Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
"Ein Schatz, der zum Entdecken einlädt"

Bredenbeck "Ein Schatz, der zum Entdecken einlädt"

Bei der Herstellung von Glasobjekten hat auch der Industriestandort Steinkrug im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle gespielt. Autor Klaus Vohn-Fortagne hat nun seine Nachforschungen über Glashütten in der Deister-Süntel-Region zu einem Buch zusammengetragen - und Bürgermeister Christoph Meineke ein Exemplar übergeben.

Voriger Artikel
DGH-Pläne: Schwere Vorwürfe gegen Dorfverein
Nächster Artikel
Jugendliche erleben die Politik in Berlin

Martina Reimann vom Heimatverein, Grafikdesignerin Claudia Fortagne, Bürgermeister Christoph Meineke und Autor Klaus Vohn-Fortagne präsentieren das neue Buch über Glashütten in der Deister-Süntel-Region. Oehlschläger

Quelle: Nils Oehlschläger

Bredenbeck. "Darf ich schon mal blättern?", fragte Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke, kaum hatte er ein Exemplar in der Hand. Er bekam von Autor Klaus Vohn-Fortagne ein Buch aus der ersten Auflage von 1000 Stück überreicht, das sich mit "Glashütten in der Deister-Süntel-Region" befasst. Denn eine solche Glashütte liegt auch in Meinekes Verwaltungsgebiet, nämlich in Steinkrug, unweit des Sportplatzes.

Die Entstehung der Glashütte gehe zurück auf Freiherr Wilhelm Carl Knigge im Jahre 1809, schreibt Vohn-Fortagne. Die Voraussetzungen zur Glasherstellung in Steinkrug seien ideal gewesen - mit Sand, Kalk, Mergel und Kohle seien in der näheren Umgebung wichtige Rohstoffe vorhanden gewesen. Nach den Recherchen des Autoren erlebte die Glashütte keinen guten Start und die erwirtschafteten Erträge stimmte ihren Bauherren nicht zufrieden. Doch die der Betrieb in der Glashütte lief weiter und produzierte ein umfangreiches Produktangebot von weißem und grünem Fensterglas sowie grünem Hohl- und Arzneiglas oder auch Bouteillen und Medizingläsern.

Als Unternehmer Caspar Hermann Heye 1859 die Pacht für die Glasfabrik übernahm, ging dieser zunächst gegen örtliche Missstände vor. So ließ er den Boden ebnen, neue Fabrikgebäude und Wohnungen auf dem Gelände errichten und bestehende Gebäude reparieren. Zwischen Heye und den Knigges habe es über die Jahre wiederholt harte Verhandlungen um die Höhe der Pacht gegeben, erzählt Vohn-Fortagne - doch letztendlich habe meist der Unternehmer am längeren Hebel gesessen. Unter der Obhut der Unternehmerfamilie Heye mauserte sich die Glashütte Steinkrug zu einem starken Betrieb, bevor im November 1928 die letzten Arbeiter entlassen wurden. Der Betrieb habe nicht mehr ins Imperium der Heyes gepasst, heißt es in dem Buch. Doch noch heute erinnern Überreste der historischen Gebäude an die eins leistungsstarke Glasfabrik, beispielsweise der 21 Meter hohe Rauchgaskegel.

"Ich habe sehr auf dieses Buch gewartet", sagte Martina Reimann vom Heimat- und Kulturverein Bredenbeck. Denn nicht nur inhaltlich, auch grafisch sei das Buch hervorragend gestaltet worden. Verantwortlich für diese Teil der Arbeit war die Tochter des Autoren, Claudia Fortagne. Die Diplomdesignerin habe einige Bilder aufwendig restaurieren müssen, erzählt sie, da einige Fotografien Beschädigungen aufgewiesen hatten. Auch Bürgermeister Meineke zeigte sich begeistert von der aufwendigen Gestaltung 200-seitigen Hardcovers. Denn darin sei nicht nur ein wichtiger Teil der industriellen, sondern auch der örtlichen Geschichte dargestellt. "Die alte Glashütte ist auch ein Schatz, der zum Entdecken einlädt", fügte er hinzu. Er wolle während der Ostertage in dem Buch stöbern.

"Glashütten in der Deister-Süntel-Region" ist in Buchhandlungen Wennigsen, Gehrden, Barsinghausen, Ronnenberg, Springe und Bad Münder erhältlich. Der Preis beträgt 24,90 Euro.

doc6ozpousn48gnw0ewe2d

Eine historische Aufnahme der Glashütte in Steinkrug.

Quelle: Ingo Rodriguez

Von Nils Oehlschläger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6smpw4f14c31f5e43er2
Weihnachtsmarkt ist wieder ein Familienfest

Fotostrecke Wennigsen: Weihnachtsmarkt ist wieder ein Familienfest

Ihr Kontakt zur Redaktion

Jennifer Krebs:
Telefon: 05108 642 - 117
E-Mail: jennifer.krebs@haz.de