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Gewässer werden untersucht

Wedemark Gewässer werden untersucht

Alles, was kreucht und fleucht, wird 2016 an drei großen Gewässern in der Wedemark wissenschaftlich begleitet, aufgenommen und dokumentiert. Der Angelverein Neustadt und seine Mitglieder werden eine Menge zu tun bekommen.

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Am Brelinger Kiesteich hat Holger Machulla mit seinen Mitstreitern im Angelverein schon viel Arbeit geleistet.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. Das Baggerseeprojekt - es umfasst den Brelinger Kiessee, den Meitzer Kiessee und den Autobahnsee im Dreieck der A 352 - begleiten Wissenschaftler der Leibniz-Universität Hannover und des Fischerei-Instituts Berlin. „Sie kartieren alles, was da los ist an den Gewässern“, sagt der Vereinschef Holger Machulla. Ziele seien die Verbesserung der Lebensräume und der Gewässer- und Uferstrukturen. So fehle es am Meitzer Kiessee, der schnell 24 Meter steil abfällt, an Flachwasserbereichen. Ein Teilziel auch, das nicht nur Angler und Spaziergänger interessiert: was heute sinnvoll zu fordern ist an Renaturierungsplanung für den weiter anhaltenden Kiesabbau, der in die Natur tief eingreift.

Das Projekt wird vom Bund bezahlt. „Wir als Verein haben einen Anteil von 1000 Euro je See jährlich zu zahlen plus Manpower“, sagt Machulla. Denn was verwirklicht werden soll aus den Erkenntnissen, werden die Angler selbst in die Hand nehmen. Insgesamt hat der Verein sechs Projekte zum Kartieren angemeldet. Eines betrifft auch die Jürse ab Luttmersen (Neustadt). „Wir bauen Kies in das Bett ein und bringen Totholz ein“, berichtet Machulla. „Man will das Gewässer dort wieder mehr in Mäandern laufen lassen für die forellenartigen Fische.“ Um damit auf das Interesse der Angler am Fisch zu kommen: In der Jürse gebe es einen guten, natürlichen Bestand an Bachforellen, betont Machulla. Im Neustädter Raum, wo die Jürse teils vier Meter breit sei, besetze der Verein seit 2015 den Bach auch mit Lachsen.

Als Naturschutzverein kann der Angelverein den angelbaren Inhalt seiner Seen nicht von deren ökologischem Zustand trennen. „Die Pflege auch der Wege und Plätze macht viel Arbeit“, bestätigt Machulla. In Brelingen sorgt er sich seit Jahren um den Wasserverlust in dem ehemaligen Kiesabbausee; das Gewässer verlandet zunehmend. Für Spaziergänger hat der Verein inzwischen auf den abfallenden, rutschigen Sandwegen zum See Kiesschwellen eingebaut.

Im zweiten Schritt des Projekts, das über sechs Jahre läuft, sollen niedersachsenweit an acht Seen die Lebensräume verbessert werden.

Quappen sollen die Grundeln bekämpfen

Quappen – was sind das? Ab sofort setzt der Angelverein Neustadt in seine Seen auch in der Wedemark diese heimischen Fische ein, um eingewanderte andere Arten zu bekämpfen, zum Beispiel die Grundeln. Dies ist nur ein Projekt von mehreren großen, die der ASV als Naturschutzverband mit öffentlicher Förderung auch in der Wedemark endlich anpacken kann. Das Anschubprojekt gegen die Schwarzmaulgrundeln und Marmorgrundeln – diese Fische sind mit großen Schiffen über den Mittellandkanal eingewandert – wird von der Bingo-Lotto-Stiftung unterstützt. Grundeln gehören zu den sogenannten invasiven Arten wie – an Land – der große Bärenklau; die biologische Invasion gebietsfremder Arten verdrängt einheimische Pflanzen und Tiere. Die Verbreitung gilt als in ökologischer, ökonomischer oder gesundheitlicher Hinsicht bedenklich. Einer aktuellen Schätzung zufolge liegen die Kosten für die Beseitigung der Schäden, die durch invasive Arten verursacht werden, allein in der EU zwischen 9,6 und 12,7 Milliarden Euro pro Jahr.

Ursula Kallenbach

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