Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Zur Ernte ist Rücksicht gefragt

Wedemark Zur Ernte ist Rücksicht gefragt

Es ist eine Kampagne rechtzeitig zur Erntezeit: Schilder und Flyer sollen Spaziergänger, Jogger, Radler und Reiter auf landwirtschaftlichen Wegen in der Wedemark darauf aufmerksam machen, dass sie den Landwirten mit Großfahrzeugen im Einsatz in diesen Wochen Vorrang einräumen und den Weg frei machen sollten.

Voriger Artikel
Kita-Erzieher büffeln für blaues Schild
Nächster Artikel
Das alte Backhaus bleibt im Ort

Ursula Schwertmann und Landwirt Martin Schönhoff finden das Projekt gut. Nach der Erntezeit werden die Schilder wieder abgebaut.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. „30 Schilder werden aufgestellt“, sagt die Umweltbeauftragte der Gemeinde, Ursula Schwertmann. Ausgewählt dafür sind drei Bereiche, in denen sich besonders viele Spaziergänger in die Natur begeben: am Anfang des geologischen Erlebnispfades in Bennemühlen, am Weg an der Beeke südlich von Elze und am Scharreler Weg (Brelingen Richtung Schadehop). Die Schade- hoper haben großes Interesse an diesen „Wegweisern“. Sie allein erhalten zehn Schilder und bezahlen sie selbst. „Den Rest hat die Gemeinde finanziert“, berichtet Schwertmann. Konzipiert wurden die Schilder und Flyer - „Rücksicht auf reife Ernte“ - in Kooperation von Gemeinde und Landvolkkreisverband Hannover. Aber auch der Nabu Wedemark und der Naturschutzbeauftragte der Region Hannover in der Wedemark, Heinz Linne, firmieren aus guten Gründen auf dem zweigefalteten Merkblatt als Ansprechpartner.

Die Ansprüche von Freizeitnutzern, Land- und Forstwirten sowie Naturschützern in Natur und Landschaft sind jeweils unterschiedlich. Daraus resultierende Konflikte bestimmten auch viele Diskussionen bei der Erarbeitung des Gemeindeentwicklungsplans. Die Idee, die Themen gemeinsam an einem Runden Tisch weiterzuentwickeln, sei dort entstanden, betont Schwertmann. Gemeinsam Projekte zu entwickeln sei das Ziel. „Das Projekt Rücksicht auf reife Ernte ist der Start für weitere gemeinsame Vorhaben“, kündigt sie an. Sie selbst erfahre in diesem Austausch mit den Landwirten viele Einzelheiten, die selbst ihr aus dieser Sicht vorher nicht bekannt waren, bestätigt sie gern.

Um wie viel weniger machen sich alltägliche Freizeitnutzer klar, dass Feld-, Wald- und Wiesenwege vorrangig land- und forstwirtschaftlichen Zwecken dienen und Wirtschaftswege sind, die den Realverbänden und der Gemeinde gehören. Andererseits wünschen sich Spaziergänger, Naturschützer und Jäger dichte Hecken und Feldgehölze am Wegesrand, und sie haben ein Auge für blühende Wegsäume. Naturschützer wiederum möchten dort möglichst viele vernetzte, abwechslungs- und artenreiche Biotope schaffen, um neben der landwirtschaftlichen Nutzung die Artenvielfalt zu erhalten. Parken jedenfalls sollte man darauf nicht. Wege- und Feldränder - wer hätte das gewusst? - nehmen mehr Fläche ein als alle Naturschutzgebiete zusammen. Die Wege jedenfalls haben den Anstoß gegeben, gemeinsame Wege zu gehen - das wird aus dem informativen Flyer klar.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sixu68nzkh1ei2oqj15
Heißausbildung über viele kalte Stunden

Fotostrecke Wedemark: Heißausbildung über viele kalte Stunden