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Sennheiser: Familiärer Ton zieht viele an

Wennebostel Sennheiser: Familiärer Ton zieht viele an

Viele Wege führen zum „richtigen“ Ausbildungsplatz. Manchmal sind sie gerade, manchmal kurvenreich, mal länger, mal kürzer, mal schubsen die Eltern, mal hilft die Schule. Am Stammsitz des Audiospezialisten Sennheiser in Wennebostel haben am 1. September 14 Azubis begonnen.

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Vorn die Paten der Azubis, die selbst noch welche sind, hinten die 14 neuen Lehrlinge und dualen Studenten.

Quelle: Dirk Hackbarth

Wedemark. Andreas Sennheiser, der zusammen mit Bruder Daniel die Geschäfte in dritter Generation führt, beeindruckt die 14 Neuen im Haus mit einem knackigen Auftritt zur Begrüßung. Etwas über sich, etwas zur Firma, etwas Philosophie. „Solange wir uns in unserer Komfortzone aufhalten, nicht auch mal auf die Nase fallen, lernen wir nichts“, gibt er ihnen mit auf den Weg. Vielen gefällt die Offenheit und der familiäre Ton, den sie schon im Bewerbungsverfahren gespürt haben. Für manchen gab das den Ausschlag, in Wennebostel landen zu wollen.

Olivia Hidde zum Beispiel hat sich davon sofort angezogen gefühlt. Die 19-jährige Gymnasiastin aus Hannover, die jetzt Mechatronikerin wird, konnte wählen: Sie hatte auch Zusagen von der Post und der Bahn. Doch bei denen hatte sie kaum eine Ahnung, was sie erwartete, bekam keine Antworten. Bei Sennheiser hatte sie bei einem Praktikumstag Einblicke gewonnen, die Stimmung kennengelernt. Das stellte die Weichen. Vom Inhalt her war schon in der Schule für sie klar, dass es etwas Praktisches sein sollte - mit Technik. „Ich hatte immer schon Jungs-Spielsachen wie Lego, Bagger, Flugzeuge, und in der Schule habe ich Roboter gebaut“, erzählt sie. Im Internet schaute sie zielgerichtet nach technischen Ausbildungen und fand ihre Vorstellungen am besten bei den Mechatronikern wieder. „Diese Überlegungen habe ich mir selbst erarbeitet“, sagt sie.

Bei Hanna von Grünhagen, der 20-jährigen Gymnasiastin aus Celle, war ebenfalls schon in der Schule klar, dass ihre Stärken eindeutig bei Mathe und Physik lagen. Im elften Jahrgang nahm sie dann an einer mehrtägigen Studienfahrt ins X-Lab Göttingen teil, wo ihr Interesse an spannenden Vorgängen wie dem Tunneleffekt auf Atomteilchenebene wuchs. „Ich habe immer gern elektronische Geräte wie Fernseher und PCs aufgeschraubt, hier und da gezogen und probiert und geschaut, was passiert“, berichtet sie. Da sie sich auch für Musik interessiert, lag in der Kombination mit ihrem Faible für Elektronik Sennheiser als Unternehmen nahe. Sie lernt nun Elektronikerin.

Bernhard Hesmert aus Celle hatte Sennheiser als Arbeitgeber zunächst gar nicht auf dem Schirm. Mathe hatte ihm schon in der Realschule gelegen, auf dem Wirtschaftsgymnasium vertiefte er sich in betriebs- uhnd volkswirtschaftliche Themen. „Das macht Spaß, wenn man in der Materie drin ist“, sagt er. Statt Studium sollte es aber eine betriebliche Ausbildung sein. Seinen Kick zu Sennheiser bekam er bei der Agentur für Arbeit. „Ich habe da nach Ausbildungsprofilen gefragt, und nachdem ich meine Vorstellungen geschildert hatte, kam Sennheiser als erster Vorschlag“, berichtet er. Dort zog auch ihn das Familiäre an. „Nach dem Bewerbungsgespräch war für mich alles klar“, sagt er. Dabei hätte er Alternativen gehabt.

Doch auch beim Zusagen war Sennheiser schneller. Der 20-Jährige lernt jetzt Industriekaufmann.

Auch Randberufe gefragt

Bei den Sennheiser-üblichen Ausbildungsberufen wie Mechatroniker, Elektroniker, Industriemechaniker und Industriekaufmann habe das Unternehmen genügend Zulauf, berichtet Ausbildungsleiterin Stefanie Mehlbauer. Dass in Wennebostel aber auch Lagerlogistiker, Beschichtungstechniker und Maschinenbauer gebraucht werden, ist vielen offenbar weniger geläufig. „Randberufe müssen wir stärker suchen“, sagt Mehlbauer. Grundsätzlich präsentiert sich das Unternehmen auf vielfältige Weise: Es hat seine Firmen-Homepage im Internet, den Kontakt zu Azubi 21, dem Ausbildungsportal der Region, sowie zur Lehrstellenbörse der IHK, stellt sich bei zahlreichen Berufsinformationstagen in Schulen vor, hat beste Erfahrungen mit der Talentsuche bei der Ideenexpo gemacht, engagiert sich bei der Langen Nacht der Berufe und der Messe Stuzubi. Der kurze Draht zur Agentur für Arbeit ist obligatorisch. Die meisten Azubis kommen aus der Region – und bleiben gern im Unternehmen: Rund 70 Prozent der Lehrlinge der vergangenen zwölf Jahre seien heute noch im Betrieb, sagt Mehlbauer.

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