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Viele machen es Einbrechern leicht

Wedemark Viele machen es Einbrechern leicht

Ein Griff, und das Garagentor lässt sich hochschieben. Einige Häuser weiter steht ein Flurfenster auf Kipp. Bemerkt haben es diesmal nicht Einbrecher, sondern Polizeibeamte und klingeln, um die Bewohner zu informieren. Eine Woche waren sie in fünf Ortsteilen unterwegs, um Einbrechern das Leben schwer zu machen.

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Das Garagentor ist nicht verschlossen, lässt sich einfach hochdrücken, stellen die Polizeibeamten Andreas Kremrich (hinten) und Rainer Stoermer fest.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. „Rollläden sind kein Einbruchsschutz“, stellt Polizeikommissar Andreas Kremrich klipp und klar fest. Während der Kontaktbeamte des Polizeikommissariats Mellendorf am Birkenkamp in Scherenbostel links und rechts mit den Augen eines Einbrechers Einstiegsmöglichkeiten sondiert, stellt er so manche Überzeugung von Hausbewohnern auf den Prüfstand. Ein gekipptes Fenster, auch wenn vergittert, erhält von ihm ein freundliches „na ja“. Ein abschließbares Fenster - immerhin „ein gewisser Schutz“.

Technisch aufgerüstet weisen mittlerweile viele Hauseigentümer ihre Eingangsbereiche und Fenster vor. „Schöne Bänder mit Aushebelschutz. Das ist schon sehr, sehr gut“, bestätigt Kremrich einer älteren Dame. Gleich muss diese besorgt los werden, „beinahe“ hätte sie kürzlich die Polizei gerufen. Ein Unbekannter war um ihr Haus geschlichen und hatte hineingeschaut. Sie solle sich doch trauen und anrufen, bittet Kremrich dringend. „Wenn der bei Ihnen abhaut, geht er zum Nachbarn.“ Und die Polizei hatte keine Chance, wenigstens die Personalien festzustellen.

Viel Geld müssen technische Vorrichtungen nicht kosten. Beim Schlosser habe er sich seine einfachen Spezialsicherungen an der Terrassentür für 50 Euro anfertigen lassen, sagt Dietmar Reyer in seinem Haus in Scherenbostel. „Es gibt ganz preiswerte Eisenwinkel für Fenster“, bestätigen Kremrich und Kollege Rainer Stoermer. Auch Fensterscheiben seien bruchhemmend nachzurüsten. Kameraattrappen können Einbrecher zumindest verunsichern. Rundherum ist ein anderes Haus nachts beleuchtet - „Energiesparlampen“, betont Wolfgang Bertling. „Wir sind durch damit: Fenster, Türen, alles ist gesichert.“ Seine Eltern hätten dieses Haus 1964 gebaut, damals das erste auf dem Acker. Erst die Eltern, dann er selbst hätten bis 2014 alles immer auf guten technischen Stand gebracht. „Vieles ist schon richtig gut“, bilanziert der Kontaktbeamte. „Die Menschen sind sensibler geworden für das Thema.“

Und so sollte man es nicht machen:

- Fenster oder Terrassentüren sind auf Kipp gestellt.

- Zweitschlüssel zur Haustür liegt „versteckt“ unter der Fußmatte, einem Blumenkübel oder auf einem Seitenfenstersims.

- Rollläden sind oft tagsüber heruntergelassen.

- Haus/Wohnung wirkt unbewohnt - dunkel oder über Zeitschaltuhr getaktet beleuchtet.

- Kellereingang nicht abgeschlossen und gesichert.

- Garagentor ist nicht verschlossen, Innentür zum Haus/Garten ist ebenfalls offen.

- Fenstergriffe sind abschließbar, aber der Schlüssel steckt.

Von Ursula Kallenbach

Einbrüche meist am Tag

Einbrüche am Tage kommen auch in der Wedemark deutlich öfter vor als solche bei Nacht. Beamte der Polizei in Mellendorf haben sich daher in dieser Woche präventiv täglich in Wohngebieten umgesehen – am Freitag in Resse, davor in Scherenbostel, Elze-Bennemühlen, Bissendorf und Mellendorf. Die aktuellen Zahlen: Im Bereich des Polizeikommissariats Mellendorf sind in diesem Jahr bis jetzt 49 Wohnungseinbrüche verfolgt worden; in 17 Fällen konnten die Täter den Einbruch wegen guter technischer Absicherungen der Gebäude nicht vollenden. Schwerpunkte dieser Kriminalität sind zurzeit Mellendorf (15 Fälle bisher in 2015) Bissendorf (10 Fälle), Elze-Bennemühlen (9 Fälle). 2014 verzeichnete die Polizei in der Wedemark insgesamt 84 vollendete Wohnungseinbruchsdiebstähle, davon 26 in Mellendorf, jeweils 11 in Elze und Scherenbostel sowie weitere, für die gestern keine Zahlen vorlagen.

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