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Noch wichtige Fragen offen zum Absturz in Elze

Elze Noch wichtige Fragen offen zum Absturz in Elze

Am Tag nach dem Absturz eines Ultraleichtflugzeugs in Elze nahe der Autobahn sind noch wichtige Fragen offen. An der Absturzstelle hoffen Journalisten mit und ohne Kamerateams im Schlepptau, von Experten für Flugunfalluntersuchungen Antworten zu bekommen.

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Ingolf Masemann von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen ist ein gefragter Interviewpartner.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Die Szenerie am Morgen nach dem für die zwei Insassen tödlichen Absturz eines Ultraleichtflugzeugs in Elze ist fast die selbe wie am Unfalltag – nur ohne Feuerwehrpräsenz. Auf einem Acker nahe der Wasserwerkstraße kurz vor der Brücke über die Autobahn liegt noch immer das ausgebrannte und stark zerstörte Wrack des Flugzeugs. An dem Feldweg, den sonst nur Gassigeher, vielleicht mal Wanderer und hauptsächlich Landwirte benutzen, parken erneut links und rechts zahlreiche Fahrzeuge. Einige sind von Medienleuten, einige von der Polizei, einige von Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in Braunschweig (BFU), weitere von Stromnetzbetreiber Tennet und wieder andere vom Energiekonzern Avacon, der sich mit Tennet die Hochspannungsmasten teilt, die sich an dieser Stelle quer durch die Gemarkung ziehen.

In eines dieser Kabel, eine 110 Kilovolt-Leitung der Avacon, war am Vortag kurz vor 18 Uhr das Flugzeug vom Typ Next-Aircraft MD 3 Rider MK2 hineingeflogen, hatte Feuer gefangen und war brennend zu Boden gestürzt. Für die Insassen, einen 50- und einen 74-Jährigen, kam jede Hilfe zu spät. Mittlerweile ist auch bekannt, dass die kleine Maschine in Hannover gestartet war. Sie darf flugfertig inklusive Insassen nicht mehr als 450 Kilogramm wiegen.

Allerdings sind auch wichtige Fragen noch offen. Warum flogen der Flugschüler und sein Fluglehrer so niedrig? Warum ging die Maschine in Flammen auf? Was verschlug die beiden Männer in dieses Gebiet, dass aufgrund der Stromleitungen und der zahlreichen Windräder extrem gefährlich für Tiefflieger ist?
Weil die Medienleute Antworten auf diese Fragen haben möchten, ist Ingolf Masemann von der BFU aus Braunschweig an diesem windigen Vormittag ein gefragter Interviewpartner. Kamerateam nach Kamerateam stellt ihn mal so mal anders in großem Abstand zur Absturzstelle auf, hält ihm die geräuschmindernden Puschelmikrofone hin. Näher ran als auf den Feldweg darf noch niemand. Die Ermittler wollen nicht, dass irgendwelche Hinweise auf den Hergang zerstört werden.

Masemann berichtet geduldig, was er weiß und was derzeit möglich erscheint. Wie hoch die Stelle über dem Boden ist, an der die Maschine in eines der Stromkabel krachte, ist schwer zu schätzen. „Das Flugzeug flog auf jeden Fall unterhalb der Mindestflughöhe“, stellt Masemann ein ums andere Mal fest. Die liegt nach seinen Worten hier bei 150 Metern. Er nimmt an, dass die Piloten nicht freiwillig so tief waren, sondern ein Problem hatten. Was das war, wollen die Fachleute der BFU erst noch herausfinden.

Warum das Fluggerät Feuer fing, erklärt Masemann so: „Bei 110 Kilovolt genügt es, nahe an der Stromleitung zu sein, damit ein Lichtbogen entsteht, der ausreicht, das Flugzeug zu entzünden. Man muss sie nicht einmal berühren.“ Ob ein Lichtbogen dann die Treibladung im Flugzeug explodieren ließ, die eigentlich dazu da ist, im Notfall einen Fallschirm für das gesamte Flugzeug hinauszukatapultieren, weiß derzeit noch niemand. Oder war es der Tank, der zuerst Feuer fing? Das ist zu diesem Zeitpunkt alles Spekulation. Das Wetter am Unfalltag – kühl, windig, gute Sicht – sieht Masemann eher nicht als Ursache. Wann und ob die Braunschweiger der Ursache auf den Grund kommen, ist offen.

Unterdessen steigen schon Avacon-Techniker auf die Masten, bereiten den Austausch des vom Flugzeug beschädigten Kabelteils vor. Es wird nur ein kurzer Strang herausgeschnitten und ersetzt.

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