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Profi soll entlaufenen Windhund zurückbringen

Wedemark Profi soll entlaufenen Windhund zurückbringen

Viele Versuche, den von einer Pflegestelle entlaufenen spanischen Windhund Edu wieder in die Obhut des Menschen zu bringen, sind fehlgeschlagen - kaum ein Ortsteil, in dem er noch nicht gesichtet wurde. Nun soll ein Profi im Hundeeinfangen den Hund zurückbringen.

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Der entlaufene spanische Windhund Edu - das Bild zeigt ihn noch vor seinem Ausflug - soll von einem Profi wieder eingefangen werden.

Quelle: privat

Wedemark. Die Vorsitzende des Vereins Heimatlose Tiere in Lindwedel, Angelique Kindler, hat Tierfreunde mehrfach dringend gebeten, den Hund nicht zu rufen oder sich ihm zu nähern. „Edu ist so in Panik, dass er sich dann nur umso weiter zurückzieht“, verdeutlicht sie. Immerhin sei es inzwischen gelungen, das Tier an einer Stelle in Brelingen anzufüttern. In einer Scheune in Wiechendorf laufe er außerdem einen Schlafplatz an.

„Die Stellen sucht er regelmäßig auf, um bereitgelegtes Futter aufzunehmen“, sagt Kindler. Eine in Brelingen aufgestellte große Lebendfalle für Hunde war allerdings schon Ziel einer ungeklärten „Befreiuungsaktion“. „Wir gehen davon aus, dass Edu sich schon einmal in dem Kasten befunden hat. Das Futter war weg, aber dann war die Falle mutwillig entschärft und das Türfallgitter wieder hochgezogen worden. Alle Informationszettel, die ich angebracht hatte, waren verschwunden.“

Die Tierschützerin möchte keinen Verdacht öffentlich äußern. Wohl aber macht sie deutlich, dass es auch unter Tierschützern höchst unterschiedliche Vorstellungen darüber gebe, wie mit einem streunenden Tierschutzhund am besten umzugehen sei. Auch Hundekommunikatoren würden eingesetzt, die eine geistige Verbindung zu dem Tier aufzunehmen versprechen.

Hinter dem spanischen Windhund Edu liegen schlimme Erfahrungen in seinem Heimatland, wo er im Wald gefunden und eingefangen wurde und im Tierheim lebte - Erfahrungen, die er mit Menschen machte. Auch mehrfache Transporte haben das Tier verunsichert. „Er hat deshalb die allergrößte Panik, wieder eingefangen zu werden“, beschreibt die Vereinsvorsitzende. Insofern werde der Hund nicht freiwillig seine gewonnene Freiheit aufgeben, die er schon zwei Stunden nach Eintreffen in der Lindwedeler Pflegestelle gesucht hatte. Dort war er aus dem Garten über einen 1,80 Meter hohen Zaun entwichen. „Er war dort, obwohl dies ausdrücklich vertraglich vereinbart war, nicht an eine lange Schleppleine gelegt, und die Pflegeperson war einige Momente nicht achtsam“, stellt Kindler fest. Schleppleinen lassen Hunden acht bis zehn Meter Bewegungsradius und sichern sie zu ihrem eigenen Schutz an dem Standort.

Die Vereinsvorsitzende selbst hält sich seither rund um die Uhr am Handy unter (0163) 2677019 auf Abruf bereit. Sie setzt jetzt auf die Aktion in Wiechendorf. Wenn der Hundesicherer Heino Krannich die Distanznarkose anwenden kann, ist der weitere Weg klar geregelt. „Ich nehme den Hund kurzzeitig zu mir in meine Wohnung, damit er wieder zu sich kommen kann“, kündigt Kindler an. „Wenn er so weit mobil ist, fahre ich ihn zu einer professionellen Hundehalterin, bei der er dauerhaft bleibt - 400 Kilometer Richtung Süden.“

Für Hunde ist der Tod die Alternative

Tierschutzorganisationen, die Hunde vornehmlich aus Spanien, Griechenland und den Balkanstaaten nach Deutschland holen und in Pflegestellen vermitteln, müssen sich hierzulande für Aufwand und Fehlschläge oft rechtfertigen. „Uns wird gesagt: Lasst die Hunde doch da. Ein Argument ist auch, dass unsere eigenen Tierheime voll sind und viele Hunde und Katzen hier auf Vermittlung warten“, bestätigt Angelique Kindler, Vorsitzende des Vereins Heimatlose Tiere Lindwedel. Sie hat sich aber entschieden zu helfen. „Die Alternative für die frei laufenden Hunde in den genannten Ländern ist, auf der Straße zu hungern und eingefangen zu werden. Ansonsten landen sie im Wald und werden an Bäumen aufgehängt oder kommen in der Tötungsstation eines Tierheims ums Leben“, verdeutlicht sie. Die Hunde würden sogar in den Heimen qualvoll durch Vergasung sterben. Sie über Vereine, Paten und Transportketten aus den Ländern herauszubringen, ist nach Überzeugung der aktiven Tierschützer ein Akt der Tierrettung. Allein Mitleid reiche aber auf der Seite der Aufnehmenden nicht aus, betont Kindler. Sie ist selbst Hundetrainerin und Heilpraktikerin. An Pflegestellen für Tierschutzhunde würden daher – vertraglich vereinbart – klare Anforderungen gestellt. Die meisten Hunde seien vielfach geschädigt und voller Angst, gefangen zu werden. Mindestens ein halbes Jahr sei für den Aufbau einer Bindung zu einem Menschen anzusetzen. In dieser Zeit müssten Regeln eingehalten werden, damit das Tier nicht unkontrolliert wieder die Freiheit suche – zu seinem eigenen Schaden.

Von Ursula Kallenbach

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