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Sozialministerin besucht Kinderheim

Mellendorf Sozialministerin besucht Kinderheim

Die Pflege geistig und körperlich behinderter Menschen kostet Geld. Doch die Betreuung wird nicht genügend vergütet. Dieser Meinung sind die Geschäftsführerinnen des privaten Kinderpflegeheims Mellendorf. Diese Problematik wurde jüngst beim Besuch von Sozialministerin Cornelia Rund in der Einrichtung genannt.

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Geschäftsführerin Gaby Schweer zeigt Ministerin Cornelia Rundt eine Hebevorrichtung im Mellendorfer Kinderpflegeheim.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Wedemark. Derzeit betreut ein Pfleger je nach Schicht und Tag zwischen vier und fünf Kinder oder Erwachsene gleichzeitig. „Das ist, wenn ein Baby schreit oder die Windeln gewechselt werden müssen, kaum zu bewältigen“, meint Geschäftsführerin Gaby Schweer. Ihr Wunsch deshalb: „Wenn drei behinderte Personen von einem Krankenpfleger betreut würden, wäre das optimal“, verdeutlicht die Geschäftsführerin. Doch diesen Personalschlüssel gebe die Vergütung für die Bewohner einfach nicht her.

Denn die Pflege von Menschen mit Behinderungen wird nach dem Bedarfserhebungsverfahren, dem sogenannten Hilfebedarf von Menschen mit Behinderung (HMB), des Landes Niedersachsen eingestuft. Es ist in die drei Kategorien seelisch, körperlich und geistig unterteilt. Zudem gibt es eine Einstufung von niedrigem (1) bis sehr hohem (5) Hilfsbedarf. Beides zusammen ergibt für eine Einrichtung wie das Mellendorfer Kinderpflegeheim dann den Personalschlüssel sowie die Vergütung für die Pflege.

Das Dilemma bei der Anwendung des HMB-Systems ist, dass der Bedarf schwerst- und mehrfach behinderter Kinder im Schulalter darin inhaltlich nicht erfasst wird, moniert Schweer, und fragt die Politiker, was sie in dem Fall tun sollen. Das Hinzufügen einer weiteren Kategorie sehen die Betreiberinnen des Kinderheims als unabdingbar, um die umfangreiche, individuelle und anspruchsvolle Pflege und Betreuung personell 24 Stunden lang zu ermöglichen. „Immer wieder landen wir bei der Schlichtungsstelle, wo der hohe Bedarf der Bewohner bestätigt wird“, erläutert Schweer. Aber das nütze nichts, sagt die junge Chefin.

Eigentlich ist das Kinderpflegeheim 1952 für gesunde Waisenkinder gegründet worden. Eines dieser Kinder war Barbara Viehmeyer gewesen. Die junge Frau wurde damals von der Heimleitung adoptiert. Fortan betreuten die Pfleger auch behinderte Kinder und Jugendliche. Auch Ehemann Hans Georg leitete das Heim mit. Heute betreut und fördert das Heim ausschließlich schwerst- und mehrfach behinderte Menschen mit sehr hohem Hilfebedarf. Die Leitung der Einrichtung übernahmen die Töchter Wiebke von Badewitz und Gaby Schweer - und das in dritter Generation.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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