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Aus der alten Wache wird ein Wohnhaus

Wedemark Aus der alten Wache wird ein Wohnhaus

Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge sind schon einige Zeit nicht mehr aus den leuchtend blauen Toren hinausgefahren – nun wird die alte Wache am Knibbeshof in Bissendorf zu einem Wohnhaus umgebaut

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Auch der Bauschuttcontainer vor den Toren macht klar: Die alte Rettungswache wird umgebaut.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Der Container für Bauschutt ist bereitgestellt. Das Gebäude der ehemaligen Rettungswache umfasst 257 Quadratmeter Nutzfläche im Erd- und Kellergeschoss; zwei Wohneinheiten sollen dort entstehen. Im Umfang soll das Bauwerk laut Gemeindeverwaltung beinahe unverändert bleiben. Lediglich die Vorderansicht des Gebäudes werde sich durch die Beantragung zur Wohnnutzung ändern, teilte Verwaltungsvorstand Joachim Rose mit. Straßenverlauf und Verkehrsführung am Knibbeshof würden indes nicht anders gestaltet. Die kopfsteingepflasterte schmale Straße steht nicht unter Denkmalschutz.

Das Gebäude hat die Gemeinde Wedemark aus dem Denkmalschutz herausgenommen, als der Bau beantragt wurde. Es war als Feuerwehrgerätehaus in der Denkmalliste verzeichnet, wie Rose bestätigt. Das in massiver Bauweise etwa im Jahr 1955 errichtete Haus in einfacher Ausstattung wurde zunächst von der örtlichen Feuerwehr genutzt. Ein Anbau folgte 1972. Ab 1998 diente es dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) als Bereitschaftsstation. So gehört das Haus sechs Jahrzehnte auf seine Weise zum Ortsbild Bissendorf.

Anfang 2015 versteigerte die Gemeinde Wedemark ihre Immobilie; der Mietvertrag mit dem Roten Kreuz war bereits 2013 ausgelaufen. Die Ära der DRK-Rettungsstation in der Wedemark endete und bleibt beendet: Seit Mai 2016 haben die drei DRK-Bereitschaften im Nordosten der Region, Burgwedel, Isernhagen und Wedemark, ihre Kräfte in einer gemeinsamen Zentrale an der Chromstraße 8 im Gewerbegebiet von Isernhagen H.B. gebündelt.

Für Bissendorf sieht Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann den Umbau der Wache zum Wohnen als Gewinn an. „Ich bin immer für eine zukunftsorientierte Entwicklung im Ort. Dazu gehört auch, dass Häuser bewohnbar und zu bewirtschaften sein müssen, um mit Leben gefüllt zu sein“, betont sie. Der Wert des alten Hauses für den Denkmalschutz sei für sie so nicht zu erkennen – es habe für ihren Geschmack keine besondere Ausstrahlung gehabt. Brakelmann findet klare Worte: „Bevor sich dort nichts tut, weil es unter dem Denkmalschutz zu schwierig ist, ist es mir lieber, es tut sich etwas, sodass das Dorf dort lebendig ist. Nichts ist so abstoßend wie eine gammelige Ruine, in deren Nachbarschaft niemand wohnen möchte. Und eine Augenweide war das alte Objekt nun wirklich nicht.“

Gemeinde ist Behörde vor Ort

In der Gemeinde wird die Bauaufsicht und die Aufgabe der Unteren Denkmalschutzbehörde seit 2009 vor Ort wahrgenommen. Für andere Kommunen hat die Region Hannover für den Denkmalschutz das Sagen. Die Denkmalschutzbehörde ist in der Wedemark Teil der gemeindlichen Bauaufsichtsbehörde. Neben der Denkmalpflege bearbeitet das dafür eingesetzte Personal auch Sonderbauten. Die Wedemark zeichnet sich durch 278 Einzeldenkmale und Denkmalensembles aus. Dazu gehören viele Fachwerkhäuser, aber auch zahlreiche Gebäude wie historische Backhäuser, Mühlen oder auch Straßen.

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