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Am Bahnübergang kreuzten sich ihre Wege

Hellendorf Am Bahnübergang kreuzten sich ihre Wege

Jetzt, am 11. August 2016, sind sie auf den Tag genau seit sechs Jahrzehnten ein Ehepaar, feiern die Diamanthochzeit in kleinem Rahmen: Siegrid und Arthur Willecke aus Hellendorf haben es durch Höhen und Tiefen gut und gern miteinander ausgehalten.

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Siegrid und Arthur Willecke aus Hellendorf feiern heute Diamanthochzeit.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Zum ersten Mal wahrgenommen hatten sie sich, weil sich ihre Wege immer wieder auf dem Weg zur Arbeit kreuzten. Arthur, in Ovelgönne geboren, fuhr immer mit dem Motorrad nach Hannover. Siegrid, gebürtig aus Stargard, war mit dem Fahrrad unterwegs. Sie war Tapisseristin in der Mellendorfer Fahnenfabrik, bestickte kunstvoll Fahnen. „In Mellendorf bei den Bahnschienen kreuzten sich unsere Wege“ erzählt der 83-jährige Jubilar, "da sah ich sie öfters." „Aber er konnte mich besser sehen als ich ihn, weil er einen Helm aufhatte“, ergänzt sie. Das ging eine ganze Zeit so, bis er sie 1954 in Fuhrberg beim Tanz in den Mai entdeckte. Ein Arbeitskollege hatte die junge Frau dorthin mitgenommen. „Arthur hat mich dann aufgefordert“, sagt die heute 81-Jährige mit einem Lächeln.

Was Jüngeren problemlos erscheint, war für den jungen Arthur nicht ohne Risiko. „Damals konnte man in einem fremden Dorf nicht so einfach ein Mädchen vom Tisch holen“, berichtet er. „Die Bengels sagten immer, ,Unsere Hühner treten wir alleine' “, fügt Siegrid Willecke an und lacht. Doch weil der junge Mann Verwandtschaft in Fuhrberg hatte, war er dort nicht ganz so fremd und es gab keinen Streit. Nach diesem Tag verabredeten sie weitere Treffen. 1956 folgte die Heirat, ein Jahr später wurde Tochter Gabriele geboren, 1962 folgte Birgit.
Arthur Willecke verdiente sein Geld die meiste Zeit als Maurer. Später musste er um der Gesundheit zuliebe etwas leichtere Tätigkeiten annehmen, sie widmete sich Haushalt und Familie, nahm gelegentlich Nebenjobs an. Nach der Hochzeit zog das junge Paar zu ihren Eltern nach Hellendorf, wohnte dort zunächst in einem alten Bahnwaggon, den ihr Vater, ein Eisenbahner, für sich organisiert hatte. Doch als Maurer war es für Arthur Willecke kein Thema, 1974 auf dem selben Grundstück neben dem Waggon ein großes Haus selbst zu bauen. "Wir wollten den Balkon eigentlich größer machen, doch da stand der Waggon im Weg", erzählt er von einer Tücke.

Klippen in der Partnerschafft haben beide immer überwunden. „Wenn mal was war, haben wir uns das gesagt, dann war es wieder gut“, sagen sie. Und: „Wir ergänzen uns gut.“ Gereist sind sie früher gern, doch das ist ihnen heute zu beschwerlich. Mit Freude schauen sie nun zusammen Sport im Fernsehen - zurzeit am liebsten die Olympischen Spiele -  und lieben ihren großen, bunten Garten. Zu ihrem Ehrentag haben sich einige Offizielle angesagt, der familiäre Kreis bleibt klein. Weit anreisen muss niemand, die Familie wohnt in der Nachbarschaft.

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