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Bürgerbefragung soll Klarheit bringen

Wedemark Bürgerbefragung soll Klarheit bringen

Auf heftige Bedenken und viele Anregungen stoßen weiterhin vier von der Gemeinde Wedemark für die Waldsiedlung Bissendorf-Wietze vorgelegte Bebauungspläne. Eine Bürgerbefragung soll nun die Weichen stellen. In etwa vier Wochen werden alle Seiten das Ergebnis kennen und Konsequenzen ziehen.

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Der Ortsrat Bissendorf-Wietze besteht auf einer Bürgerbefragung.

Quelle: Ursula Kallenbach

Bissendorf-Wietze. Der Ortsrat hat die Bürgerbefragung bei der Gemeinde in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung beantragt und den Fragenkatalog im genauen Wortlaut selbst vorgegeben. Als Ziel der Befragung nennt Ortsbürgermeister Daniel Leide, die Bebauungspläne entweder weiterzuführen oder zu stoppen und die Pläne in wesentlichen Punkten zu ändern. Die Kommunalpolitiker möchten den Bissendorf-Wietzern zwei Wochen zur Beantwortung eingeräumt wissen; sie erwarten die Auswertung und Bekanntgabe der Ergebnisse von der Gemeindeverwaltung vor den Sommerferien.

Die Verwaltung bereitet das Verfahren jetzt vor. „Festzulegen ist das Prozedere: Wer wird angeschrieben, wie lange sollen die Befragten Zeit haben, zu antworten, wo sollen die Fragebögen abgegeben werden und so weiter“, erläuterte Gemeindesprecher Hinrich Burmeister am Donnerstag. Dies alles werde man mit dem Ortsbürgermeister abklären. „Wir rechnen mit Ergebnissen in vier Wochen.“

Gegenüber der Entstehungsgeschichte der Bebauungspläne über mehrere Jahre sind diese vier Wochen letztendlich  nur eine "Sekunde". Doch eine entscheidende, denn der Widerstand vor allem zahlreicher Grundstückseigentümer gegen eine Überplanung ist gravierend. Sie wollen ihre Eigentumsrechte bei der Gestaltung und Bebauung ihrer Grundstücke gewahrt wissen und wehren sich gegen Eingriffe, die sie als obrigkeitsstaatlich und willkürlich kritisieren. Zum Sprecher für die massive Kritik hat sich vor allem die BfW gemacht, Bürger für die Wietze. Sie stellt ein Mitglied im Ortsrat, hat aber als politische Gruppe außerhalb des Ortsrats schon mehrfach öffentlich Alarm geschlagen.

Die Fragen, die der Ortsrat formuliert hat, führen die strittigen Festlegungen auf; die Bewohner können dazu mit mit Ja oder Nein antworten. Hintergrund der Überplanung aus Sicht der Gemeinde ist es, die Erschließungsstrukturen über Wege und Straßen zu verbessern und den typischen Charakter der Siedlung mit großen, baumbestandenen Grundstücken weitgehend zu erhalten.

Und diese Fragen kommen den Bewohnern ins Haus:

1) Wohnen Sie in einem der vier Plangebiete Ahornweg, Fichtenweg, Landwehrwiesen; Östlich Natelsheideweg, Burgwedeler Straße bis Heidelbeerweg; Hagebuttengang bis Am Dornbusch oder Am Wietzestrand, Bussardweg?

2) In der Bebauungsplanung soll festgelegt werden, dass 40 Prozent der Grundstücksflächen mit Bäumen und Sträuchern vom Eigentümer zu bepflanzen und zu erhalten sind. Stimmen Sie dieser Festlegung zu?

3) In der Bebauungsplanung sollen auf 189 von 228 Grundstücken 5,0 bis 10,0 Meter breite Pflanzstreifen festgesetzt werden. Die Pflanzstreifen sollen vom Eigentümer mit Bäumen, Sträuchern und Kräutern bepflanzt und unterhalten werden und sind nicht bebaubar.

4) In der Bebauungsplanung, Gestaltungssatzung soll festgelegt werden, dass nur noch Maschendrahtzäune errichtet werden dürfen. Ausgenommen sind Hecken oder Krautvegetationsflächen. Alle anderen Grundstückseinfriedungen sollen nicht mehr erlaubt sein.

5) In der Bebauungsplanung wird die flächenmäßige Bebaubarkeit der Grundstücke über Grundflächenzahlen vorgeschrieben. Die erlaubte Bebaubarkeit liegt zwischen 11 und 2 Prozent, von Grundstück zu Grundstück unterschiedlich. Die festgesetzten minimalen Grundstücksgrößen variieren im selben Planungsgebiet zwischen 1200 und 1800 Quadratmetern. Sind Sie für eine Korrektur und gerechtere Festsetzung der Grundstücksgrößen sowie der prozentualen Bebaubarkeit?

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