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Verkehrskonzept: Viele Bürger reden mit

Wedemark Verkehrskonzept: Viele Bürger reden mit

Mehr als 60 Bürger sind am Dienstagabend der Einladung der Gemeinde gefolgt und haben sich mit Anregungen und Lösungsvorschlägen in die Erstellung des Verkehrskonzeptes für die Wedemark eingebracht.

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Beim Workshop für das Verkehrskonzept der Gemeinde Wedemark bringen die Bürger in Arbeitsgruppen zu den einzelnen Ortsteilen viele Ideen ein.

Quelle: Carina Bahl

Bissendorf. „Es ist viel passiert in den vergangenen 20 Jahren“, sagte Kay Petersen von der Gemeindeverwaltung. Zahlreiche Neubaugebiete seien entstanden, viele Kindertagesstätten gebaut worden, und auch bei den Gewerbegebieten sehe die Gemeinde stetiges Wachstum. „Nur beim Verkehr ist eigentlich fast nichts passiert – außer der S-Bahn-Anschluss.“

Und eben dieser stellte für viele Bürger auch das größte Problem dar: Die langen Schließzeiten an den Bahnübergängen verursachen regelmäßig Staus. Eben das wussten auch die Planer vom Ingenieursbüro SHP aus Hannover zu bestätigen, die im Auftrag der Gemeinde den Verkehr bereits grob analysiert und Knackpunkte herausgearbeitet hatten. So hatten die Planer mittels Videotechnik an den Schranken in Bissendorf und Mellendorf begutachtet, wie lang die Schließzeiten sind. Durchschnittlich 17 Minuten ist die Schranke in Mellendorf pro Stunde geschlossen – im Schnitt 16 Minuten in Bissendorf. Dass das zu langen Staus im Berufsverkehr führt, verwundert nicht, angesichts der Tatsache, dass an beiden Übergängen zwischen 17 und 18 Uhr zwischen 630 und 830 Fahrzeugen gezählt wurden.

Aber nicht nur bei den Schrankenschließzeiten sehen die Planer dringenden Handlungsbedarf: „Auch die Situation für die Radfahrer ist ein bisschen katastrophal in der Wedemark“, sagte Jörn Janssen von SHP. Das unterstrichen auch die Bürger mit zahlreichen Hinweisen auf Engstellen oder eine schlechte Radfahrerführung in den Ortsteilen. Der Wunsch nach Schutzstreifen oder sogar Fahrrad-Autobahnen wurde prompt per Zettel an die Stellwände gebannt. „Es geht nicht darum. den Autoverkehr zu verteufeln, sondern ihn verträglich zu machen“, erklärte Janssen für die weitere Planung. So müsste bei Kreuzungen geschaut werden, dass der öffentliche Raum fairer verteilt werde – damit auch Fußgänger und Radfahrer zu ihrem Recht kommen.

Viel Kritik von der Bürgern gab es auch zum Schleichverkehr unter anderem durch die Wohnstraßen in Brelingen und zum starken Durchgangsverkehr auf den Hauptstraßen in Bissendorf und Mellendorf. Ob eine Umgehungsstraße die Lösung sei, auch diese Fragen nimmt das Ingenieurbüro mit nach Hannover. Der generelle Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung wurde nicht weniger laut – diesen hatten die Planer bereits in ihrem Bericht mit aufgenommen. Nach der Änderung des Straßenverkehrsordnung müsse geprüft werden, wo vielleicht vor Kindergärten, Schulen oder Altenpflegeheimen Tempo 30 angeordnet werden könne.

Glücklich machte der Bürgerworkshop am Dienstagabend nicht jeden – von konkreten und schenllen Lösungen ist man noch weit entfernt. Wo es sich jedoch lohnt, Gutachten und Verkehrszählungen vorzunehmen, um mit Straßenbaulastträgern und nicht zuletzt der Deutschen Bahn in Verhandlung zu treten, das ist seit Dienstagabend allen etwas klarer.

Und wie geht es jetzt weiter?

Zahlreiche grüne und vor allem rote Zettel hat das Ingenieurbüro SHP jetzt mit nach Hannover genommen. Noch in diesem Jahr sollen die Anregungen der Bürger mit in einen Gesamtbericht für das Verkehrskonzept fließen, der den Ratspolitikern dann vorgestellt wird. Welche Schlüsse und vor allem Beschlüsse diese daraus ziehen, bleibt abzuwarten – zumal die zu erwartetenden Kosten beim Umbau von Straßen und Knotenpunkten teils erheblich und oft abhängig von Fördergeldern sind. Eine Priorisierung der einzelnen Maßnahmen und die Beauftragung gezielter Gutachten können weitere Schritte sein.

Von Carina Bahl

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