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Nur Profis fangen Hunde ein

Abbensen Nur Profis fangen Hunde ein

Wer etwa ausgebüxte Hunde oder Katzen mit einer Falle wieder einfangen will, braucht dafür eine Lizenz. Darauf weist Berufsjäger Immo Ortlepp hin.

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So groß sollten Hunde-
Lebendfallen schon ausgelegt
ein, zeigt
Immo Ortlepp.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. Edu, der entlaufene spanische Tierschutzhund ist inzwischen von einem professionellen Tiersicherer mithilfe eines Betäubungsgewehres wieder in die menschliche Obhut gebracht worden. Auch andere Hundehalter wissen, dass sie in solche Situationen kommen können: Der Hund macht sich los und verschwindet vielleicht im Wald. Das wirft Fragen auf – werden zum Beispiel Jäger einen streunenden Hund erschießen? Und wer darf wo welche Fallen stellen?

Stundenlang werden Herrchen und Frauchen erst einmal selbst suchen, herumfragen, dann Zettel aufhängen: „Entlaufen“, oft auch für Katzen, die sich nicht wieder einfinden. Dann kommen oft Tierschutzvereine ins Spiel, die Erfahrungen mit Lebendfallen haben; so fangen sie beispielsweise herrenlose Katzen ein, um sie kastrieren zu lassen und auf Pflegeplätze zu bringen. Auch Hunde würden heute grundsätzlich mit Lebendfallen wieder in Sicherheit gebracht, erläutert Berufsjäger Immo Ortlepp, auf Nachfrage.

Welche hohen Anforderungen aber an die Fallen zu stellen sind, zeigt der Leiter des Jagd- und Hegekonvents Wedemark, an seinen Eigenbauten, die er auf Anfragen auch zum Einsatz bringt. Die Hundefangkörbe sind um ein Vielfaches größer ausgelegt als normale Hundetransportboxen und aus Edelstahl gefertigt. Zum Einfangen wird die Falltür mit Gegengewicht scharf gestellt. Das mit ausgelegtem Futter in den Fangkasten hineingelockte Tier löst den Mechanismus selbst aus, Die Tür fällt herunter – gefangen.

Fallenstellen im Revier, also in der Natur ist Ortlepp zufolge grundsätzlich Jagdausübung. „Das darf nur einer, der ein jagdliches Fangseminar absolviert hat, sonst ist es Wilderei“, betont der Berufsjäger. So dürfe eine Lebendfalle auch nur aufgestellt werden, wenn der verantwortliche Jagdpächter vor Ort gefragt wurde. Denn: Es handele sich eben um Jagdausübung. „Eine Falle aufstellen und weggehen – das geht gar nicht. Es kann ja auch ein Wildtier hineingeraten“, ergänzt Ortlepp.

Auch Tierschützern bietet der Jäger seine Kompetenz mit Einfangkörben gern an, ebenso Beratung in den rechtlichen Voraussetzungen. „Ich bin noch nicht gefragt worden“, sagt er. Vermutlich sei nicht bekannt, dass er auch über solche Lebendfallen verfüge. Über die Rolle von Jägern im Falle streunender Hunde trifft der Berufsjäger eine klare Aussage: „Heute schießt kein Jäger mehr einen Hund“. Die rechtliche Lage sei gesichert. „Der Hundebesitzer kriegt immer Recht“.

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