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Viertägiges Spektakel - mit unklaren Wurzeln

Wennigsen Viertägiges Spektakel - mit unklaren Wurzeln

Alle drei Jahre übernehmen in Wennigsen die Schützen das Kommando: Das Historische Freischießen, das am Sonnabend wieder beginnt, hat eine lange Tradition. Doch wann es zum ersten Mal stattgefunden hat, das können selbst die Experten nach langer Recherche nicht genau sagen.

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Die Offiziere aufgereit vor dem ehemaligen "Dicken Stein" (links) und dem heutigen Kerbholz (rechts) im Jahr 1929.

Quelle: vivat-hoch.de

Wennigsen. Nein, so ganz genau wissen sie es noch immer nicht. Dass das Historische Freischießen in Wennigsen eine lange Tradition hat, das ist klar. Doch zum wie vielten Mal es am kommenden Sonnabend, 17. Juni, beginnt, das kann selbst der Kommandierende General Eckhard Rogge nicht sagen. "Wann es genau losging, wissen wir nicht", gesteht er. "Aber wahrscheinlich hat das Freischießen seine Ursprünge in der Zeit, als sich die ersten Bürgerwehren gebildet haben, um die Städte vor den versprengten Truppen Napoleons zu schützen."

Zuletzt versuchte Ulrich Haupt ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. Der erste Geschäftsführer des Fördervereins hat die erste Erwähnung eines Landsturms - in dem noch heute Wennigser Bürger beim Freischießen mitmarschieren - bei seinen Recherchen im Jahr 1813 gefunden. Und so könntes es eben auch diese Befreiungskriege mit der Niederschlagung des französischen Kaisers gewesen sein, die mit dem Fest regelmäßig gefeiert werden.

Natürlich ist das Freischießen schon deshalb keine Wennigser Erfindung. Aber es ist schon bemerkenswert, dass diese ganz besondere Art von Schützenfest - auch wenn viele Wennigser diesen Begriff gar nicht gerne hören - in der Gemeinde am Deister im Gegensatz zu vielen anderen Orten noch immer gefeiert wird. Zwar gibt es auch in Peine und Minden in diesem Jahr ein Freischießen - in Peine spricht man gar von einer mehr als 400-jährigen Tradition. Doch sonst feiern die meisten Kommunen alljährlich ein "normales" Schützenfest. Aber eben kein Freischießen.

In Wennigsen ist das anders. Und darauf sind nicht nur die Aktiven an dem viertägigen Spektakel stolz. Vor allem der Festumzug, der am Sonntag um 15 Uhr mit der eindrucksvollen Parade am ehemaligen Schützenhof an der Hauptstraße beginnt, ist für Rogge ein Erlebnis, das man keinesfalls verpassen darf. "Das muss man einfach mal gesehen haben", sagt der Kommandierende General, der sich immer wieder gerne die historischen Bilder von vorangegangenen Festen anschaut. "Wir stellen die Abnahme der Garden durch den König nach - und das ist mit Pferden und Kutschen ein wirklich beeindruckendes Spektakel."

In nahezu unveränderter Form spielt sich das alle drei Jahre in Wennigsen ab. Und doch ist die diesjährige Auflage für Rogge irgendwie auch eine ganz besondere. "Wir stehen vor so etwas wie einem Generationswechsel", erklärt der Chef-Organisator. "Viele Wennigser, die das Freischießen 30 Jahre lang zunächst als Gardisten und danach als Stabsoffiziere mitgemacht haben, steigen langsam aus." Für sie rücke nun eine neue Generation nach. Doch ein bisschen Wehmut, das ist Rogge deutlich anzumerken, wird bei ihm in diesem Jahr schon mit dabei sein, wenn er sich am Sonntag auf sein Pferd schwingt.

Mehrere Tausend alte Bilder vom Freischießen:

Es ist eine echte Fleißarbeit, die Chris Pinkenburg und Stefan Zwing da vollbracht haben. Die beiden Wennigser haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Historischen Freischießens in Bildern festzuhalten. Dazu haben sie vor einigen Jahren einen Aufruf gestartet und Wennigser Bürger gebeten, ihnen Fotos zur Verfügung zu stellen.

Mehrere Tausend Fotos kamen zusammen, sodass Zwing und Pinkenburg alle Hände voll zu tun hatten, sie zu sichten. Doch die Arbeit hat sich gelohnt, wie man auf der Internetseite www.vivat-hoch.de sehen kann.

nd die beiden Wennigser suchen weiter nach alten Bildern. Wer Fotos in seinem Besitz hat, kann sich unter der Mailadresse info@vivat-hoch.de melden.

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Fotostrecke Wennigsen: Viertägiges Spektakel - mit unklaren Wurzeln

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