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Land unter im Norden Hannovers

Unwetter und Blitzeinschläge Land unter im Norden Hannovers

Das über den Norden Hannovers hinwegziehende Unwetter hat nicht nur den Verkehr behindert, sondern auch der Feuerwehr viel Arbeit beschert. Ein Flugzeug, das in Langenhagen landen sollte, wurde umgeleitet. In Altwarmbüchen bewahrte die Ortsfeuerwehr das Möbelhaus Höffner vor einer erneuten Überschwemmung.

Der Parkplatz des kleinen Einkaufszentrums von Isernhagen H.B. steht unter Wasser - mit Folgen für zwei Geschäfte.

Quelle: Tankmar Eisfeld

Region Hannover. Die Feuerwehren in der Wedemark waren nach Gewitter und extremem Starkregen am Sonnabend mit 75 Kräften zu 19 Einsätzen unterwegs. Der Schwerpunkt der Niederschläge lag laut Feuerwehrsprecher Carsten Bohlmann in Bissendorf und Mellendorf . Straßen und Keller wurden überflutet, an der Wedemarkstraße in Mellendorf stand ein Einkaufsmarkt unter Wasser. Zudem hatte nach Auskunft der Polizei ein Blitzeinschlag die Ampelanlage an der Stuckekreuzung lahm gelegt.

In Großburgwedel wurde die Feuerwehr laut Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger zu mehreren eher kleineren Einsätzen gerufen. So musste Regenwasser aus dem Schwesternwohnheim gepumpt werden. Nass bis auf die Knochen wurden 180 Kinder, Eltern und Betreuer beim fast planmäßigen Abbau des TSG-Zeltlagers auf dem durchweichten Freibadgelände am Sonnabendvormittag. Die traditionelle finale Schatzsuche und eine Tombola fielen ins Wasser und sollen beim Stadtfest am 11. September nachgeholt werden.

Gravierender waren die Folgen des Starkregens in Kleinburgwedel. Dort registrierte die Feuerwehr neun vollgelaufene Keller und Garagen. Im Dorf waren neben 25 Kleinburgwedelern 9 Kräfte aus Fuhrberg und 15 aus Wettmar im Einsatz. Laut Feuerwehrmann Florian Leisenberg waren am Mittag etwa 35 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das habe das "Fass zum Überlaufen" gebracht.

Bereits am Sonnabendmorgen musste wegen des Gewitters eine aus München kommende Lufthansa-Maschine von Langenhagen  aus Sicherheitsgründen zunächst nach Bremen umgeleitet werden, sagte die Sprecherin des Flughafens Hannover, Anika Studders. Nach einem Tankstopp in der Hansestadt landete die Maschine dann doch noch in Hannover.

Unterdessen mussten die Ortsfeuerwehren aus Krähenwinkel und Langenhagen zu acht Einsätzen ausrücken. Nach Auskunft von Krähenwinkels Ortsbrandmeister Kai Jüttner konnte die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen – diese hätten sich ihren Weg über die Schmutzwasserkanäle gesucht. Die Feuerwehr musste mit Fäkalien verunreinigtes Wasser aus den Kellern pumpen. Um die Gefahr einer Infektion zu bannen, sei konsequente Hygiene unabdingbar, so Jüttner. Deshalb würden Langenhagens Feuerwehrleute regelmäßig präventiv gegen Hepatitis A und B, geimpft. 

In Isernhagen verlief für die Ortsfeuerwehr von  N.B. der Sonnabend besonders turbulent. Ab 12:15 Uhr hielten Einsatzalarmierungen unter dem Stichwort "Wasserschaden" deren 18 Einsatzkräfte in Bewegung. Nicht nur "Am Ortfelde" standen Keller unter Wasser. In der Demminer Straße drückten die Wassermassen aus dem Entwässerungsystem in einen Keller. In H.B. standen Teile des Parkplatzes vor dem Einkaufszentrum unter Wasser, Regenwasser lief dort in zwei Geschäfte. Alle Einsätze seien mit Tauchpumpe und Wassersauger „abgearbeitet“ worden, berichtete Ortsbrandmeister Tankmar Eisfeld. Die Ortsfeuerwehr von Altwarmbüchen bewahrte indes in einem Nachteinsatz von 18.30 bis Sonntag, 3 Uhr, das Möbelhaus Höffner vor einem erneuten Wasserschaden. Nur dank des Simultaneinsatzes von sechs Pumpen sei ein unterirdisches Rückhaltebecken nicht in den Möbelmarkt übergelaufen, erklärte Feuerwehrsprecher Philipp Suppan.

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Fotostrecke Wedemark: Regen und Blitzeinschlag behindern Verkehr

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Bei einem Brand auf dem Zytanien-Gelände in Immensen sind der Dachstuhl und eine darunter liegende Wohnung am Sonnabend zerstört worden. Verletzt wurde niemand, die Höhe des Schadens liegt noch nicht fest. Anwohner vermuten einen Blitzeinschlag als Ursache. 90 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die beiden musikalischen Großveranstaltungen, die im August auf Zytanien stattfinden - das Zytanien- und das Fuchsbau-Festival – seien aber nicht gefährdet, sagten die Bewohner.

Auf dem alten Ziegeleigelände in Immensen, auf dem auch das Fuchsbau-Festival und das Zytanien-Festival stattfinden, ist eine Wohnung komplett ausgebrannt. Verletzt wurde niemand. 

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Auch innerhalb von Hannovers Stadtgebiet musste die Feuerwehr immer wieder zu Einsätzen wegen des Unwetters ausrücken. Ein Mehrfamilienhaus in Vahrenwald traf es dabei am schwersten. Ein Blitz schlug am Sonnabend gegen 6.45 Uhr in den Dachstuhl des Gebäudes in der Linsingenstraße ein. Dabei wurden Trümmerteile des Schornsteinkopfes in den Innenhof geschleudert. Zunächst entwickelte sich Rauch, eine Untersuchung mit der Wärmebildkamera ergab aber, dass es zu keinem Folgebrand gekommen war. Die Einsatzkräfte sicherten lose Teile des Schornsteins. Zur Schadenshöhe konnten bislang keine Angaben gemacht werden. Es wurde niemand verletzt.

Im Zooviertel , im Sahlkamp und in Vahrenheide kam es insgesamt viermal zu Gebäudeschäden wegen Überflutungen von Räumlichkeiten. In Döhren , in der Eilenriede und in Limmer mussten umgestürzte Bäume von der Feuerwehr gesichert werden. Stellenweise war die Fahrbahn des Bischofsholer Damms im Stadtteil Bult überflutet. Die Feuerwehr meldete am Sonnabendabend, dass alle Unwettereinsätze ohne größere Probleme abgearbeitet werden konnten.

Von Sven Warnecke und Martin Lauber

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