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Ein anspruchsvolles Jubiläumskonzert

Wennigsen/Gehrden Ein anspruchsvolles Jubiläumskonzert

Mit einem überwältigenden Konzert hat die Gehrdener Stadtkantorei am Sonntag ihr 20-jähriges Bestehen in der vollbesetzten Klosterkirche in Wennigsen gefeiert. Nicht nur in Gehrden, sondern auch im Umland und in Hannover hat sich der Chor in den zwei Jahrzehnten einen Namen gemacht.

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Die Stadtkantorei Gehrden feiert mit einem überwältigenden Konzert in der Wennigser Klosterkirche ihr 20-jähriges Bestehen.

Quelle: Heidi Rabenhorst

Wennigsen/Gehrden. Mit Andreas Schmidt-Adolf hat die Stadtkantorei seit fast sechs Jahren einen erfahrenen, anspruchsvollen und engagierten Musiker am Dirigentenpult, der mit Leidenschaft und Hingabe bedeutende Werke der Chorliteratur und auch eigene Kompositionen aufführt.

Glanzvoll und festlich erklang zunächst das prachtvolle "Dettinger Te Deum" von Georg Friedrich Händel, begleitet vom Kammerorchester Annemarie Michael und den Solisten Michaela Ische (Sopran), Claudia Erdmann (Alt), Hanno Harms (Tenor) und Sven Erdmann (Bass). Komponiert wurde dieses Oratorium anlässlich des Sieges des österreichisch-britischen Militärs über die französischen Truppen in der Schlacht bei Dettingen am 27. Juni 1743.

Mächtig und begeisternd der Chor, der barocke Pracht zu zeichnen vermochte. Daneben insbesondere die Trompeten, deren Klänge das gesamte Oratorium durchziehen, vom jubelnden "forte" in den Anfangssätzen bis zum moderaten "mezzo forte" im Schlusssatz "Herr auf dich steht mein Hoffen". Diese vermeintlich leicht ins Gehör gehende Melodienfolge mag täuschen: Händels Oratorium ist anspruchsvoll und will gesungen sein. Diese Herausforderung nahm die Stadtkantorei mit Bravour an.

In völligem Kontrast dazu dann die Uraufführung des Oratoriums "Marguerite - unio mystica" von Andreas Schmidt-Adolf. Zu diesem Werk, das der Chorleiter der Stadtkantorei Gehrden zu ihrem Jubiläum widmete, hat die hannoversche Pastorin Sigrid Lampe-Densky das Libretto auf der Grundlage von Schriften mittelalterlicher Mystikerinnen geschrieben. In ihren einführenden Worten erläuterte sie sehr fundiert die Hintergründe dieser Texte.

Die Musik zunächst schrill, von herber Dissonanz, den Feuertod der Mystikerin schmerzhaft betonend, dann sanft und berührend, ihre Liebe zu Gott untermalend. Einfühlsam und überzeugend gelang es dem Chor und den Solisten, das Libretto musikalisch umzusetzen, umsichtig unterstützt vom Orchester. Große Begeisterung zeigten auch die Zuhörer, die modernen, zeitgenössischen Kompositionen eher skeptisch gegenüberstehen. Tonsetzung und Text waren ausgewogen, die Randformen der Tonalität wurden erreicht, aber nie überschritten. Großartig das Englischhorn mit unerwarteten Improvisationen, Bläser mit Oboen-Solo.

Mit seinem umsichtigen, nie überzogenen Dirigat gelang es Schmidt-Adolf in hervorragender Weise, sowohl die strahlenden Barock-Klänge des Te Deums als auch die vielen unterschiedlichen Facetten seiner eigenen Komposition herauszuarbeiten. Chor und Orchester folgten ihm dabei mit großer Konzentration von Anfang an. Unter den Solisten konnte besonders die profunde Altstimme von Claudia Erdmann überzeugen. Auch Michaela Ische mit dramatisch phrasierenden Höhen, Hanno Harms mit gradliniger Strahlkraft und Sven Erdmann, ansprechend und kraftvoll intonierend, beeindruckten mit ihren Solopartien. Das Kammerorchester Annemarie Michael zeigte sich trotz der recht anspruchsvollen Partituren in altbewährter Hochform.

Die Konzertbesucher bedankten sich am Ende mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen. Völlig zu Recht. Man darf auf die nächsten Jahre gespannt sein.

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Von Walter Krausse

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