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Die Ruhe täuscht: Südlink geht weiter

Wedemark Die Ruhe täuscht: Südlink geht weiter

Um die Südlink-Trasse, die den Brelinger Berg zu durchschneiden drohte, ist es nur scheinbar ruhig geworden. Der geplante Stromtransport von den Windrädern im Norden in den Süden muss vom Netzbetreiber Tennet nun mit Erdverkabelung neu geplant werden. Der Berg liegt auch dabei auf der Strecke.

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So sehen Baustellen mit Grabenaushub und Rohrgräben zum Trassenbau aus. Die Fotos stammen aus einer Präsentation des Unternehmens Vorwerk aus Tostedt in Schleswig-Holstein bei der ersten Fachkonferenz zum Südlink in Fulda.

Quelle: Friedrich Vorwerk KG

Wedemark. Die Wedemärker Bürgerinitiative Suedlink warnt: Der Berg liegt auch dabei genau auf der Strecke. „Mit dem Umstieg auf den Vorrang der Erdverkabelung wurden im Südlink-Verfahren zwar die Karten neu gemischt, aber der Brelinger Berg und die Gemeinde Wedemark rücken abermals in den Fokus der Suchraumparameter“, verdeutlicht Georg Pfeiffer von der Bürgerinitiative im Gespräch mit dieser Zeitung. Festgeschrieben sei nun das Gebot eines geradlinigen Trassenverlaufs. Und dabei zeige sich seinen Angaben zufolge: „Der Brelinger Berg liegt exakt auf der Strecke zwischen Start- und Zielpunkt der Südlink-Trasse“.

Auf der ersten Fachkonferenz zum Thema „Bodenschutz an Gleichstrom-Erdkabeltrassen“ in Künzell in der Nähe der hessischen Stadt Fulda haben sich zuletzt Politiker und Fachplaner vor allem den Verläufen möglicher Trassen und dem Thema Bodenschutz für das großräumige Vorhaben gewidmet. Denn die Kabel müssten – je nach Varianten – auch in Äckern, Wäldern, Mooren oder Vogelbrutgebieten verlegt werden.

„Belastungen für die Natur sind natürlich auch bei der Erdverkabelung zu erwarten“, erläutert Pfeiffer. „In Waldgebieten müssten Schneisen mit einer Breite von circa 40 bis 50 Metern entstehen, die auch nach der Verlegung der Kabel nicht wieder aufgeforstet werden können.“ Eine komplette Baustraße mit Platz für den Bodenaushub werde eine Breite von 40 Metern haben.

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern – sie sind an roten Holzkreuzen an den Gartenzäunen vielerorts in der Wedemark zu erkennen – verfolgt der Negenborner zurzeit vor allem Informationsveranstaltungen zur Südlink-Planung und Fachkonferenzen. „Auf der Veranstaltung in Fulda waren wir nicht vertreten, wir wissen aber davon“, sagt Pfeiffer. Von der Ruhe der vergangenen Wochen sollte man sich nicht täuschen lassen, lautet daher seine Einschätzung. „Grundsätzlich handelt es sich eher um eine angespannte Phase des Luftholens“, meint er.

Im Herbst werde mit Ergebnissen auf der Grundlage der neuen Untersuchungen zu rechnen sein, hat Pfeiffer aus einer anderen Info-Veranstaltung mitgebracht. Und eine Hoffnung für die Bürgerinitiative: „Moore, sensibles Gelände und/oder Natura2000-Gebiete sollen definitiv nicht belastet werden.“

Voraussichtlich im September, schätzt Pfeiffer, werde Tennet erste Planungen des möglichen neuen Trassenverlaufs veröffentlichen. „Normalbürger“ würden erst wieder Vorschläge im Rahmen der öffentlichen Beteiligung vortragen dürfen. Eine Expertenkommission soll diese dann begutachten und bewerten.

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