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Trotz Kritik: Krippe lässt alte Obstbäume fällen

Mellendorf Trotz Kritik: Krippe lässt alte Obstbäume fällen

Seit Sonnabendmorgen zeugen nur noch abgesägte Baumstümpfe von den fünf Obstbäumen, die bis zum Wochenende auf dem Gelände der Krippe Haus am Teich standen. Der Verein der Kinderfreunde als Betreiber der Einrichtung hatte die Obstbäume trotz Kritik - mit Genehmigung der Gemeinde - von einer Firma schlagen lassen.

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Fünf Obstbäume auf dem Kita-Gelände stehen nicht mehr.Kallenbach

Mellendorf. Die Begründung: „Die konzentrierte Gefahr durch Wespen, die dort durch die Früchte maroder Bäume angezogen worden sind, war für uns als Träger und die Verantwortlichen der Gemeinde nicht mehr tragbar“, sagt der Vorsitzende Tim Arndt-Sinner. Seinen Angaben zufolge waren die zum Teil 65 Jahre alten Obstbäume krank. Erhalten bleibe eine Sauerkirsche. Arndt-Sinner kündigt zudem in einer öffentlichen Stellungnahme an, im Herbst hochwertigen Ersatz zu pflanzen.

Die angekündigte Fällung hatte Kritik ausgelöst. Es sei schwierig, die Sachlage richtig einzuschätzen, meint Peter Westenberger, der in der Nachbarschaft wohnt und das Kita-Gelände kennt. Ob nun Eltern, Erzieher, der Verein oder die Gemeinde die Dynamik in die Sache gebracht haben - der gelernte Umweltschützer will sich mit der Lösung nicht zufriedengeben. „Das ist ein Fall von grober Gedankenlosigkeit“, findet Westenberger. „Er erregt viele Menschen in gleicher Weise.“

Er könne sich nicht vorstellen, dass es ein unzumutbares Verlangen sei, „dass die Erzieher morgens ein paar Minuten Obst aufsammeln“. Das müsse doch möglich sein, meint der Mellendorfer. Ihm erscheine es hysterisch, wenn in der Begründung für die Fällung angeführt werde, die Erzieher könnten die Sicherheit der Jungen und Mädchen nicht gewährleisten.

Baumfällungen als vorsorgliche Maßnahme bei möglichen Allergien - das ist eine Argumentation, wie sie auch von der Gemeinde vorgebracht wurde. „Wo soll man dann die Grenze ziehen?“, gibt der Mellendorfer Kritiker zu bedenken. „Selbst in privaten Gärten stehen nur noch Reste von Obstbäumen.“

Auch der Nabu Wedemark wollte die Baumfällaktion verhindern und hatte zuvor die Haltung des Betreibers, des Vereins der Kinderfreunde, infrage gestellt. „Von Kinderfreunden erwarte ich für die nächsten Generationen eine ganz andere Denkweise“, betonte Heide Winterfeldt, die Leiterin der Nabu-Jugendgruppe (Naju).

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