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Spedition Ebeling soll mehr Platz bekommen

Gailhof Spedition Ebeling soll mehr Platz bekommen

Die Gemeindeverwaltung und die großen Ratsfraktionen SPD und CDU plädieren einmütig dafür: Die Spedition Ebeling in Gailhof soll sich noch einmal ausdehnen dürfen. Die Grünen-Fraktion ist nicht überzeugt. Die Fläche liegt in einem Landschaftsschutzgebiet direkt am Wietzegraben.

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Im Vorjahr hat die Firma Ebeling bereits ihre vierte Lagerhalle gebaut.

Quelle: Friedrich Bernstorf

Wedemark. Von einer begrenzten Erweiterung in Richtung Osten, die mit einem veränderten Bebauungsplan abzusichern wäre, ist die Rede, von etwa 16.000 Quadratmetern. Auch der Flächennutzungsplan müsste geändert werden. Vor allem aber: Die Gemeinde müsste die Entlassung aus dem Landschaftsschutzgebiet „Wietzetal“ bei der Region Hannover erreichen, und das Transportgewerbe würde direkt an den Wietzegraben vorrücken. Die Ratsgrünen wollten diese Kröte nicht im Ganzen schlucken.

Es ist nicht der erste Erweiterungsbedarf des familiengeführten Traditionsunternehmens. Zuletzt hatte sich die Spedition vor drei Jahren vergrößert. Doch auch diese Gewerbefläche ist der Gemeindeverwaltung zufolge wieder vollständig ausgeschöpft mit Gebäude, Stell- und Rangierflächen. Ein riesiger Aufwand war schon vor Jahren erforderlich, um dem vom Landschaftsschutz umgebenen Unternehmen eine wirtschaftliche Entwicklung an seinem angestammten Sitz an der Celler Straße zu ermöglichen. Die Spedition Georg Ebeling konnte seinerzeit ihre Betriebsfläche von 38 500 Quadratmetern verdoppeln.

Kritik von Lucka: Folgen werden nicht benannt

Zwei Jahre dauerten die Vorarbeiten in Politik und Verwaltung, damit das benötigte Gelände aus dem Landschaftsschutzgebiet „Wietzetal“ herausgenommen und als Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebietes Celler Straße rechtskräftig bebaut werden durfte. Im Gegenzug hatte das Unternehmen dort ein dreimal so großes Areal auf Ackerflächen als Wald aufforsten lassen.

Für die Ausdehnung des Betriebsgeländes nach Osten wurde der Mühlengraben, der dort bis dahin begradigt verlief, über eine Länge von etwa 400 Metern in einem Bogen aufwendig mit hohen Kosten umgelegt in ein neues Bett. Der Vorteil für die Natur ist noch heute zu besichtigen: Der Graben darf seither wieder mäandern. Spaziergänger, Naturschützer und Jäger beobachten Vegetation, Vogelwelt und Wild auch in dem waldbestandenen Dreieck, das zwischen Graben und Autobahn liegt.

Die heute infrage stehende Fläche habe einen erheblichen ökologischen Wert. Sie sei seinerzeit als Ausgleichsfläche für den Mühlengraben angelegt worden, wandte Willi Lucka aus der Grünen-Fraktion im Gemeinderat gegen eine Ausdehnung der Gewerbefläche ein. Er kritisierte, dass die Vorlage der Verwaltung für die Politik nicht ausführe, dass davon Beeinträchtigungen auf die ökologisch bedeutsame Fläche ausgehen würden. Über diese Bedenken kämen die Grünen nicht hinweg. Teils stimmten sie dafür, teils dagegen, teils enthielten sie sich.

Gemeinde sieht die Jobs

Die Position der Gemeinde vertritt Bürgermeister Helge Zychlinski klar: „Lassen Sie uns ein starkes Signal an die Region senden“, forderte er die Kommunalpolitiker im Rat auf. Als Kompensation für die aus dem Landschaftsschutz zu entlassende Fläche werde eine mindestens gleich große unter Schutz gestellt, sagte er zu. Zugunsten des Unternehmens Ebeling führte Zychlinski das hohe Engagement der Inhaberfamilie in der Wedemark ebenso an wie das Argument der Arbeitsplätze, die dort zusätzlich entstehen. Die Spedition liefere vor allem im Nahversorgungsbereich aus – einem Logistikbereich, der notwendig sei. Weitere Gewerbeflächen werde die Gemeinde noch stärker in Elze vermarkten, doch müsse sie auch für die Bestandssicherung sorgen.

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