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Das DRK warnt vor Engpässen bei Blutspenden

Wennigsen Das DRK warnt vor Engpässen bei Blutspenden

Alarmierende Entwicklung: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bereitet sich auf einen besorgniserregenden Rückgang der Blutspendezahlen vor. Das hat jetzt bei der Spendenaktion in Wennigsen der DRK-Blutspendedienst Springe mitgeteilt. Grund für den Einbruch ist die Einführung einer Altershöchstgrenze von 73 Jahren.

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Bei der Anmeldung zur Blutspende weisen die DRK-Helferinnen Sigrid Drawert (von links), Brunhilde Haase und Renate Teigert den freiwilligen Spender Wolfgang Grams auf die Formulare für die neue Vereinsmeisterschaft für Amateurfußballmannschaften hin.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. Demnach sei zum 1. Januar dieses Jahres aus medizinschen Erfordernissen eine Altersgrenze für Senioren festgelegt worden. "Männer und Frauen, die älter als 73 Jahre sind, sollen vorerst nicht mehr bei Spendenaktionen berücksichtigt werden", sagte Patrick Ploberger, Gebietsreferent vom DRK-Blutspendedienst Springe. Hintergrund der neuen Regelung sind unter anderem Studien zur Verträglichkeit und Qualität von Blutspenden.

Für Freiwillige bedeutet das laut DRK: Blut spenden kann jeder gesunde Mensch ab einem Alter von 18 Jahren. Mehrfachspender können nach individueller Entscheidung der Ärzte am Blutspendetermin vor Ort bis zu einem Alter von 72 Jahren zur Spende zugelassen werden. Erstspender können nach Entscheidung der Ärzte bis zu einem Alter von 64 Jahren Blut spenden.

Diese erforderliche Neuerung bedeutet für das DRK laut Ploberger jedoch einen Einbruch der Zahlen in Höhe von durchschnittlich rund fünf Prozent. Im DRK-Bereich Niedersachsen-Thüringen-Oldenburg-Bremen werden nach Angaben des Gebietsreferenten täglich rund 3300 Konserven benötigt, bundesweit würden bis zu 15 000 Spenden pro Tag gebraucht - unter anderem für Operationen und Krebstherapien. "Wir müssen deshalb jetzt zusätzliche Anreize für jüngere Menschen schaffen, sich regelmäßig Blut für medizinische Konserven abnehmen zu lassen", sagte Ploberger.

In Wennigsen war auch der Startschuss für eine neue gemeinsame Werbeaktion des DRK-Blutspendedienstes NSTOB zusammen mit dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) und der Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus als Schirmherrin.

Werbeaktion des DRK läuft schleppend an

Wennigsen. In der Grundschule an der Argestorfer Straße herrscht eine entspannte Atmosphäre unter den Besuchern - wie immer bei Blutspendeterminen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Auch jetzt haben die ehreamtlichen Helfer des DRK-Ortsvereins Wennigsen wieder ein abwechslungsreiches Büfett für die freiwilligen Spender aufgebaut - zur Stärkung nach dem erfolgten Aderlass. An den Tischen wird gemeinsam gegessen und geklönt.

Auf eine neue Aktion deutet jedoch wenig hin in den Räumen und Fluren der Schule. Dabei ist das DRK wegen der neuen Altershöchstgrenze für Senioren gezielt auf der Suche nach jüngeren Spendern. In Wennigsen war sogar der Startschuss für eine neue gemeinsame Werbeaktion des DRK-Blutspendedienstes NSTOB zusammen mit dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) und der Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus als Schirmherrin: Noch bis zum 18. März können Spieler und Mitglieder, aber auch Fans von Fußballvereinen in Niedersachsen bei einem DRK-Blutspendetermin auf Punktejagd gehen. "Ähnlich der Fußball-Bundesliga wird der Verein, der die meisten Spender aus den eigenen Reihen mobilisieren kann, am Schluss der Aktion zum Meister gekürt", erläutert der DRK-Gebietsreferent Patrick Ploberger die Regeln.

Gemeinsam mit den DRK-Helferinnen verteilt Ploberger Formulare an neu ankommende Spender. Darin können die Freiwilligen sich für einen Fußballverein als Punktelieferant registrieren lassen. "Pro Blutspende gibt es einen Punkt", sagt Ploberger. Die Amateurmannschaften können bei der Aktion attraktive Preise gewinnen: "Die ersten drei Plätze des Wettbewerbs bekommen einen hochwertigen Trikotsatz. Für die Platzierungen vier bis sieben gibt es jeweils 15 Fußbälle, die Plätze acht bis 18 bekommen je zehn neue Bälle", sagt Ploberger.

Die Resonanz ist kurz vor dem Ende der Blutspendeaktion aber dürftig. Bislang haben die DRK-Helferinnen lediglich fünf ausgefüllte Formulare zurück bekommen. Der 73-jährige Wolfgang Grams findet die Aktion immerhin "sehr gut". "Es rücken ja nur wenig jüngere Spender nach, deshalb muss man sich aktiv um Neueinsteiger kümmern", sagt er.

Beim DRK-Ortvserein Wennigsen sind die Teilnehmerzahlen aber trotz der schleppend anlaufenden Werbeaktion stabil. "Wir organisieren pro Jahr vier Spendentermine und haben regelmäßig rund 360 bis 380 Blutspender im Jahr", sagt Renate Teige vom Ortsverein. Im Durchschnitt zähle das DRK in Wennigsen 90 bis 100 Spender pro Aktion - darunter seien regelmäßig bis zu fünf Erstspender.

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