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Viel Regen - Jürse ist rostig gefärbt

Wedemark Viel Regen - Jürse ist rostig gefärbt

Das kleine Flüsschen Jürse fließt derzeit rotgefärbt dahin. Ist etwa Klärwerkwasser ausgelaufen, sind es Algen oder handelt es sich um Düngereintrag und Gülle von den Feldern? Nein, keine dieser Vermutungen trifft zu, gibt der Naturschutzbeauftragte Heinz Linne Entwarnung.

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Peer (von vorn), Leif und Torge zeigen mit ihren Eltern Frauke und Volker Stehr, wo im Sonnenlicht das rote Wasser in der Jürse gut zu sehen war.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. In Abbensen und Bissendorf-Wietze haben Bewohner die rostroten Wasserflächen in dem Bachlauf an mehreren Stellen entdeckt und sich über Facebook ausgetauscht. Andere Wedemärker meldeten das Phänomen dem Naturschutzbeauftragten der Region für die Gemeinde, Heinz Linne. Er wiederum versicherte sich zurück in der Tiefbauabteilung der Wedemärker Gemeindeverwaltung, ob irgendwo ein Schaden vorliege.

Doch nahezu sicher ist er jetzt, dass die rostrote Färbung genau dies anzeigt: mineralisiertes Eisen im Boden. „Da, wo jetzt bei den starken Regenfällen Erde in die Bäche geschwemmt wird, liegt wahrscheinlich eine Schicht Raseneisenstein unter dem Ackerboden und wird ausgewaschen“, sagt Linne. „In Bissendorf-Wietze sind manche Gräben wirklich rot. Das ist ganz normal in dieser Gegend. Ich kenne auch etliche Stellen dieser Vorkommen in der Nähe von Resse, und am Mühlengraben habe ich es ebenso gesehen.“

Mit ihren drei Söhnen Torge, Leif und Peer hat Familie Stehr in Abbensen die rote Jürse entdeckt. „Im Internet haben sich viele darüber ausgetauscht“, berichtet Frauke Stehr. Sie selbst schrieb außerdem die Gemeinde an. Man wolle doch wissen, worum es sich handelt, wenn die Kinder auch mit den Füßen ins Wasser gehen, sagt die Mutter.

Eine Antwort hat sie zwischenzeitlich erhalten. Darin bestätigt Gemeindesprecher Hinrich Burmeister die Auffassung Linnes. "Unsere Gewässerschutzbeauftragten haben sich die Sache vor Ort angeschaut und sind zu der Meinung gelangt, dass es sich um Eisenoxid-Auswaschungen handelt", teilte Burmeister der Familie Stehr mit. "Diese sind im Zuge der Starkregenereignisse aufgetreten. Die Braunfärbung hat also natürliche Ursachen."

Die Wedemärker haben, auch wenn sie nicht in die Natur gehen, Raseneisenstein über das ganze Jahr vor Augen: Das noch offen zutage liegende Baumaterial im Turm der Bissendorfer Kirche und an alten, erhaltenen Fachwerkgebäuden vielerorts besteht aus Raseneisenstein. Die verfestigten Bodenablagerungen mit hohem Eisenerzgehalt wurden, wie vielfach dokumentiert, im 13. bis 15. Jahrhundert zu diesem Zweck abgebaut.

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