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Bäume sollen grüne Inseln bleiben

Wedemark Bäume sollen grüne Inseln bleiben

Der Verein Dorfbild Elze wünscht sich eine Baumschutzsatzung, um den historischen Baumbestand zu erhalten. Keineswegs würden Grundstückseigentümer durch eine solche Regelung "enteignet" oder "bevormundet".

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Die Mitglieder des Vereins Dorfbild e.V. wünschen sich, dass Elzer "Bäumen einen Platz in ihrem Herzen" geben.

Quelle: Chadde

Elze. Was ist ein Baum eigentlich wert? Dem Verein Dorfbild Elze e.V. ist ein Jahrzehnte alter Baum sehr viel Wert. "Bäume waren die natürlichen Klimaanlagen der bäuerlichen Hofstellen", weiß beispielsweise Siegfried Götz zu berichten. Der 2003 verstorbene deutsche Biochemiker Frederic Vester ermittelte sogar den volkswirtschaftliche Wert eines hundertjährigen Baumes und sein Ergebnis überrascht: Mit 259.472 Euro, so Götz, errechnete Vester beinahe das 2000-fache des geschätzten Holzwertes.

"Bäume liefern einmalig Holz, aber über Jahrzehnte Sauerstoff und Schatten." Und sie prägen das Ortsbild. Deshalb möchte der Verein Dorfbild Elze e.V. den historischen Baumbestand seines Ortskerns schützen, fasst Ernst-Heinrich Theilmann das Vereins-Anliegen zusammen. "Wir wünschen uns die Zustimmung der Bürger zur Baumschutzsatzung", so die Hoffnung der Mitglieder.

Gegenargumente, wie "Enteignung von Grundstückseigentümern", "Bevormundung von verantwortungsvollen Baumbesitzern", "Aufblähen der Verwaltung wegen der Genehmigungsverfahren", "Einmischung in Privatentscheidungen", sind den Baumschützern natürlich bekannt, weshalb sie auf Paragrafen 14 des Grundgesetzes verweisen, der lautet: Eigentum verpflichtet.

Aber Erkenntnis bringt mehr als Paragrafenreiterei: "Wir wünschen uns Achtung vor gewachsenen Strukturen", so Ernst-Heinrich Theilmann. Er selbst würde dafür zum Besen greifen und beim Laub fegen helfen, wenn er damit zum Erhalt des historischen Baumbestandes beitragen könnte. Aber da große Hofstellen heute häufig in viele kleine Baugrundstücke aufgeteilt würden, so Theilmann, störten die schattenspenden Kronen der meterhohen Bäume bei der Gewinnmaximierung.

Am besten wäre ein Kompromiss, denn: "Wir möchten keine Entwicklung verhindern, wir möchten unsere grünen Schätze erhalten und Achtsamkeit fördern", betonen Theilmann und Mitstreiter. Neben bedauerlichen Beispielen verhielten sich viele Elzer auch vorbildlich: "Wir haben Eigentümer, die ihre Bäume schon seit Generationen auf eigene Kosten hegen und pflegen, während die Allgemeinheit davon unentgeltlich profitiert. Deshalb der Vereins-Appell an die Verwaltung: Keine kleinen Baugrundstücke in alten Ortskernen ausweisen, Honorierung der zahlreichen Bürger, die ihre Bäume pflegen und erhalten, sowie Unterstützung bei der Baumpflege."

Und einen Wunsch an Baumnachbarn hat der Verein Dorfbild Elze e.V. ebenfalls: nicht über fallendes Laub beschweren, sondern dem Nachbarn beim Fegen helfen. "Geben Sie dem Baum einen Platz in ihrem Herzen", appelliert Theilmann und bittet im Namen des Vereins um die Zustimmung zur Baumschutzsatzung. Seine Hoffnung dabei: dass schon viele Menschen vom "Baum der Erkenntnis" naschen konnten.

Von PATRICIA CHADDE

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