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Kim Voigt entscheidet die Auswahl für sich

Wedemark Kim Voigt entscheidet die Auswahl für sich

Die Gemeinde Wedemark kann ihren Trumpf Wirtschaftsförderung wieder spielen: Nach einem halben Jahr Vakanz ist für die Stabsstelle als neue Besetzung ab 1. Mai die Wirtschaftsgeografin Kim Voigt gefunden. 70 Bewerber standen Schlange.

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Vorstellungsfoto vor dem Rathaus: Bürgermeister Helge Zychlinski und die neue Wirtschaftsförderin, Kim Voigt.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. „Wir sind unter den mittelgroßen Kommunen nicht die unattraktivste“, schließt Bürgermeister Helge Zychlinski mit Überzeugung aus der so erfolgreich verlaufenen Ausschreibung und Besetzung. Notwendig war sie, seit mit den Kommunalwahlen im September 2016 der vorherige Wirtschaftsförderer, Carsten Niemann, als Bürgermeister in der Samtgemeinde Ahlden angetreten war.  

Dringend notwendig ist die Wirtschaftsförderung auch in der Sache. „Wir müssen die Wirtschaft voranbringen und die Entwicklung der Gewerbegebiete vorantreiben. Es kann sein, dass wir 2017 bald kein Grundstück mehr im Angebot haben“, erläuterte Zychlinski gestern bei der Vorstellung der „Neuen“ im Rathaus. Die künftige Wirtschaftsförderin ist übrigens eine von inzwischen sieben Frauen in der Fachbereichsleitungsrunde mit Stäben in der Gemeindeverwaltung. Sie ist in der Stabsstelle direkt dem Bürgermeister zugeordnet.

Die Aufgaben werden sich Zychlinski zufolge ausweiten, die Tätigkeiten sich verändern – mit Kim Voigt aber voraussichtlich auch der Stil, mutmaßt der Bürgermeister. Gesichert sei, dass 2018 die Wirtschaftsmesse in der Wedemark wieder ihren Platz haben wird. „Wir werden sie massiv unterstützen mit Hilfe von Frau Voigt.“

Ihre breite Qualifikation erlaube es, nicht nur Standortmarketing zu betreiben, sondern eine Fülle von Aufgaben anzugehen. Dafür habe Voigt bereits im Auswahlverfahren der Gemeinde überzeugende Ideen hingelegt und gezeigt, dass sie sich mit Stadtmarketing so gut auskennt wie mit Planungsrecht und Gemeindeentwicklung. Ein Thema sieht Voigt selbst darin, die örtliche Kaufkraft in der Wedemark zu entwickeln. „Da sehe ich mich als Ansprechpartnerin für kleine und mittlere Unternehmen.“ Dazu bringt Voigt aus Algermissen, wo sie erste Berufserfahrungen sammelte, Kenntnisse mit, ein Baulücken- und Leerstandskataster für die Gemeinde anzulegen. Auch in der N-Bank in Hannover war sie tätig im Bereich Innovation, für einen Unternehmerverband in Hannover ist sie aktuell noch als Fachreferentin für Rahmenvertragsverhandlungen unterwegs.

Die Gemeinde Wedemark hat sich das umfangreiche Auswahlverfahren 6000 Euro kosten lassen. Der Bürgermeister ist nach diesem Durchlauf des ersten Assessment Centers für die Kommune überzeugt von dem Nutzen des Aufwands, die Qualifikationen der Bewerber nicht nur in dem üblichen Bewerbungsgespräch abzufragen. In Wirtschaftsunternehmen ist das Assessment Center schon lange das Auswahlverfahren der Wahl – in Kommunen nicht so oft. Für die Stelle in der Wedemark haben die Bewerber vorab die Aufgabe erhalten, den Standort zu analysieren sowie ein Profil und Maßnahmen für die Zukunft zu entwickeln. In einem Planspiel waren diese Ideen vorzustellen. Es folgten Fachaufgaben und Präsentationen in Teamarbeit, tiefgehende diagnostische Interviews durch externe Fachleute, schließlich noch eine schriftliche Fachaufgabe.

Die meisten Punkte erreichte die nun künftige Wirtschaftsförderin. „Sie hat im Gesamteindruck das gezeigt, was unsere Erwartung für diese Stelle ist“, betont Zychlinski hochzufrieden.

Einstimmige Voten: Kim Voigt tritt an

Gleichauf zu fünft waren die weiblichen und männlichen Bewerber für die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Wedemark, als sie ins Prüfverfahren gingen. Mit Bravour, so Bürgermeister Helge Zychlinski, habe sich Kim Voigt in dem jeweils ganztägigen Assessment Center geschlagen und schließlich alle Stimmen der Prüfkommission erhalten. Auch der Verwaltungsausschuss traf dann seine Entscheidung einstimmig und will die 29-Jährige ab 1. Mai auf der Stabsstelle Wirtschaftsförderung sehen. Die künftige Wirtschaftsförderin der Gemeinde Wedemark ist verheiratet und wohnt noch in Hannover-Döhren. Ob und wann sie in die Wedemark zieht, hängt nicht zuletzt davon ab, wie passender Wohnraum zu finden ist. Ihre Pferdeleidenschaft jedenfalls als aktive Reiterin spricht für den Wohnortwechsel. Sie hat schon größere Distanzen hinter sich gebracht: Geboren in Johannisburg in Südafrika, kam sie mit ihrer Familie als Dreijährige nach Deutschland und direkt nach Hannover. Nach dem Abitur studierte sie dort erst Wirtschaftswissenschaften und wechselte nach einem Semester ins Fach der Wirtschaftsgeografie – dies blieb ihre Leidenschaft dann auch nach der Masterprüfung bei den folgenden Stellensuchen und ersten Berufserfahrungen. In das Prüfverfahren bei der Gemeinde wurde sie erst als Nachrückerin aufgenommen – und setzte sich als Beste durch.

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