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Sennheiser löst Klein + Hummel auf

Wedemark Sennheiser löst Klein + Hummel auf

Der Wedemärker Audiospezialist Sennheiser löst seine Tochterfirma Klein + Hummel (K+H) auf. Von den 16 Beschäftigten des auf Studiolautsprecher und Beschallungstechnik spezialisierten Bissendorfer Unternehmens werden deutlich mehr als die Hälfte weiterbeschäftigt.

Das sagte Volker Bartels, Sprecher der Sennheiser-Unternehmensleitung, am Montag. Zuvor hatte er die Entscheidung in einer Betriebsversammlung bekannt gegeben. Weniger als zehn Mitarbeiter hätten bereits ihre Kündigung zum Jahresende erhalten, ergänzte Bartels. Genauere Angaben wollte er gestern nicht machen, da noch Verhandlungen mit einigen Beschäftigten liefen. Sozialplan und Interessenausgleich sind bei K+H kein Thema, die Firma hat keinen Betriebsrat.

Dass damit der Anfang für einen weitergehenden Arbeitsplatzabbau auch im Mutterhaus gesetzt sein könnte, befürchtet Reinhard Zwirner, Betriebsratsvorsitzender bei Sennheiser, nicht. Gerade erst seien die zum Jahresende auslaufenden befristeten Verträge von 13 Beschäftigten in der Produktion für zunächst ein halbes Jahr verlängert worden, berichtete Zwirner. Wenn die Unternehmensleitung gewollt hätte, wäre dort üblicherweise einer der ersten Ansatzpunkte für Einsparungen gewesen.

Auch Bartels berichtete von einer „guten Stimmung“ während der Betriebsversammlung, denn damit komme neue Arbeit auf die verbliebenen Kollegen zu, die bereits seit April kurzarbeiten. Nur der Name Klein + Hummel verschwindet – das Geschäft werde nicht eingestellt, sondern künftig bei Sennheiser und seiner Berliner Tochterfirma Georg Neumann weitergeführt. „Unter diesen international bekannteren Marken wird sich der Absatz weltweit erheblich steigern lassen“, versprach Bartels. Selbst das Gebäude in Bissendorf mit seinen Testräumen werde weiter genutzt.

Sennheiser übernimmt den Bereich der festeingebauten Beschallungstechnik für Neubauten („Installed Sound“) und erweitert seinen Kundenkreis damit um Projektentwickler, Architekten und Akustikplaner. Bei den vielen Neubauten im Nahen Osten sieht Bartels eine große Nachfrage, aber beispielsweise auch bei Kirchen in den USA oder Konferenzzentren – überall, wo kleine oder größere Säle mit Lautsprechern und Mikrofonen ausgerüstet werden müssen.

Georg Neumann als Spezialist für Studiomikrofone übernimmt den Bereich der Studiolautsprecher von Klein + Hummel. Der Berliner Betrieb habe in der Musikwelt einen guten Namen. Klein + Hummel konnte zwar im vergangenen Jahr seinen Umsatz um rund 20 Prozent auf 3,2 Millionen Euro steigern, international habe die Marke aber die Erwartungen nicht erfüllt, sagte Bartels.

Sennheiser leidet noch immer unter einem schwachen Geschäft im professionellen Bereich, bei dem schnurlose Mikrofone die größte Rolle spielen. Der andere Bereich – Kopfhörer für Endverbraucher – entwickle sich jedoch trotz Krise „über Plan“, sagte Bartels. Mit dem neuen dritten Bereich Beschallungstechnik sieht er Sennheiser nun noch stabiler aufgestellt.

Von Helmuth Klausing

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