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Inklusionsturnier im Tennis kommt nicht an

Wedemark Inklusionsturnier im Tennis kommt nicht an

Die Idee ist nicht angekommen: Ein vom Tennisclub Bissendorf und dem Behindertenbeirat Wedemark vorbereitetes Inklusionsturnier am Sonntag blieb ohne Teilnehmer. Bei aller Enttäuschung sind aber schon neue sprichwörtliche Bälle im Spiel.

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Günter Partetzke vom Behindertenbeirat (von links) und die Tennisaktiven Frank Hilke, Mechthild Müller, Helmuth Barthel, Hans Hippchen, Klaus Makowka, Achim Peters, Fritz Heidecke und der TC-Vorsitzende Benno Heinichen lassen sich nicht entmutigen.

Quelle: Kallenbach

Bissendorf. Alleine die Vorstandsmitglieder selbst und einige Aktive greifen am Sonntag auf dem roten Sand zum Schläger – auch unter ihnen sind übrigens mehrere Tennisspieler, die einen Schwerbehindertenausweis mit sich tragen. „Wenn Rollstuhlfahrer sich angemeldet hätten zum Turnier, hätten wir auch die Option Mehrzweckhalle in Bissendorf wählen können“, erläutert die Breitensportwartin im TC Bissendorf, Mechthild Müller. „Auf Sand geht es nicht mit Rädern.“ Aber trotz umfangreicher Vorbereitung und Veröffentlichungen lässt sich zu dem Ereignis niemand blicken, der zur angesprochenen Zielgruppe gehört. Auch der Niedersächsische Tennisverband, der das Turnier ausgeschrieben hatte, konnte mit keiner Rückmeldung dienen.

Der Sport Tennis, gibt die Sportwartin zu bedenken, sei eigentlich auf das Laufen angewiesen. „Wir hatten an Einschränkungen bei Tennisspielern gedacht, wie sie bei älteren Spielern häufig vorkommen. Wir wollten ältere Damen und Herren einladen und hatten nicht unbedingt Rollstuhlfahrer vor Augen“, verdeutlicht Klaus Makowka vom Behindertenbeirat. Das Turnier geht vor allem auf seine Initiative im Beirat zurück und wurde im Bissendorfer Verein gern aufgegriffen. Dort ist Makowka als ein leidenschaftlicher Tennisspieler bekannt.

Anfang Mai besprachen sich Vertreter von Tennisverein und Seniorenbeirat mit dem Niedersächsischen Tennisverband. Es wurde deutlich, dass untersucht werden müsse, was an Sportangeboten behinderte Menschen brauchen und annehmen. Auch mit dem Regionssportbund gab es ein Abstimmungsgespräch. „Und von Bürgermeister Helge Zychlinski kam als Stichwort, dies zum Leuchtturm-Projekt zu machen“, ergänzt Gunther Partetzke, der den Behindertenbeirat Wedemark leitet. „Wir wollten hiermit Erfahrungen sammeln.“

Als eine Niederlage sieht er den fehlenden Zuspruch nicht. „Es ist ein Ansporn, zu erkennen, was wir besser machen können“, betont Partetzke. So hat er jetzt einen inklusiven Wandertag für alle als Idee im Kopf. In dem halben Jahr, seit er den Beiratsvorsitz innehat, sei ihm eines deutlich geworden: „Behinderte zeigen sich nicht gern als hilfsbedürftig in der Öffentlichkeit.“ Auch fehle es vielen behinderten Menschen an dem Mut, sich die Behinderung einzugestehen, meinen Makowka und Partetzke. „Viele Behinderte spielen aktiv Tennis – aber hier wollen sie sich nicht outen.“

Der Beiratsvorsitzende lehnt ganz persönlich das Wort Inklusion ab. Für das Gremium werde der abstrakte Begriff ersetzt werden durch „Wir kümmern uns in Augenhöhe“, kündigt der Vorsitzende an. Er will sich in den nächsten Wochen mit sieben Vereinen und Organisationen zusammensetzen, um weitere Aktionen und Sportangebote zu erörtern. „Wir werden Vorschläge machen.“ Die Vereine müssen erst angeschrieben und ein Termin gefunden werden. Für Gunther Partetzke steht jedenfalls fest: „Man muss den Blick nach vorne richten“. Und ebenso unverdrossen dankt im Tennisclub Bissendorf der Vorsitzende, Benno Heinichen, allen Mitgliedern, die sich bei der Vorbereitung dieses besonderen Turniers engagiert haben, ohne dass es zu einer Siegerehrung kam.

Auch den großen Mellendorfer Turnverein (MTV) an der Industriestraße beschäftigt der Inklusionssport. Tanz und Tischtennis sind die Sparten, die zuerst bei einem Tag der offenen Tür so herausgestellt wurden. Im Turn-Club (TC) Bissendorf hat Inklusion vor allem beim Voltigieren schon länger seinen Platz.

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