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Privater Wohnraum ist endlich

Wedemark Privater Wohnraum ist endlich

Die Vorsorge für weitere Flüchtlinge, die der Wedemark zugewiesen werden, beschäftigt die Gemeinde. Für den Haushalt 2016 soll Geld eingesetzt werden, um zentrale Flüchtlingsunterkünfte zu errichten. Für die auch notwendige Sozialarbeit sind Lösungen in Sicht.

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Im Rat verfolgt der gesamte achte IGS-Jahrgang die Sitzung.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. Die neuen Flüchtlingszahlen, die Bürgermeister Helge Zychlinski am Montagabend in der Sitzung des Gemeinderates nannte, sind noch nicht die letzten. „Es kann auch unvorhergesehene Ereignisse geben, sodass wir notfallmäßig reagieren müssen“, sagte er. Zusätzlich zu der Aufnahmequote von 112 Menschen, die im Sommer neu in der Wedemark untergebracht wurden, sollen bis Ende des Jahres 2015 zusätzlich 206 Flüchtlinge ankommen - eine gesicherte Zahl, wie Zychlinski betonte. Mit weiteren unangekündigten sei zu rechnen.

Bisher sind alle Flüchtlinge in von der Gemeinde angemieteten Wohnungen und Häusern untergebracht worden. „Aber wir merken, dass der private Wohnraum in der Wedemark endlich ist“, verdeutlichte der Bürgermeister. Zumal: Es sei auch mit mehr Bedarf für alleinstehende Flüchtlinge zu rechnen. „Wir möchten nicht öffentliche Einrichtungen in Anspruch nehmen, aber es ist nicht auszuschließen“, stellte Zychlinski in Aussicht.

In der Verwaltung ist eine Arbeitsgruppe dazu eingerichtet. Außerdem läuft zurzeit das Auswahlverfahren unter mehreren Bewerbern für die Stelle eines Sozialarbeiters, der die Flüchtlingsarbeit übernehmen soll. Die Stelle war schon besetzt, aber während der Probezeit wieder vakant geworden. Zusätzlich, so teilte der Bürgermeister mit, habe der Verwaltungsausschuss einem Vertrag mit der Arbeiterwohlfahrt Region Hannover (AWO) zugestimmt, mit dem eine jeweils halbe Stelle für einen Sozialarbeiter und einen Sozialassistenten abgesichert wird. Beide Stellen kommen der Gemeinde für die Flüchtlingssozialarbeit zugute.

Mit einem Netzwerk von ehrenamtlicher Sozialarbeit, so Zychlinski, kümmern sich außerdem viele Helfer im örtlichen Umfeld um die zugezogenen Flüchtlinge. Zu viel des Guten vermeldet indes das Soziale Kaufhaus in Mellendorf in einem Hilferuf. „Wir haben riesige Probleme. Die Leute bringen so viele Sachen, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen es nicht mehr schaffen können. Wir laufen Gefahr, dass die Frauen so nicht mehr weitermachen wollen“, ließ Regina Niehoff am Montag wissen. Der festgesetzte Abgabetag, Mittwoch von 15 bis 17 Uhr, werde nicht mehr eingehalten. „Es werden zunehmend Säcke mit Bekleidung zu allen möglichen Zeiten vor die Tür gestellt, dazwischen auch Dinge, die nicht sauber sind, sondern einfach entsorgt werden.“

Das hohe Niveau des Kaufhauses an der Bissendorfer Straße solle aber nicht leiden. Deshalb werden alle Spender gebeten, wie bisher nur gut erhaltene und saubere oder auch neue Kleidung abzugeben, auf keinen Fall aber gebrauchte Unterwäsche und Socken.

Weiter aus dem Rat

Bürgerhaus Bissendorf wird umgebaut

Im Bürgerhaus in Bissendorf will die Bauverwaltung der Gemeinde den Leerstand nach Kündigung und Räumung durch das Kaffeehus Bahls nutzen, um Umbauten und Fußbodenarbeiten vorzunehmen. Die Gemeinde hält eine möglichst schnelle Nachvermietung an dem Standort für notwendig, damit sich bisherige Gäste nicht umorientieren. Der Nachmieter, die Wedemärker Veranstaltungsfabrik, soll nach dem Wunsch der Verwaltung Gastronomie auch in den Abendstunden anbieten; er möchte den Betrieb im Bürgerhaus noch in diesem Jahr aufnehmen. Insofern hat der Gemeinderat der außerplanmäßigen Auszahlung der Kosten in Höhe von 65.000 Euro zugestimmt. Umgestaltung und Fußbodensanierung sollen in zwei Bauabschnitten erfolgen. Die bisherige Leichtbauwand zum gastronomischen Bereich im Foyer rückt circa 3,70 Meter weiter in Richtung Eingangstür. Dann ist die Bodensanierung für den Gastraum vorgesehen. Eine Gesamtsanierung im Foyer soll 2017 folgen.

Charta ist noch nicht erreicht

Auf dem Campus W in Mellendorf haben sich die Schäden durch Vandalismus von Schülern in einem Schuljahr fast halbiert. Ein umfangreiches Konzept, an dem Gemeindeverwaltung, Schulleitungen, Elternräte und zuletzt auch der neu gegründete gemeinsame Campus-Schülerrat mitgearbeitet haben, hat offenbar Wirkung gezeigt. „Herausgekommen ist, dass wir alle sehr zufrieden sein können“, fasste Grünen-Ratsherr Willi Lucka jetzt in der Ratssitzung zusammen. „Die Vorfälle haben sich von 43 auf 24 verringert. Wichtig ist, dass wir das halten können.“ „Das Projekt führte zum Erfolg. Die investierte Arbeit sollte aber zum Tragen kommen, das Konzept sollte fortgeschrieben werden“, forderte Joachim von Einem für die CDU-Fraktion. Beides unterstrich auch Walter Zychlinski für die SPD-Fraktion. Konkret habe sicherlich eine schnelle Meldekette bei Vorfällen und eine schnelle Beseitigung der Schäden zu dem guten Ergebnis geführt. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mir einen größeren Sprung gewünscht hätte“, kommentierte Bürgermeister Helge Zychlinski. Positiv bewertete er das Engagement des Arbeitskreises unter Projektleiterin Silke Clausing aus der Verwaltung. Es seien im Schulbereich nicht nur Kontrollen verschärft worden; vielmehr sei auch die Schulsozialarbeit ausgeweitet worden und wirke präventiv. Unter dem Strich sei er zufrieden, auch wenn eine gemeinsame Charta aller Beteiligten dazu nicht erreicht wurde.

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