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Baut die Gemeinde ein Kinder-Rathaus?

Wedemark Baut die Gemeinde ein Kinder-Rathaus?

Ein 18-Punkte-Aktionsplan dient der Wedemark als Grundlage, um sich als eine "Kinderfreundliche Kommune" zu entwickeln. Dazu gehören neben den Bereichen Gesundheit oder Mitwirkung auch ein Kinder-Rathaus. Diesen Beschluss fasste der Rat am Montagabend mehrheitlich.

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Beschlossen: Die Gemeinde Wedemark berücksichtigt künftig die Wünsche der Kinder anhand eines Aktionsplans.

Quelle: Symbolbild

Wedemark. In der letzten Sitzung dieser Wahlperiode dankten alle Fraktionen vor allem der Steuerungsgruppe, die seit Februar 2015 den Aktionsplan erarbeitet hatte. Gleichwohl: Einen einstimmigen Beschluss gab es nicht, denn die CDU-Fraktion lehnte die Drucksache ab. Jessica Borgas begründete die Entscheidung unter anderem damit, dass ihre Fraktion derzeit andere Aufgaben sehe als jene im Aktíonsplan. Ein Kinder-Rathaus zu planen sei nicht notwendig: "Möglicherweise gibt es in der Berthold-Otto-Schule freie Räume." Auch die schlechte Resonanz der Schüler auf die Mensa müsse untersucht werden ebenso wie der Grund für die schlechte Luft.

Bürgermeister Helge Zychlinski indes zählte noch einmal die 18 Punkte auf, mit denen die Gemeinde ab dem nächsten Jahr starten möchte. Dazu gehört ein Kinder- und Jugendbeauftragter, der ab dem nächsten Jahr mit einer halben Stelle arbeiten soll - analog zur Gleichstellungsbeauftragten. "Das ist für mich der Dreh- und Angelpunkt", sagte er und fügte hinzu: "Der Mitarbeiter soll koordinieren und prüfen, ob die Maßnahmen die notwendige Unterstützung erhalten." Diese halbe Stelle schaffe die Gemeinde nicht zusätzlich, sondern refinanziere das durch Umschichtungen im Rathaus. 

Für dieses Jahr plant die Gemeinde 9000 Euro ein, für das nächste 27.600 Euro und für 2018 insgesamt 34.000 Euro. Dabei nähert sich die Wedemark dem Vorhaben aus ganz unterschiedlichen Blickpunkten. Einen Fokus richten die Initiatoren auf den Bereich Gesundheit - dabei geht es nicht nur um Ernährung, sondern auch um Sport, die Betreuung von Mobbingopfern und die Prävention von Mobbing sowie die Begleitung von Kindern und Jugendlichen bei Fragen zur sexuellen Identität. Ein zweiter großer Bereich umfasst die Mitwirkung: Ob beim Spielplatzkonzept, der künftigen Bauleitplanung Mühlengrund oder einem Bürgermeister-Tag - überall soll der Nachwuchs gehört und dessen Anmerkungen berücksichtigt werden.

Angesichts des Herangehens spricht Zychlinski von einem Kulturwandel bei Politik und Verwaltung und wünscht sich, dass der neue Rat diese Arbeit ebenso unterstützt. Dazu zähle auch der Bau eines Kinder-Rathauses in Leichtbauweise unweit des Campus-W für 100.000 Euro, sofern dieser mit 80 Prozent von Dritten finanziert werde. "Sollte das nicht gelingen, bauen wir nicht", sagte der Bürgermeister.

"Kinder sollten frühzeitig lernen, wie Demokratie funktioniert", sagte Nadine Becker (SPD). Deshalb sei Teilhabe so wichtig. Aber auch konkrete Projekte wie Gesundheitsvorsorge würden den Kindern helfen. "Wir finden, dass jeder Euro eine sehr gute Investition in die Zukunft der Wedemark ist", sagte die Sozialdemokratin. Ingemar Becker (Grüne) würdigte, dass die Verwaltung jährlich einen Bericht erstatten soll. "Damit bleiben Kinder und Jugendliche und Rat auf dem aktuellen Stand sein", sagte er. 

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