tiere und Fliegen zusammen, wenn er als Jung-Imker mit besonderem Anspruch antritt: „Ich bekomme im Frühsommer ein Volk in einem besonderen Bienenstock. Da bauen die Bienen innen alles selbst. Und man nimmt ihnen dann nicht allen Honig weg, sondern immer nur den Überschuss.“

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