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Fuchsköpfe und andere Provokationen beim Kunstverein

Bissendorf Fuchsköpfe und andere Provokationen beim Kunstverein

Sie will auch provozieren, ihre Objekte und Installationen sind gemeinhin nicht Wohnzimmer-kompatibel: Sabine Öllerer experimentiert mit Zutaten, die den Design- und Schönheitswahn vorführen. Am Sonntag, 29. Januar, wird ihre Ausstellung „schön.leben“ beim Kunstverein Imago Wedemark eröffnet, Eintritt frei.

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Die Füchse sind Teil der Ausstellung von Sabine Öllerer im Imago Kunstverein Wedemark.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Ihre echten Fuchsköpfe schauen aus vorgebundenen Menschenaugen, aus Wachstuch hat sie Fischschwänze genäht. Die „Beauty Corner“ mit tätowierter Babypuppe wirkt, darum weiß die Künstlerin, „absurd, auch anstößig oder eklig“. Bei der Vernissage am Sonntag von 12 bis 15 Uhr gibt Vera Burmester aus Hannover den Blick in diese Ausstellung mit einführenden Worten frei.

Sabine Öllerer arbeitet in einer Ateliergemeinschaft in Hannover, aber für den Kunstverein in der Wedemark ist sie auch ein Bindeglied in die schwedische Partnerstadt Gislaved. Im Herbst wird sie dort gemeinsam mit einer schwedischen Künstlerin Werke ausstellen. 30 Jahre schon hat sie ein Standbein in Schweden. „Ich fahre jetzt im Frühjahr hin und bereite das vor“, berichtete sie, während sie im Bürgerhaus in Bissendorf bei Imago ihre Objektschau einrichtete.

In Schweden hat sie in einem Sommerhaus ebenso ihre Arbeiten und Materialien eingelagert wie in ihrem privaten Hauskeller und auf ihrer Fläche bei der hannoverschen Ateliergemeinschaft. In einem Buch listet Öllerer das ganze Sammelsurium und die Werke in Fotos auf, um den Überblick nicht zu verlieren. Überhaupt: Fotos. Für die Künstlerin sind sie ein Material, das sich hervorragend zerschneiden, collagieren und mit Textilem vereinen lässt. Die Patchworkarbeit „Familie“ kommt als goldumhäkeltes Porträt daher, in dem Zusammenhang und Ähnlichkeiten erschwert gesucht werden müssen.

„Ich habe allein 20 Puppen und noch mehr Füchse, Stoffe sowieso. Ich muss nicht mehr auf Flohmärkte gehen“, beschreibt die Künstlerin ihren skurrilen Fundus. „Ich suche im Internet. Ohne das wäre ich verloren.“ Oft lange, lange suche sie dort und müsse sich dann für die Sendungen immer wieder mit ihren Postzustellern gut stellen. Für die Objekte, die sie handwerklich anfertigt, brauche sie darüber hinaus einen halben Baumarkt.

50 Fuchskopffelle hat sie von Kürschnern erworben. Ein Fellkleid hat sie einmal im Schloss Landestrost in Neustadt ausgestellt. Aber Tierschützer waren nicht zu dieser Gelegenheit vor Ort, sagt Öllerer. „Sie waren schon mal da, als ich Plastikfische gezeigt habe.“

Insgesamt erhalte sie positive Rückmeldungen zu ihren Ausstellungen. Aber Kunst ist das eine, Kaufen das andere. „Meine Installationen kauft keiner, nur Anfragen kommen herein.“ Was ist gleichwohl der Reiz, die eigenen Arbeiten auszustellen? „Wenn man lange an etwas arbeitet, möchte man es auch zeigen.“ Wie so viele Künstler lebt sie nicht von ihrer Kunst.

Ein anderes Gesicht von Sabine Öllerer sehen autistische Kinder und Jugendliche im Autismus-Zentrum Hannover (AZH). Noch arbeitet sie dort auf einer Teilstelle als Förderschullehrerin. Auf diesem Weg, im Lehramtsstudium mit den Fächern Kunst und Deutsch an der Universität Hannover, erschloss sie sich seinerzeit den Weg in die Kunst. Zeitgleich begann sie schon damals, Anfang der 1990er Jahre, regelmäßig im In- und Ausland auszustellen.

Die Ausstellung bei Imago im Bürgerhaus in Bissendorf, Am Markt 1, ist bis zum 12. März zu sehen. Am Sonntag, 12. Februar, können Besucher ihre Eindrücke bei einem Künstlergespräch von 15 bis 16 Uhr vertiefen. Zur Finissage sind Interessierte für Sonntag, 12. März, 15 bis 17 Uhr, in die Räume von Imago im Bürgerhaus in Bissendorf, Am Markt 1, eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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