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Gespräch über Integration: Was hilft wirklich?

Wedemark Gespräch über Integration: Was hilft wirklich?

Zu einem Vortrag und einer anschließenden Podiumsdiskussion rund um das Thema "Integration als Herausforderung für die Zivilgesellschaft" laden der Interkulturelle Treff (IKT) und der Verein Miteinander.Wedemark für Dienstag, 16. Mai, 19.30 Uhr, ins Bürgerhaus Bissendorf, Am Markt 1, ein.

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Ein Vortrag und eine Diskussion, initiiert von zwei Wedemärker Organisationen, sollen den Helfern vor Ort Perspektiven für eine nachhaltige Integration von Flüchtlingen aufzeigen.

Quelle: Wüstneck/Symbolbild

Wedemark. Der IKT steht seit Jahren im Dienste der Sprachkenntnisvermittlung für Neuangekommene und Geflüchtete in der Wedemark. Der Verein Miteinander.Wedemark kümmert sich seit einem guten halben Jahr um die finanzielle Zusatz-Unterstützung dieser Menschen sowie um zentraleVeranstaltungen für Flüchtlinge wie auch für Helfer durch Spenden. Beide Organisationen hätten sich in einer gemeinsamen Beiratssitzung zur Notwendigkeit einer solchen Aktivität aufgerufen gefühlt, berichtet Cornelia Blume, Vorstandsmitglied bei Miteinander.Wedemark. Sie und Ernst Pobloth vom IKT sind die Initiatoren der Veranstaltung.

Die Gesprächsatmosphäre, die allen Akteuren zum Thema Integrationsarbeit entgegenkomme, sei häufig gemischt, sagt Blume. Sie bestehe aus Kommentaren von Beobachtern der Szene wie auch von Helfern oder Spendern, die teils auch Hilflosigkeit oder Skepsis gegenüber dem Gelingen von Integrationsarbeit zum Ausdruck brächten. „Wir haben in unserem Gremium auch gemerkt, dass wir zum Teil angesichts der vielfältigen kulturellen Traditionen, aus denen Geflüchtete zu uns kommen, gern mehr wüssten über gelingende Konzepte zur Integration - gerade auch im ländlichen Raum“, erläutert Blume.

Nachdem die Geflüchteten in Wohnungen untergebracht seien, "verschwinden sie ein bisschen", sagt Blume. "Wir würden aber gern im Gespräch mit ihnen bleiben, sonst laufen unsere Aktivitäten ins Leere." Dass es ruhig sei, sei keineswegs ein zuverlässiges Zeichen dafür, dass alles gut laufe. "Das würde ich nicht unterschreiben, denn diese Menschen melden sich nicht unbedingt von allein."

Wenn die Sprachbarriere etwas gelockert sei, sei es oft schwer zu erkennen, was nun der nötige nächste Schritt ist, um Geflüchteten ein attraktives Angebot machen zu können, wo sie selbst in die Pflicht genommen werden könnten und wo dies nicht gehe. Ehrenamtliches Engagement gerate dann manchmal an seine Grenzen. „Manche Menschen betrachten die Integration von Geflüchteten auch als Überforderung, ihre Antwort ist Grenzsetzung und Abschiebung statt Integration, und dies drückt sich mittlerweile ja auch im politischen Spektrum der Wedemark klar aus“, stellt Blume fest.

Die Organisatoren haben für den Vortrag Erik Weckel gewonnen. Er ist pädagogischer Mitarbeiter der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung, die nach dem Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz als Dienstleister für die öffentlich verantwortete Erwachsenenbildung in Niedersachsen steht. Diese niedersächsische Institution ist in Deutschland einzigartig. Weckel ist dort für die politische Bildung zuständig und seit Kurzem vertretungsweise auch für das Thema ehrenamtliches und bürgerliches Engagement.

Stichworte in seinem Vortrag werden die des Ankommens in der deutschen Gesellschaft sein. „Weckel hinterfragt, wie wir zusammen leben wollen und können und was Integration bedeuten könnte“, erläutert Blume. Nach dem Vortrag sollen die Teilnehmer meinungs- und parteienübergreifend zum Thema ins Gespräch kommen. „Daraus ergeben sich möglicherweise konkrete und bislang unangetastete Aufgaben für unseren Verein und seine Mitglieder und seine Wirkung in der Region." Bei dieser Gelegenheit könnten auch Fragen wie die nach einem Leitbild oder der Entwicklung einen Bildungsangebotes mit Wirkung in die Region gestellt werden und anderes mehr.

Als Moderator für die Podiumsdiskussion haben die Organisatoren den Juristen Ralph Warnke gewonnen. Er ist in der Wedemark als Geschäftsführer einer Firma für Medizinprodukte seit langer Zeit fest verankert, aber weder dem IKT noch dem Verein Miteinander.Wedemark zugehörig. Somit sei er als Moderator neutral, sagt Blume.

Cornelia Blume im Interview

"Die Integration fängt jetzt erst an"

Worin genau liegt die Notwendigkeit dieser Veranstaltung?  

Das Thema Integration muss öffentlich breit diskutiert werden, damit es in den Köpfen der Bürger ankommt. Wir wollen uns vor der Bundestagswahl positionieren und nicht zuletzt rechtspopulistischen Tendenzen den Wind aus den Segeln nehmen.

Was treibt die Flüchtlings-Helfer am meisten um?

Viele haben die Sorge, dass ihre Hilfe verpufft. Sie fragen sich, ob ihre Hilfe die richtige ist, damit sie auch nachhaltig hilft.

Warum kommt das Thema jetzt hoch, wo der große Zustrom schon vorbei ist?

Integration fängt eigentlich erst an, wenn die Menschen mit dem Nötigsten versorgt sind. Die Herausforderung besteht darin, nach der Willkommens- und Ankommensphase diese Menschen mit allen Rechten und auch Pflichten in die Gesellschaft aufzunehmen - ihnen zum Beispiel aktiv Ehrenämter anzutragen.

Was könnte in guter Effekt der Veranstaltung sein?

Die konkrete Planung der nächsten Schritte in der Integrationsarbeit. Wir wollen auch auf uns und auf die Tatsache aufmerksam machen, dass wir für die Gemeinde die Spendengelder verwalten. Darüber hinaus möchten wir gern weitere Helfer gewinnen - gerade auch jüngere Menschen.

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Cornelia Blume vom Verein Miteinander.Wedemark organisiert die Veranstaltung zusammen mit Ernst Pobloth vom Interkulturellen Treff.

Quelle: Maren Kolf
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