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Messanlage soll schnelle Autofahrer erziehen

Evestorf Messanlage soll schnelle Autofahrer erziehen

Mit einer Messanlage an der Hannoverschen Straße will der Ortsrat Evestorf zu schnelle Autofahrer sensibilisieren. Zugleich erhoffen sich die Politiker von der Messung belastbare Daten über die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen bei der Ortsdurchfahrt.

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Mit einer Messanlage will Ortsbürgermeister Ernst Herbst (ganz links) die Autofahrer in Evestorf für ihre Geschwindigkeit sensibilisieren.

Quelle: Björn Franz

Evestorf. Ein wenig beeindruckt war Ortsbürgermeister Ernst Herbst schon von der kleinen Anlage. Denn das Messgerät, das Mitarbeiter des Energiedienstleisters Avacon am Donnerstagvormittag an einer Laterne in der Hannoverschen Straße installierten, zeigt den in Richtung Holtensen durchfahrenden Autofahrern nicht nur ihre Geschwindigkeit samt einem je nach Tempo lächelnden oder traurigen Gesicht an. Es speichert auch eine Menge Daten über das Verkehrsaufkommen, die Zahl und den Zeitpunkt der Tempoverstöße, die für die Kommunalpolitiker als Grundlage für spätere Entscheidungen dienen sollen.

"Unser primäres Ziel ist es, die Sicherheit und die Lebensqualität der Anwohner zu erhalten", sagt Herbst. Und dabei ist das Tempo der durch den Ort fahrenden Autos, die auf der geraden Strecke oftmals zu schnell fahren, bereits seit einigen Jahren ein beherrschendes Thema in Evestorf. Erst im Mai vergangenen Jahres waren die beiden Bushaltestellen an der Hannoverschen Straße für eine behindertengerechte Nutzung umgestaltet worden - und ragen seitdem zugleich als eine Art Verkehrsberuhigung ein Stück weit in die Straße hinein.

"Das hat schon etwas gebracht", meint Herbst. Allerdings sei das Ausmaß der Maßnahme etwas begrenzt worden, weil Sattelschlepper den zwischen den beiden Haltestellen liegenden Parkplatz eines Geschäftes anfahren können müssen. Die Haltestellen ragen nur einen knappen Meter weit in die Fahrbahn.

"Raserei ist schon immer noch ein Problem hier", sagt der Ortsbürgermeister. Daher hatte die Gemeinde Wennigsen in der Ortsdurchfahrt im September und Oktober vergangenen Jahres bereits an drei Tagen Temposünder mit offiziellen Messungen ermittelt. "Aber man muss sich schon wundern, wie schnell es die Runde macht, wenn ein Blitzer im Ort steht", meint Herbst. Zwar war bei den Messungen ein Autofahrer mit einer Geschwindigkeit von 76 statt der erlaubten 50 Stundenkilometer erwischt worden. Aber bei insgesamt 1060 erfassten Fahrzeugen waren lediglich 43 Temposünder dabei.

Auf die Idee, die Autofahrer nun mit Hilfe einer Messanlage auf ihr möglicherweise zu hohes Tempo aufmerksam zu machen, waren die Ortsratsmitglieder durch einen Vortrag von Reinhard Bruns gekommen. Der Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Garbsen hatte das Aufstellen einer solchen Tafel im Ortsrat Anfang vergangenen Jahres als eine Möglichkeit vorgestellt. Und so installierten drei Avacon-Mitarbeiter am Donnerstag also die Messanlage, die mindestens sechs Wochen lang das Tempo der durchfahrenden Autos anzeigen wird. Und die dem Ortsrat über diesen Zeitraum zudem konkrete Daten darüber liefern soll, wie groß das Problem mit der Raserei in Evestorf tatsächlich ist.

Der Energiedienstleister Avacon besitzt insgesamt fünf Messanlagen, die in Städten oder Gemeinden der Region aufgehängt werden. In der Regel wenden sich laut Frank Glaubitz, dem Referenten für Kommunalmanagement bei Avacon, Ortsräte oder Vereinsvertreter an das Unternehmen, um das Aufstellen eines Geräts zu beantragen. Allerdings könnten sich auch Privatpersonen melden, deren Vorschlag dann mit den Kommunalpolitikern und der Polizei vor Ort abgestimmt würde. Als Kosten fallen laut Glaubitz lediglich die Stromkosten von etwa 5 Euro im Monat an, die Dauer der Verwendung an einem Standort hängt unter anderem vom Bedarf ab. So ist das Gerät in Hachmühlen, einem Ortsteil von Bad Münder, bereits seit einem halben Jahr an einer viel befahrenen Straße in Betrieb. Wer Interesse an einer Messanlage hat, kann sich unter der Rufnummer (05108) 64134103 oder per Mail unter frank.glaubitz@avacon an ihn wenden.

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