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Anwohner wollen kein Ghetto

Wennigsen Anwohner wollen kein Ghetto

Anwohner der Max-Planck-Straße warnen vor den Problemen eines Ghettos, wenn die Gemeinde bis zu 80 Flüchtlinge in einem ehemaligen Firmengebäude unterbringt. Auch der frühere Eigentümer bezeichnet diese Entscheidung als einen großen Fehler.

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Das Gewerbeobjekt an der Max-Planck-Straße soll zur Unterkunft für bis zu 80 Flüchtlinge umgebaut werden. Anwohner und der frühere Eigentümer warnen vor einem Ghetto.

Quelle: Carsten Fricke

Wennigsen. In einem offenen Brief, den er als Postwurfsendung an die Wennigser verteilte, warnt Uwe Schmidt davor, sein früheres Firmengebäude in ein Wohnheim für Asylbewerber umzuwandeln. Die Räume seien ungeeignet. „Das gesamte Objekt ist zweckgebunden entworfen und gebaut worden und kann nicht sinnvoll genutzt werden“, schreibt der Maschinenbauingenieur in seinem offenen Brief. Die Idee der Gemeinde, dort ein Flüchtlingswohnheim einzurichten, sei wegen der unausweichlichen Ghettobildung ein großer Fehler und den Flüchtlingen selbst nicht zumutbar. Diese Einschätzung teilen auch Anwohner.

Schmidt erläutert in der Postwurfsendung, dass er sich bemühe, mit seiner Firma in das Gebäude zurückzukehren. Die Finanzierung sei gesichert. Es fehle nur das Einverständnis der Gemeinde.

Diese Darstellung weist Bürgermeister Christoph Meineke zurück. „Herr Schmidt wollte das Objekt zurückkaufen, hatte aber kein Geld“, sagt Meineke. Das hätten Nachfragen bei den Banken ergeben. Der Unternehmer kam 1990 mit seinem Betrieb nach Wennigsen. Wegen eines Großkunden geriet er in finanzielle Schwierigkeiten. 2008 musste das Firmengebäude versteigert werden. Den Zuschlag erhielt die Gemeinde, die laut Meineke sonst auf eigenen Forderungen sitzen geblieben wäre. Die Maschinenbaufirma konnte zunächst als Mieter in der Max-Planck-Straße bleiben. Nachdem über Monate die Miete ausblieb, wurde eine Räumungsklage gerichtlich durchgesetzt. Seit zwei Jahren steht das Gebäude leer. Die Gemeinde führte einen Rechtsstreit mit dem promovierten Ingenieur, den dieser in zweiter Instanz verlor.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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