Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Wichtigste Frage: Gewerbe oder Natur?

Meine Meinung Wichtigste Frage: Gewerbe oder Natur?

Flüchtlingsunterbringung, Gewerbeansiedlungen, Umzug des Mellendorfer Turnvereins: Der Rat hatte in den vergangenen fünf Jahren wichtige Entscheidungen zu treffen. Am 11. September entscheiden die Wähler, wer in den kommenden fünf Jahren in der Wedemark die Entwicklung der Gemeinde steuern soll.

Voriger Artikel
Behindertenbeirat wächst auf elf Mitglieder
Nächster Artikel
Ordensschwestern und Mönche in 17 Bildern

Rückblick auf fünf Jahre Ratsarbeit: Der alte Rat hat viele Themen abgehakt, das zentrale Thema Gewerbe versus Natur begleitet auch den neuen.

Quelle: Symbolbild

Wedemark. In den Wedemärker Wahllokalen wird am Sonntag der Bürgerwille gleich doppelt abgefragt: Zum einen geben die Wähler Parteien und Kandidaten ihre Stimme. Zum anderen dürfen sie in einer Bürgerbefragung der Gemeinde Ja oder Nein zu einer Baumschutzsatzung sagen. Das ist symptomatisch für die ablaufende Ratsperiode: Die Wedemärker haben Ratsgremien und Verwaltung zu allen großen Projekten und drängenden Themen konstruktiv begleitet, herausgefordert, zu Ungereimtheiten und Unterlassungen auch hart gestellt.

Erstmals in der Geschichte der Gemeinde war in diesem Rat die SPD-Fraktion mit 15 Sitzen stärkste Kraft. Ihre Mehrheit mit den Grünen, die 2011 ebenfalls zwei Sitze hinzugewannen und so auf fünf kamen, und mit der FDP (1), die schon seit 2006 näher an dieser Konstellation war als an der CDU, führte zu einer stabilen Konstruktion. Die CDU (13 Sitze) brauchte nach diesem Schlag einige Zeit, sich zu sortieren. Mittendrin kam es 2014 zum Bürgermeisterwechsel. Knapp gewann Helge Zychlinski (SPD) vor dem CDU-Kandidaten Dirk Hallmann.

In den fünf Jahren in dieser Konstellation erreichen die Bürger viel. In Bissendorf-Wietze wird ein eigener Ortsrat eingerichtet, auch ein Beirat für behinderte Menschen gehört seit 2013 zu den offiziellen Gemeindegremien. Die Jugendlichen dagegen wollen gar nicht mitreden. Die Ratspolitiker bleiben mit Fragen und Frust allein, weshalb der Nachwuchs das nächste Jugendparlament nicht zustande bringt. Die Initiative gegen die Y-Trasse ist gemeinsam mit der Kommune im Bürgerforum Schiene Nord erfolgreich: kein Y mehr. Eine andere Initiative behält die Pläne zur Südlink-Hochstromtrasse fest im Blick, der neue Rat bekommt weiter damit zu tun. Das gilt auch für den geplanten Windkraftstandort bei Brelingen und ein Unternehmen, das die Gemeinde selbst in Sachen Windkraft gegründet hat – manche Bürger stellen den Nutzen infrage.

Wiederholt stellt sich der Gemeinde die Frage: Naturschutz oder Gewerbeansiedlung? Einerseits wird der große „Kühlschrank“ von Rewe in Berkhof untergebracht und befürwortet der Rat die Ausbaupläne des Logistikers Ebeling in Gailhof, wofür er einen Landschaftsschutzgebietsstreifen opfern will. Eine großflächige Logistikansiedlung vor den Haustüren der Gailhofer und Meitzer nimmt der Bürgermeister dagegen kurzfristig und überraschend zurück – vorerst. Zu groß ist der Protest der Anwohner.

Derweil lösen Gemeinde und Bürger die große Aufgabe der Flüchtlingsunterbringung souverän. Im Rathaus wird eine neue Stabsstelle Flüchtlinge eingerichtet, und langsam beruhigen sich die Dinge. Mittlerweile wird die Mehrzweckhalle für die Flüchtlingsunterbringung nicht mehr benötigt. Ein weiteres Mammutprojekt hat der Rat erfolgreich geschultert: Der große Mellendorfer Turnverein (MTV) ist auf die andere Seite des Ortes umgezogen und hat dort neu gebaut. Auf dem vorherigen Sportgelände Am Rutenberge wohnen jetzt Familien.

Weniger überzeugend ist dagegen der Verwaltungsumbau mit einer neuen Ebene im Verwaltungsvorstand geraten. Ob das sein muss, fragt sich nicht nur die CDU-Politiker im Rat, sondern auch viele Bürger.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sn9k2dfml0goc42dfd
Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll

Fotostrecke Wedemark: Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll