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Die Löwen kämpfen für Flüchtlinge

Wedemark Die Löwen kämpfen für Flüchtlinge

Seit drei Jahren erst ist er ein Löwe. Schon ist er der Präsident des Lions Clubs für die Wedemark. Rolf Grünewald, 64, will in seinem Amtsjahr die Welt der Lions gar nicht neu erfinden. Er setzt auf Kontinuität. Und doch: Indem er dem Club die Flüchtlings- und die Seniorenarbeit auf die Fahnen schreibt, gibt er ihm auch ein neues Gesicht.

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Rolf Grünewald ist der neue Lions-Präsident des Wedemärker Clubs.

Quelle: Joachim Dege

Wedemark. Das Lionsjahr dauert nach einer weltweiten Festlegung der Organisation jeweils vom 1. Juli bis zum 30. Juni des Folgejahres. Ein solches Lionsjahr lang wird Grünewald, verheiratet, dreifacher Vater aus Wietze-Wieckenberg, nun als Kopf des mit nur 20 Mitgliedern recht kleinen Clubs in der Wedemark amtieren. „Ich will die erfolgreiche Arbeit meiner Vorgänger fortsetzen“, verspricht er. Das legt die Vermutung nahe, dass alles bleibt, wie es ist.

Was freilich nur zum Teil stimmt. Natürlich werden die Lions auch mit Grünewald an der Spitze ihre beliebten Adventskalender verkaufen und das so eingenommene Geld in soziale Projekte in der Gemeinde investieren, vor allem für bedürftige Kinder und Jugendliche. Im vergangenen Jahr gaben die Lions 20 000 Euro. Auch das Kinderprogramm beim Poloturnier in Maspe wollen die Lions während Grünewalds Präsidentschaft wieder gestalten. Zudem gibt es am Kuchenverkauf im Altenpflegeheim in Mellendorf nichts zu rütteln.

Doch wozu hätte es eines neuen Präsidenten bedurft, wenn der Neue alles beim Alten beließe? Grünewald ist freischaffender Künstler, ein Graveur mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, der sich auf filigrane Formgebung versteht. Beim sogenannten Präsidentenempfang im eigenen Garten und auch beim jüngsten Clubabend hat er die 19 anderen Lions bereits wissen lassen, welchen Stempel er dem Club aufzudrücken gedenkt. Er will der Flüchtlingsarbeit in der Wedemark stärker unter die Arme greifen. Auch in die Seniorenarbeit will er investieren. Beide Bereiche, so sagt er, seien Herausforderungen, denen sich die Gemeinde infolge der weltweit anhaltenden Flüchtlingswelle und des demografischen Wandels der Gesellschaft zunehmend stellen muss. Dem wollten auch die Lions, die sich aus verschiedenen Berufsgruppen rekrutieren, Rechnung tragen.

Der auf grazile Zinnfiguren spezialisierte Meistergraveur, dessen hohe Kunst Museen und Sammler in der ganzen Welt schätzen, hat sich auch schon ausgemalt, woher das Geld für neue Projekte kommen könnte. Der Mann ist begeisterter Kanufahrer und Tourenradler. Ein Outdoorfan. Am liebsten in Kanada und in den USA unterwegs. Im Herbst will er nach Kalifornien reisen. Dort will er von San Francisco nach Los Angeles radeln. Das sind stolze 700 Kilometer. Für jeden dieser Kilometer will Grünewald selbst 5 Cent spenden. Damit nicht genug: Er will in der Wedemark dazu aufrufen, es ihm doch gleichzutun und ebenfalls einen freiwilligen Betrag für jeden Kilometer seiner ungewöhnlichen Radtour, die er seit zwei Jahren plant, zu geben - fürs Gemeinwohl, das den Lions so am Herzen liegt.

Seine Löwen hat der neue Präsident längst überzeugt. Dass sich auch andere Wedemärker nicht lumpen lassen werden, davon zeigt sich der gebürtige Elzer überzeugt.

Von Joachim Dege

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