Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
SPD Resse feiert ihr 70-jähriges Bestehen

Resse SPD Resse feiert ihr 70-jähriges Bestehen

Am Wochenende feierten die Sozialdemokraten ihre ersten 70 Jahre mit einem kleinen Fest am Frischmarkt. Historische Wahlplakate und Protokolle längst vergessener Versammlungen boten einen Einblick in die Geschichte des Ortsvereins. Bei einem Fotowettbewerb wurden die schönsten Impressionen aus dem Dorf prämiert.

Voriger Artikel
Frisch zugezogen und schon Majestäten
Nächster Artikel
Gemeinde Wedemark sucht noch Wahlvorsteher

Die SPD Resse feiert ihre Geschichte - und will auch die künftigen Resser Geschicke maßgebend mitbestimmen.

Quelle: moers

Wedemark. 1946 war ein Jahr des Neubeginns. In San Francisco tagte die UN-Vollversammlung das erste Mal; in Deutschland legte die Potsdamer Konferenz den Grundstein für eine Neuordnung nach dem Krieg und in Resse trafen sich am 7. November, einem Sonntag, neun Genossen und gründeten den SPD-Ortsverein Resse.

"Alle namenhaften Leute im Dorf, allen voran die großen Landwirte, waren früher Sozialdemokraten", erinnert sich der achtzigjährige Hans-Georg Cordes. Das Urgestein der Resser SPD kennt die Frühgeschichte der Partei. Ein fotokopiertes, Wahlplakat in schwarz-weiß zeigt ihn auf einer kleinen Chronik am Infostand als Kandidat zur Ortsratswahl 1969. Als der pensionierte Ingenieur 1965, als einer von vielen Zugezogenen, zur Resser SPD stieß, hatte die Partei noch die absolute Mehrheit. "Die CDU hat sich hier erst in den sechziger Jahren gegründet", sagt er.

Mit den Neubaugebieten veränderte sich die nicht nur der Charakter des einstigen Bauerndorfs. Der Wandel in der Sozialstruktur machte sich auch an der Wahlurne bemerkbar. 1972 verlor die SPD erstmals die Mehrheit im Ortsrat. "Die SPD hat die Entwicklung des Ortes, der seit dem Weltkrieg von 400 auf 2500 Einwohner gewachsen ist, maßgeblich mitgestaltet", sagt Jochen Pardey. Er will bei der Kommunalwahl Oberbürgermeister werden.

Wie anders das Selbstverständnis der Kommunalpolitiker damals war, zeigt ein Protokoll einer Versammlung vom 3. August 1960. Genosse Georg Stünkel, seit 1956 Vorsitzender des Ortsvereins, äußerte sich besorgt um den Dorffrieden. "Wir haben hier in unserer Gemeinde Ruhe und allgemeine Zufriedenheit, die darauf zurückzuführen ist, dass vonseiten des Ortsvereins keine Hetzen oder zur Aufregung führenden Reden in Versammlungen geführt werden", notierte Stünkel. Es habe sich als erwiesen gezeigt, dass, je mehr Versammlungen gestartet werden, sich die Unzufriedenheit im Ort ausbreite. Aus heutiger Sicht ist amüsant, welchen Schluss die Genossen damals zogen. Es wurde beschlossen "Versammlungen nur halbjährig abzuhalten, damit der Dorffrieden nicht leidet."

Heute wollen die 26 Mitglieder des Ortsvereins den Bürgerwillen berücksichtigen. Mit vier von sieben Ortsräten stellt die SPD-Fraktion seit 2011 die Mehrheit im Ortsrat. "Seit zehn Jahren ist das so", berichtet der Vorsitzende Friedel Ernst nicht ohne Stolz. Getagt wird nun übrigens viermal im Jahr.

Nils Ernst gewinnt Fotowettbewerb

Den Fotowettbewerb "Was mir an Resse gefällt", gewann Nils Ernst mit einer beinahe magischen Landschaftsaufnahme einer Weide im Morgennebel. Eer fährt dafür mit einer weiteren Person seiner Wahl nach Berlin. Der zweite Platz ging an Ulrike Bohn für die gekonnte Makroaufnahme eines Schmetterlings. Dritter wurde Dieter Meissner. Er fotografierte seinen üppig begrünten Gartenteich.

doc6r8bw3adhgobw23h8aa

SPD-Urgestein Hans-Georg Cordes vor einem Wahlplakat aus dem Jahr 1969, auf dem auch er als Kandidat abgebildet ist.

Quelle: Moers

Von Mario Moers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sixu68nzkh1ei2oqj15
Heißausbildung über viele kalte Stunden

Fotostrecke Wedemark: Heißausbildung über viele kalte Stunden