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Vor 50 Jahren startete das erste Grasbahnrennen

Brelingen Vor 50 Jahren startete das erste Grasbahnrennen

Am Sonntag, 10. September, auf den Tag genau vor 50 Jahren drehten erstmals Spezialmotorräder und Beiwagengespanne auf dem Wedemarkring südlich von Brelingen ihre Runden. Knapp 20 Jahre lang ging das Grasbahnspektakel jährlich über die Bühne. Heute grasen auf der Fläche nur noch Kühe.

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Brüllende Motoren, waghalsige Fahrer und Schwaden von Dreck: So machte das erste Grasbahnrennen auf dem Wedemarkring vor 50 Jahren und noch lange Zeit danach vielen Besuchern und Aktiven Spaß.

Quelle: Bernstorf

Wedemark. Das erste Grasbahnrennen, das auf dem Wedemarkring ausgetragen wurde, zog in den Folgejahren auch international bekannte Fahrer bis hin zu Weltmeistern an. Mitglieder der Motor-Sport-Gemeinschaft (MSG) Hannover hatten 1967 auf mehreren Wiesen am Scharreler Weg einen 502 Meter langen ovalen Rundkurs angelegt und so präpariert, dass dort Rennen ausgetragen werden konnten. Zum Schutz der Zuschauer mussten Holzbanden gebaut werden. Sechs bis acht Fahrer traten in den einzelnen Rennen jeweils gegeneinander an, um Punkte für den Zwischen- und Endlauf zu sammeln. Pokale und Ehrenpreise wurden den Siegern überreicht.

Einzeln mussten die Fahrer die Grasnarbe des Wedemarkrings beim Wettbewerb um den Bahnrekord durchpflügen. Die Bestmarke wurde von 79,26 Stundenkilometer im ersten Jahr im Laufe der jährlich einmal wiederkehrenden Veranstaltung auf 95,95 Stundenkilometer gesteigert. Zwischenzeitlich sorgten Weltmeister Ivan Maugher aus Neuseeland und der deutsche Speedway- und Grasbahnmeister Egon Müller aus Kiel für neue Bestmarken.

Müller war über viele Jahre der Star auf dem Wedemarkring. „Wenn du vorn fährst, musst Du nicht den Dreck der anderen schlucken“ war seine Devise. Er stand in Brelingen häufig auf dem Siegerpodest und wurde für seine unnachahmliche Fahrweise von den Zuschauern gefeiert. Die Zuschauer konnten mit Hans Zierk aus Lehrte auch einen Lokalmatador bejubeln.

Über 6000 Zuschauer zog das Grasbahnrennen in den besten Jahren nach Brelingen. Die MSG konnte internationale Fahrerfelder verpflichten und ihre Veranstaltung stets als Wertungslauf zur Nord- und Westdeutschen Bahnmeisterschaft ausrichten. Waren bei dem ersten Grasbahnrennen auch Solomaschinen mit 50 Kubikzentimeter Hubraum am Start, so starteten bald nur noch Rennmaschinen mit 500 Kubikzentimetern Hubraum, die auf dem Wedemarkring die Grasbrocken und viel Staub in die Zuschauer wirbelten.

Zum Grasbahnrennen, das nahezu immer Anfang September ausgetragen wurde, herrschte in Brelingen Ausnahmezustand. Die Zuschauer, die zumeist mit Autos anreisten, wurden von der Brelinger Feuerwehr auf Wiesen geleitet, die für diesen Tag zu Parkplätzen umfunktioniert wurden.

Nach knapp zwei Jahrzehnten war Schluss auf dem Wedemarkring. Das Zuschauerinteresse ging zurück. Beim 18. Rennen wurden noch etwa 2000 Zuschauer gezählt. Die Einnahmen reichten nicht mehr, um einerseits ein attraktives Fahrerfeld zu verpflichten und andererseits die Grasbahn, die nur einmal im Jahr einem Rennen ausgesetzt werden konnte, zu präparieren. Hinzu kamen immer neue Auflagen. Schließlich entschieden die Verantwortlichen der MSG, das Grasbahnrennen auf dem Wedemarkring einzustellen.

Von Naturschützern wurde die Entscheidung sehr begrüßt, von den Anhängern des Grasbahnsports ebenso sehr bedauert. Heute weiden wieder Kühe auf den Wiesen und von der einstigen Grasbahn lassen noch kleine Erdhügel vermuten, wo einst die Zuschauer etwas erhöht an der Strecke standen.

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Fotostrecke Wedemark: Vor 50 Jahren startete das erste Grasbahnrennen

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Von Friedrich Bernstorf

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