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Sekundenschlaf kostet den Führerschein

Wedemark Sekundenschlaf kostet den Führerschein

Ehrlichkeit lohnt sich nicht immer. Diese Erfahrung hat jetzt ein Lastwagenfahrer gemacht, der auf der Autobahn 7 als Folge eines Sekundenschlafs einen Verkehrsunfall verursacht hatte.

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Weil er wegen eines Sekundenschlafs einen Unfall verursacht hatte, muss ein Lastwagenfahrer nach einem Urteil des Amtsgerichts Burgwedel jetzt ein halbes Jahr lang auf seinen Führerschein verzichten.

Quelle: Frank Walter

Burgwedel/Wedemark. Amtsrichter Michael Siebrecht sprach in seiner Urteilsbegründung von einem "unglaublichen Gefährdungspotenzial“ – und tatsächlich hätte der Verkehrsunfall im November 2015 noch viel weitreichendere Folgen haben können.

Der 67 Jahre alte Angeklagte hatte eine neue Betonpumpe von Stuttgart nach Bremerhaven überführen sollen. Auf der Autobahn 7, kurz nach einer zweieinhalbstündigen Schlafpause, war sein Lastwagen in Höhe der Ausfahrt Berkhof von der Spur abgekommen und hatte rund 60 Meter Leitplanke beschädigt.

Doch warum hatte der erfahrene Autofahrer die Kontrolle verloren? Immerhin hatte der ehemalige Beamte zehn Jahre lang als Testfahrer gearbeitet und insgesamt als Autofahrer eigenen Angaben nach rund zwei Millionen Kilometer unfallfrei zurückgelegt.

Vor Gericht stellte es der Bayer als Augenblicksversagen dar. Er habe sich an einer Raststätte eine Bockwurst und einen Kaffee geholt und diese dann – für ihn untypisch – während der Fahrt zu sich genommen. Dabei habe er schlicht nicht mitbekommen, dass sein Fahrzeug aus der Spur geraten sei. Beim Anprall an die Leitplanke habe er sofort versucht gegenzulenken, was ihm wegen der besonderen Bauart der Betonpumpe mit ihren zwei Vorderachsen aber erst ein ganzes Stück weiter gelungen sei.

Doch im Mitschnitt des Notrufs, mit dem der Fahrer nach dem Unfall die Polizei informiert hatte, hatte er eine andere Unfallursache genannt: "Der berühmte Sekundenschlaf“ sei Schuld gewesen, sagte der Lastwagenfahrer dort dem wachhabenden Beamten – und wiederholte dies sogar auf dessen Nachfrage. Auch der Polizeibeamte, der den Unfall auf der A7 aufgenommen hatte, konnte sich als Zeuge genau erinnern, dass der Mann ausgesagt habe, eingeschlafen zu sein.

Der Angeklagte versuchte dies vor Gericht als vermeintliche Schutzbehauptung darzustellen – ihm sei es damals als "eleganteste Lösung“ erschienen, womit er juristisch betrachtet aber völlig falsch lag: Wer sich übermüdet ans Steuer setzt, begeht eine Straftat, wohingegen ein Unfall wegen einer kurzen Ablenkung nur als Ordnungswidrigkeit geahndet wird.

Es ehre ihn, dass er gegenüber der Polizei ehrlich gewesen sei, sagte der Amtsrichter dem Angeklagten. Im Nachhinein die Mahlzeit am Steuer als Grund anzugeben, werte Siebrecht hingegen als Schutzbehauptung – zumal vor dem Prozess davon keine Rede gewesen sei. Letztlich verurteilte er den Lastwagenfahrer wegen einer Straßenverkehrsgefährdung zu 40 Tagessätzen à 30 Euro. Eine neue Fahrerlaubnis – und das trifft den Berufskraftfahrer viel härter – kann dieser sich frühstens in einem halben Jahr erteilen lassen. "Und da sind Sie noch gut mit bedient“, so der Richter.

Von Frank Walter

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