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Schüler üben sich als Lokalpolitiker

Mellendorf Schüler üben sich als Lokalpolitiker

Wie funktioniert Kommunalpolitik? Wie formuliert man Interessen und vertritt diese öffentlich? Das haben 102 Schüler an den vier weiterführenden Wedemärker Schulen erfahren und ausprobiert.

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In der Debatte tauschen die Fraktionen Argumente aus und stimmen schließlich ab.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Die Schüler der Klasse 8d des Gymnasiums, der 8.4 der IGS und der 9a der Realschule schlüpften drei Tage lang im Planspiel „Pimp Your Town“ in die Rolle von Ratsmitgliedern. Sie fassten ihre Ideen in Anträge, berieten über Verbesserungsvorschläge und trafen Entscheidungen, von denen einige später in die wirkliche Ratsarbeit von Wedemark eingehen sollen.

Kritisch beäugt, fotografiert, gefilmt und interviewt wurden die drei Schüler-Fraktionen von einem Presseteam, das die Klasse 10a der Konrad-Adenauer-Schule stellte. Das Team produzierte einen Film, ein gedrucktes Magazin mit eigenen Fotos und Texten und beteiligte sich online an den Abstimmungen. Begleitet wurden alle Schüler vom elfköpfigen Team des Vereins Politik zum Anfassen aus Hannover. 

Das Planspiel hatte am Montag begonnen. Bürgermeister Zychlinski begrüßte die Teilnehmer mit einer Einführung in die Ratspolitik und Kommunalpolitik. Danach sammelten die Klassen als Fraktionen Ideen, um daraus Anträge zu formulieren. Diese gingen – wie im richtigen Leben – zunächst in die Fachausschüsse.

Am Dienstag bekamen die Schüler Unterstützung von zahlreichen echten Ratsmitgliedern der Gemeinde Wedemark. Rebecca Schamber, Rudolf Ringe, Ingemar Becker, Heinz Peterburs, Jessica Borgas, Karen Drews, Hans-Joachim von Einem, Peter Reuter und Niklas Mühleis bereiteten die drei Fraktionen in neun Ausschüssen darauf vor, ihre Anträge überzeugend zu vertreten. Danach tagten unter Leitung der „echten“ Ausschussvorsitzenden die drei fiktiven Ausschüsse für Jugend und Sport, Soziales, Kultur und Schule und Planen, Bau und Umwelt. Den Schlusspunkt des Projekts bildete am Mittwoch eine große fiktive Ratssitzung im Forum des Schulzentrums.

"Argumente nennen, warum wir etwas gut finden"

Wo auch der echte Gemeinderat tagt, wuseln am Mittwochvormittag 82 Nachwuchspolitiker. Im Forum des Schulzentrums tauschen Schüler der IGS, des Gymnasiums und der Realschule ihre Argumente aus. „Wir wollen, dass in der Wedemark mehr Mülleimer aufgestellt werden“, stellt Clara in der fiktiven Ratssitzung einen Antrag der Fraktion IGS vor. Was für die einen plausibel klingt, wird von anderen infrage gestellt. „Zu teuer“ kontern die einen. „Nutzlos, es werfen doch so viele ihrem Müll genau daneben“, sagen andere. Am Ende sind 33 Schüler dafür, 43 dagegen – Antrag abgelehnt.

So geht es Punkt für Punkt an einer Tagesordnung entlang, die insgesamt stolze 45 Anträge enthält. Die Schüler haben sich allerdings darauf geeinigt, nur über 18 abzustimmen, sonst die Zeit nicht reichen würde. Zu manchen vermeintlichen Selbstläufern entwickelt sich ein reger Schlagabtausch, gewinnen die Redner einem Thema viele Facetten ab. Erkenntnis: Es gibt nicht nur schwarz oder weiß.

„Es war prima, wir durften in den Ausschüssen Beschlüsse fassen, die dann auch im Rat besprochen wurden. So wollten wir zum Beispiel, dass nach der sechsten Stunde ein Bus mehr nach Elze-Bennemühlen fährt, denn der ist immer so voll“, sagt Realschüler Jonas (14).

„Ich finde Kommunalpolitik spannend. Wir mussten Argumente nennen, warum wir etwas gut finden. Wir wollten, dass Straßen und Wege besser werden. Manchmal müssen Kinder vom Bürgersteig auf die Straße ausweichen, weil der so schlecht ist“, sagt Hannes (14) von der IGS.

„Es macht Spaß, tiefer einzusteigen“, findet Gymnasiast Christian (14) . „Wir wollten zum Beispiel, dass es weichere Sitze gibt. Aber die Realschüler brachten dann den Brandschutz rein. Es kann einem also immer noch einer kommen, der kontert oder etwas ergänzt, was man vorher nicht bedacht hatte.“

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